454. – Himmelfahrtsfest den 14. Mai 1885 Zum Himmelfahrtsfest
Zeitwinke.
„Er führte sie aber hinaus gen Bethanien und hub die Hände auf und segnete sie; und es geschah, da Er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel; sie aber beteten Ihn an, und kehrten wieder gen Jerusalem mit großer Freude. Und waren allewege im Tempel, priesen und lobten Gott.“ (Luk. 24. 25.)
Liebe Kinder!
Es wird mit diesen Worten Mein Abschied von der Erde und Meine Himmelfahrt erzählt. Obwohl dieses sichtbare Scheiden auch ohne einen äußeren Akt hätte geschehen können, wie es ja vorher öfters der Fall war, dass Ich nämlich verschwand, weil Ich nicht an Raum und Zeit gebunden bin, so war dieses noch nötig, Meinen Jüngern gegenüber, um dieselben noch mehr in ihrem Apostelamte zu befestigen, und deshalb segnete Ich sie noch sichtbar. Meine Liebe war sehr groß zu ihnen, und wollte sie so recht stark zu dem großen Auftrage machen, welchen sie unter so viel Kampf und Leiden ausführen mussten; sie aber beteten Mich an, und kehrten wieder gen Jerusalem mit großer Freude, und waren alle weg im Tempel, priesen und lobten Gott.
Diese freudige Gemütsstimmung bei Meinem sichtbaren Abschiede beruhte auf Meiner geistigen Einwirkung. Zuvor waren Meine Jünger furchtsam und verzagt im Gefühle des Verlassenseins, ehe sie den festen Glauben an Meine Gottheit hatten; denn nur auf diesem Punkte, im Glauben an Mich, dass Ich wahrhaftig Gott bin, ruht die Kraft, dass die Liebe einer Seele zu Mir auch unter allen Leiden und Gefahren ausharrt. Das Bewusstsein, dass Ich ihr Vater bin und als Vater Selbst in Jesu mit den Menschen verkehre, hebt die Seele über die Zweifel empor, denen Solche erliegen, die Mein Erlösungswerk, das Ich nach menschlicher Ansicht dem Vater gegenüber brachte, nicht richtig fassen können; denn Diesen fehlt der freie Zutritt zum Vater, ohne welchen kein Mensch recht selig werden kann. Immer ist es die Vermittlungs-Idee, welche davon abhält; oft aber gehen Manche in diesem Vermittlungsglauben auch so weit, dass sie meinen, die Priester könnten ohne ihr (der Seelen) Zutun die Seeligkeit für sie erbitten, und darum fehlt der Glaube unter den Christen so häufig, welcher die Liebe mit der Tat verbindet.
Die meisten Menschen halten Meine Lehre als nicht von Gott ausgehend, sondern von einer zweiten Person, Jesus, und verlassen sich dabei auf die Irrlehre von der Versöhnung; während Meine Liebe Sich Selbst mit Fleisch umhüllt, um so den Menschen, welche Sich von Mir entfernt hatten, wieder nachzugehen, und sie aufs Neue zu Mir zu ziehen. Dieser Glaube an Meine Gottheit muss bei den Christen wieder wahr und fest einwurzeln, ehe Ich abermals erscheinen werde; darum aber der Feind sich an allen Orten bemüht, den Unglauben aufzupflanzen, weil er meint, dadurch Mein Kommen zu verhindern. Jedoch, wenn dieser Unglaube seinen Höhepunkt erreicht hat, dann will Ich Mich mit Meiner göttlichen Macht zeigen, zum Schrecken der Ungläubigen, und zur Freude Meiner wahren Kinder.
Amen! Euer Jesus-Vater.
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