Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Daß ein Hirt der Herde sei, wer das Gute der Liebtätigkeit ausübt, kann jedem bekannt sein. Denn dies kommt oft vor im Wort des Alten und Neuen Testaments; wer lehrt und leitet, wird Hirt genannt; die gelehrt und geleitet werden, werden die Herde genannt; wer nicht zum Guten der Liebtätigkeit lehrt, ist kein wahrer Hirt; und wer nicht zum Guten sich leiten läßt und das Gute lernt, ist keine Herde. <HG 343>
“Denn eine Hirtin war sie, (oder eine Weidende)” bedeutet, die Neigung zu dem im Wort enthaltenen inwendigeren Wahren lehrt. Dies erhellt aus der Bedeutung des Hirten oder Weidenden, sofern er ist einer, der leitet und lehrt; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Rachel, die hier gemeint ist, sofern sie ist die Neigung zum inwendigeren Wahren. Die Lehre kommt aus dem Wort, weil sie mit der Herde zum Brunnen ging. Der Brunnen bezeichnet das Wort ist und außerdem ist es die Neigung zum inwendigeren Wahren, die lehrt, denn durch jene Neigung ist die Kirche eine Kirche, und ist der Hirte ein Hirte. <HG 3795>
Durch die Hirten werden hier zwar die bezeichnet, die lehren, aber solche, die nicht zum Guten der Liebtätigkeit führen, weil sie im Bösen sind; denn die, welche im Bösen sind, erkennen gar nicht an, daß die Liebtätigkeit und ihre Werke etwas zur Seligkeit beitragen, denn sie können nicht anerkennen, was gegen ihr Leben ist; denn das würde gegen sie selbst sprechen, und weil sie im Bösen sind, wissen sie nicht einmal, was Liebtätigkeit ist, somit auch nicht, was Liebtätigkeitswerke. Der Glaube ist es, den sie lehren, durch diesen rechtfertigen sie, durch diesen verheißen sie den Himmel. Diese sind es, die sich der Lehre der Liebtätigkeit, die aus dem Worte stammt, widersetzen, mithin denen, die in den Wahrheiten des einfältig Guten sind. <HG 6779>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 133 →
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