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Heiliger Geist – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Der Heilige Geist ist nicht der Geist selbst, der ausgeht, sondern das Heilige, das vom Herrn ausgeht. Das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgehende göttlich Wahre ist der Heiliger Geist. <HG 6788>

Das Wahre, das unmittelbar vom Göttlichen ausgeht, kann von niemand gehört werden, auch nicht von irgendeinem Engel, denn wenn das Göttliche gehört werden soll, so muß es vorher menschlich werden, und menschlich wird es, wenn es durch die Himmel hindurch geht. Und wenn es durch die Himmel hindurchgegangen ist, so stellt es sich in menschlicher Form dar, und wird zur Rede. Diese Rede wird durch Geister ausgesprochen, die, wenn sie in jenem Zustand sind, der Heilige Geist genannt werden, und von diesem wird gesagt, er gehe vom Göttlichen aus, weil das Heilige des Geistes oder das heilige Wahre, das jener Geist dann redet, vom Herrn ausgeht. <HG 6982>

Der Herr heißt im Wort Jehovah in Ansehung des göttlich Guten; denn das göttlich Gute ist das Göttliche Selbst. Und der Herr wird der Sohn Gottes genannt in Ansehung des göttlich Wahren; denn das göttlich Wahre geht vom göttlich Guten aus, wie der Sohn vom Vater. Und es wird auch gesagt, es werde geboren; wie es sich damit verhält, soll weiter gesagt werden: Als der Herr in der Welt war, machte Er sein Menschliches zum göttlich Wahren, und damals nannte Er das göttlich Gute, das Jehovah ist, Seinen Vater, weil, wie gesagt, das göttlich Wahre ausgeht und geboren wird vom göttlich Guten. Aber nachdem der Herr Sich vollständig verherrlicht hatte, was geschah, als Er die letzte Versuchung am Kreuz bestanden hatte, da machte Er auch Sein Menschliches zum göttlich Guten, d.h. zu Jehovah, und von da an ging selbst das göttlich Wahre von Seinem Göttlich- Menschlichen aus. Dieses göttlich Wahre ist es, was der Heilige Geist genannt wird, und das Heilige, das vom Göttlich-Menschlichen ausgeht. Hieraus erhellt, was verstanden wird durch die Worte des Herrn bei Joh.7/39: “Der Heilige Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verherrlicht war”. <HG 7499, 8724, 9199, 9818>

Daß der Heilige Geist das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, das sowohl unmittelbar von Ihm, als mittelbar durch Engel und Geister beim Menschen einfließt, erhellt hieraus auch deutlich, denn der Herr sagt zuerst, daß wer an Ihn glaube, aus dessen Leibe würden Ströme lebendigen Wassers fließen und nachher heißt es, das sagte Er von dem Geist, den sie empfangen sollten. Denn Wasser im geistigen Sinn bedeutet das Wahre, und Ströme lebendigen Wassers das göttlich Wahre vom Herrn in Menge. Das gleiche wird daher verstanden unter dem Geist, den sie empfangen sollten. Und weil das göttlich Wahre vom verherrlichten Menschlichen des Herrn ausgeht und nicht unmittelbar aus Seinem Göttlichen Selbst, da dieses an sich von Ewigkeit verherrlicht war, deshalb wird gesagt: “Der Heilige Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verherrlicht war”. Daß verherrlichen soviel ist als göttlich machen, und daß der Herr Sein Menschliches völlig verherrlicht, d.h. göttlich gemacht hat durch Seinen letzten Versuchungskampf und Sieg am Kreuz, sehe man NJ 293-295, 300-306. Im Himmel wundert man sich gar sehr, daß der Mensch der Kirche nicht weiß, daß der Heilige Geist, der das göttlich Wahre ist, vom Menschlichen des Herrn ausgeht und nicht unmittelbar von Seinem Göttlichen, da doch die Lehre, die

in der ganzen Christenheit angenommen ist, lehrt: “Wie der Vater ist auch der Sohn ungeschaffen, unendlich, ewig, allmächtig, Gott der Herr. Keiner von ihnen ist der Erste und der Letzte, noch der Größte oder der Kleinste. Christus ist Gott und Mensch, Gott aus der Natur des Vaters und Mensch aus der Natur der Mutter, aber obwohl Er Gott und Mensch ist, so sind doch nicht zwei, sondern es ist ein Christus. Er ist Einer nicht als ob das Göttliche ins Menschliche verwandelt wäre, sondern das Göttliche hat das Menschliche an sich genommen. Er ist ganz Einer, aber nicht so, als ob die beiden Naturen vermenget wären, sondern Er ist eine einige Person. Denn wie Leib und Seele ein Mensch ist, so ist Gott und Mensch ein Christus”. Dies ist aus dem Symbol des Athanasius. Weil nun das Göttliche und das Menschliche des Herrn nicht zwei sind, sondern eine einige Person und vereinigt sind wie Seele und Körper, so kann man wohl wissen, daß das Göttliche, das der Heilige Geist genannt wird, aus- und hervorgeht aus Seinem Göttlichen durch das Menschliche, somit aus dem Göttlich-Menschlichen, denn nichts kann irgend vom Körper ausgehen, als nur aus der Seele durch den Körper, weil das Ganze des körperlichen Lebens aus der Seele ist, und weil, wie der Vater, so auch der Sohn ungeschaffen, unendlich, ewig, allmächtig ist, Gott der Herr, und keiner von ihnen der Erste und der Letzte, noch der Größte oder der Kleinste, so folgt, daß das ausgehende Göttliche, das der Heilige Geist genannt wird, von dem Göttlichen des Herrn selbst durch Sein Menschliches ausgeht und nicht von einem anderen Göttlichen, das der Vater genannt wird, denn der Herr lehrt, daß der Vater und Er eins sind und der Vater in Ihm und Er im Vater ist. Daß aber die meisten in der Christenheit in ihrem Herzen anders denken und daher anders glauben, kommt, wie die Engel sagten, daher, daß sie sich das Menschliche des Herrn getrennt von Seinem Göttlichen denken, was doch gegen die Lehre ist, die lehrt, daß das Göttliche und das Menschliche des Herrn nicht zwei, sondern eine einzige Person seien, und zwar vereinigt wie Seele und Körper. Daß diese Bestimmung in der Lehre der ganzen Christenheit enthalten sei, wurde vom Herrn vorgesehen, weil sie das Wesentliche der Kirche ist und das Wesentliche des Heils aller. Daß sie aber das Göttliche und das Menschliche des Herrn in zwei Naturen unterschieden und sagten, der Herr sei Gott aus der Natur des Vaters und Mensch aus der Natur der Mutter, kam daher, weil sie nicht wußten, daß der Herr, als Er Sein Menschliches völlig verherrlichte, das Menschliche aus der Mutter ablegte und das Menschliche aus dem Vater anzog. Daß dieses auch in einer Kirchenversammlung um des Papstes willen von denen, die derselben damals beiwohnten, geschehen sei, damit Er für Seinen Statthalter anerkannt werden könnte. <EKO 183>

“Kam der Geist des Lebens aus Gott in sie” bedeutet die Erleuchtung und die Aufnahme des Einflusses des göttlich Wahren vom Herrn bei einigen zum Beginn einer neuen Kirche. Dies erhellt aus der Bedeutung des Lebensgeistes aus Gott, sofern er das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist, worüber folgt, und aus der Bedeutung von: kommen in sie, nämlich in die getöteten und hingeworfenen Zeugen, sofern es

die Erleuchtung und die Aufnahme des Einflusses, nämlich des göttlich Wahren ist, das durch den Geist des Lebens bezeichnet wird. Daß es ist bei einigen, um eine neue Kirche herzustellen, ergibt sich aus dem folgenden Vers, wo gesagt wird, sie seien in den Himmel in einer Wolke aufgefahren, somit bei einigen; denn durch die zwei Zeugen wird bezeichnet Gutes der Liebe und Wahres der Lehre, und es werden diejenigen verstanden, bei denen dieses sich findet, denn diese alle sind Zeugen. Wenn das Ende der Kirche bevorsteht, dann wird vom Herrn dafür gesorgt, daß eine neue Kirche folgt, denn die Welt kann ohne die Kirche, in der das Wort ist und in welcher der Herr bekannt, nicht bestehen, denn ohne das Wort und daher ohne die Erkenntnis und Anerkennung des Herrn kann der Himmel nicht mit dem Menschengeschlecht verbunden werden, mithin auch das vom Herrn ausgehende Göttliche nicht mit einem neuen Leben einfließen. Und ohne die Verbindung mit dem Himmel und durch diesen mit dem Herrn, wäre der Mensch nicht Mensch, sondern ein Tier. Daher kommt es, daß vom Herrn immer eine neue Kirche vorgesehen wird, wenn die alte Kirche am Ende ist. Der Grund, warum bloß der Beginn einer neuen Kirche verstanden wird, und noch nicht ihre Herstellung, wird bei der Erklärung des folgenden Verses gesagt werden. Unter dem Geist des Lebens von Gott, oder unter dem Geist Gottes, oder unter dem Heiligen Geist wird das vom Herrn ausgehende Göttliche verstanden, welches das göttlich Wahre genannt wird, aus dem alle Weisheit und Einsicht stammt. Dieses ausgehende Göttliche ist es, was den Menschen erleuchtet und was bei ihm einfließt, wenn er gebessert und wiedergeboren wird, somit wenn die Kirche bei ihm beginnt und hergestellt wird. <EKO 655>

Man hat unter Messias oder Christus nichts anderes als das göttlich Wahre zu verstehen, ebenso unter dem Sohn des Menschen und unter dem Beistand, den Hl. Geist, den der Herr, nach Seinem Hinscheiden, in die Welt herabsandt. <WCR 85>

1Joh.5/6,7: Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist, der da zeugt, daß Geist Wahrheit ist. (Denn die drei sind es, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist; und diese drei sind es.) - Und drei sind es, die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei sind beisammen. Der Herr: Was also ist das Wasser? - Ist es nicht die Liebe, die da bei euch auf der Erde allen Wesen und Dingen eine alleinige Nahrung aus Mir ist wie das alleinige Leben selbst?! - Nun, was entspricht denn diesem natürlichen Wasser für ein anderes, geistiges Wasser? - Habt ihr denn noch nie etwas vom lebendigen Wasser gehört, darunter verstanden wird Mein Evangelium und ganz besonders Mein lebendiges Wort in euch, so es sich kund gibt in einem Mich liebenden Herzen?

Ich meine aber, mehreres über das Wasser zu sagen, wird doch wohl unnötig sein; denn ein vollkommeneres Bild für Meine Liebe bei euch läßt sich doch wohl nicht auffinden als das Wasser, davon ein jeglicher Tropfen schon eine Nahrung und ein Leben in sich trägt für zahllose Wesen naturmäßig, wie demnach erst geistig! Also das Wasser hätten wird! - Aber jetzt kommt das Blut! - Was wird etwa doch das Blut sein? - Merket ihr noch nichts? - O ihr Blinden und Tauben! - O das Blut, das Blut, das ist dem Verstande freilich wohl stark im Wege! Denn je weniger Blut im Kopfe, desto heller der Verstand. Darum die echten Gelehrten auch nicht selten aussehen wie unglückliche Geister. - Aber das Herz muß Blut haben! Dem kann es nicht gleichgültig sein, ob Blut oder kein Blut. Denn des Herzen Leben ist das Blut! Was wird demnach doch das Blut sein? - Jetzt spitzet eure Ohren und höret: Das Blut ist hier vollkommen dasselbe, was das Wasser ist - also schon wieder: Liebenur mit dem Unterschiede, daß darunter verstanden jene Liebe, die von euch in euren Herzen ins Leben aufgenommen wird, zu eurer ewigen Belebung - also wie vom Leibe die Nahrung, die da sämtlich dem Wasser entstammt, aufgenommen und in ihm verkehrt wird zum nährenden und alle Leibesteile belebenden Blute. Also hätten wir auch das Blut! - Aber nun kommt noch der Geist. - Was etwa der Geist hier ist? - Doch, wir wollen uns vor solchen kommenden Neuigkeiten nicht auf eine zu lange Folterbank spannen lassen; und so spitzet denn nun wieder eure Ohren und vernehmet, was ganz anderes Neues der Geist ist: Er ist schon wieder nichts, als was das Wasser und Blut waren, nämlich Liebe! Aber nur die lebendige, wesenhafte Liebe in euch, welche ist Mein Geist oder das sich ewig klar bewußte unvergängliche Leben in euch, das euer allereigentlichste Wesen selbst ist. Was ist aber demnach die Erde oder der Träger des Wassers, des Blutes und des Geistes? - Greifet euch bei der Nase, so habt ihr die Erde schon zwischen euren Fingern! Welcher Unterschied ist nun wohl zwischen Wasser, Blut und Geist, da alle drei eine und dieselbe Liebe sind? - Da sie eine und dieselbe Liebe sind, so werden sie ja doch wohl auch vollkommen eins sein?! Also damit wären wir auch im Reinen! - Aber jetzt kommen die drei großen Zeugen des Himmels, als der Vater, das Wort (der Sohn) und der Heilige Geist oder die ewige Liebe in Gott, oder das große lebendige Zeugnis, das da Fleisch geworden ist und hat unter euch gewohnt und wohnt im Geiste noch jetzt als der Heilige Geist aller Liebe und Wahrheit bei euch, unter euch, und so ihr es wollet auch allerlebendigst in euch! Sehet, da haben wir nun schon alles! - Nur der Himmel geht uns noch ab. Doch für so dumm will Ich euch nicht halten, daß ihr das nicht wissen solltet, daß unter dem Himmel verstanden wird, das ewige Liebeleben in Mir, dem heiligen, liebevollsten Vater! Sehet, nun habt ihr alles: Wasser, Blut, Geist; Vater, Wort und Heiligen Geist und die Erde und den Himmel! Und dieses alles, sage Ich euch, ist eine und dieselbe

Liebe. Darum haltet euch an die Liebe, so habt ihr alles! <HIGA II,S.61/8-19: Sinnbilder der Liebe und ihr “Hauptschlüssel”>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 66 →

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