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Vom Zehnten geben

Aus. Das Große Evangelium Johannes – Band 6 / 91. Kapitel — Der Arzt erhält von Jesus die Kraft Kranke zu heilen

  12] Sagte Ich: »Lasse das; denn in der Welt kann Mir niemand etwas geben, das er nicht zuvor von Gott empfangen hätte, und somit auch du nicht! Aber halte du die Lehre, die euch allen hier gegeben wurde, liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst, und halte die dir bekannten Gebote Mosis, und lehre auch die Griechen sie kennen, so wirst du Mir das beste und wertvollste Opfer darbringen! Und das sollen auch alle die andern Menschen tun, so werden sie leben in der Wahrheit und in der Gnade Gottes, des Schöpfers und Vaters aller Menschen!
  13] Wenn Ich von den Menschen, denen Ich Gutes tue, wollte Geld annehmen, da würde Ich schnurgerade wider Mich zeugen, und Ich wäre Der nicht, der Ich bin; denn so Ich euch Schätze aus den Himmeln bringe und gebe, weil Ich die Macht dazu habe, so kann Ich Mich darum nicht mit der toten Materie bezahlen lassen. Aber ihr Menschen könnet das mit Maß und Ziel; denn auch Moses hat verordnet, daß die Priester und Richter vom Volke sollen ernährt und erhalten werden und den zehnten Teil von allem haben sollen, was da geerntet wird auf den Äckern und in den Weinbergen und also auch von den Haustieren. Aber Ich nun und Meine Jünger werden dessen nicht vonnöten haben; denn wer Mir gleich ein Meister des Lebens wird, der wird hinfort dieser Erhaltungsmittel nicht bedürfen. Wohin sie auch ziehen werden, da wird ihnen von oben gegeben werden alles, dessen sie bedürfen werden. Denn um was Gutes immer ihr den Vater im Himmel bitten werdet in Meinem Namen, das wird Er euch auch geben ohne Vorenthalt.«

Der Nutzen der Tätigkeit und die üblen Folgen der Trägheit

Das Große Evangelium Johannes – Band 3, Kapitel 203,1-4

Sage Ich: »Das eben wohl nicht; aber das ist daneben doch auch wahr, daß die irdischen Handelsleute nur zu oft über alle geistigen Dinge ein wenig zu leichtfertig hinaus- und hinweggehen, was denn auch bei euch der Fall war. – Habe Ich recht oder nicht?«
Sagt Schabbi: »Ja, das, erhabener Freund voll Gotteskraft, ist wohl wahr, daß der Welthandel und die Schätze dieser Erde, ihre Gewinnung und gerechte Verwaltung einem viel Denken und viel Sorgen machen, aber man macht dann eben durch gut angewendeten Reichtum leicht allerlei nützliche Erfahrungen und weckt manches Menschen schlummernden Geist zu allerlei nützlichen Dingen, schafft ihm eine nützliche Beschäftigung und entfernt ihn sogestaltig vom Müßiggange, der gewöhnlich ein Vater von allen Lastern und Sünden ist.
Siehe du an den Priesterstand nahe aller Nationen! Solange diese Menschen arbeiten mußten und sich wie jeder andere Mensch ihr Brot im Schweiße ihres Angesichtes erwarben, waren sie auch die ersten Freunde der Wahrheit und entdeckten und berechneten so manches, darüber wir noch heutzutage allen Grund zu staunen haben. Sie brachten Harmonie ins menschliche Denken und errichteten Schulen für die wahre Bildung des menschlichen Geistes und der Erkenntnis seiner selbst. Damals fanden solche Priester die Wege zu Gott und leiteten voll Geistes und ernstlich-guten Willens die Nebenmenschen zur gleichen Erkenntnis.
Als aber später die Menschen die große Wohltat der schönen und erhabensten Mühen der alten und echten Priester mehr und mehr erkannten und ihren übergroßen Nutzen einsahen, da nahmen sie alle die schweren Arbeiten der Priester, die sie über alles achteten und liebten, auf sich, führten die Zehentgaben ein und bestimmten, daß die Priester nur für des Menschen Geist zu sorgen und zu arbeiten hätten. Da ward aber dann der Priesterstand auch bald ein müßiger, fing an zu dichten und zu trachten, mauerte die helle Wahrheit in finstere Katakomben ein und fing an, die damals leichtgläubige Menschheit mit allerlei Märchen und Fabeln abzufertigen; und so ward der Müßiggang der Priester der offenbare Grund zum Verfalle selbst der erhabensten und göttlichsten Lehre des großen und wahren Priesters Moses.

aus: Die sieben Bücher Mosis

Das Große Evangelium Johannes – Band 6, 216. Kapitel, 9-16

09] Das siebente Buch enthielt die wahre Schöpfung des Menschen, seine geistige Entwicklung durch den beständigen Einfluß des Geistes Gottes. Es erklärte zu jedes Menschen Verständnis das erste Buch Mosis und gab Kunde von den Büchern der Patriarchen Kenan, Henoch und Lamech und erklärte sie. Am Schlusse gab es an die Kriege Jehovas oder die treue Geschichte der Völker der Tiefen der Erde, und ganz am Ende stand wieder eine starke und sehr bedrohliche Vermahnung an die Volkslehrer, daß sie alles das allem Volke ordentlich lehren sollten, und daß da niemand zuvor ehelichen oder ein Amt überkommen dürfe, bevor er sich den ganzen Inhalt dieses Buches völlig zu eigen gemacht habe.
  10] Solche Vermahnung aber schluget ihr auch in den Wind und sagtet: 'Es ist dem Volke besser, in Unkenntnis alles dessen zu verbleiben; denn weihte man das Volk in alles das zu tief ein, so würde es dann bald gar keiner Priester mehr benötigen, und diese würden dann bemüßigt sein, sich auch mit ihren Händen das tägliche Brot zu verdienen.' Diese Voraussetzung war aber gewiß sehr dumm, da Moses doch eigens geboten hatte, daß der Stamm Levi vom Zehnten leben solle.
  11] Nun kommt noch als beinahe ein eigenes Buch ein Anhang zum siebenten Buche. Der ist ganz prophetisch, zeigt aber doch ganz klar an, daß die Priester und die Richter und die Könige alles Gottwidrige tun werden, und wie Er sie darum allzeit züchtigen werde.
  12] Darin wird auch der große Messias beschrieben, wie Er in diese Welt kommen wird, wie Er leben, was Er tun und lehren und wie Er von den Priestern gehaßt und verfolgt werden wird. Dann kommt der Juden Untergang, des Messias Kirche, ihre langen Verfolgungen durch den Gegen-Messias, dann kommt das Ende desselben und darauf die Glorie der reinen Kirche Gottes auf Erden. Am vollen Schlusse dieses Anhangs steht wieder eine starke und kräftigste Verwarnung, daß dieser Anhang dem Volke auch allzeit offengehalten werden solle. – Habt ihr das je getan?
  13] Ja, schon zu den Zeiten der Propheten habt ihr von all diesem dem Volke keine Erwähnung gemacht, darum auch der Prophet Jesajas, Mosis Weissagung aufnehmend, im zehnten Kapitel eben das wieder gezeigt hat, um dessen Erklärung ich euch in meiner ersten Frage anging. Und so haben alle, besonders die vier großen Propheten, das dem Volke wiedergeben müssen, was Moses in seinem Anhange sagte, den ihr aber dem Volke aus den euch nur zu wohlbekannten Gründen allzeit vorenthalten habt, und ihr waret in der letzten Zeit zu träge, euch darin zu unterrichten, und müsset euch nun gefallen lassen, daß euch die Essäer sogar den irdischen Vorteil abgenommen haben; denn die kennen sich wenigstens beim sichtbaren Himmel aus, berechnen seine Erscheinungen und machen sich solche zu ihrem irdischen Vorteile. Seht, auch das ist eine gerechte Strafe von oben! Und ich bin der nur zu überzeugten Meinung, daß ich deine erste Frage ganz der vollsten Wahrheit und strengen Wissenschaft gemäß beantwortet habe.«
  14] Sagte ganz verlegen der Schriftgelehrte: »Ja, – leider nur zu genau und wahr! Es ist mir nun, als sollte ich dir gar keine zweite Frage mehr geben. Denn einen Mann mit einem so umfassenden Wissen ist schwer fragen. Wir würden lieber schon gleich die hundert Pfunde Goldes zahlen – als dir noch mehrere Fragen geben! Denn wir verraten uns ja selbst mit jeder Frage von neuem und kommen in eine stets größere Verlegenheit vor dem Volke, das darüber sicher nicht schweigen wird.«
  15] Sagte der Römer: »Das kümmert mich wenig! Die Wette muß eingehalten werden, und wenn darob auch die Erde samt uns in Trümmer ginge, und so mußt du mir die weiteren Fragen stellen! Frage, und ich werde dir antworten; denn jetzt bin ich erst stolz darauf, daß ich ein Römer bin!«
  16] Hier steckten die sieben Templer die Köpfe zusammen und berieten, um was sie den Römer weiter fragen sollten.

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