Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Was Gewinn?”, sofern es heißt, man habe keinen Vorteil davon und auch keine Erhöhung. Daß Gewinn hier nicht nur Vorteil, sondern auch Erhöhung bezeichnet, oder “was Gewinn ist es”, daß man davon keinen Vorteil und keine Hoheit habe, beruht
darauf, weil dieses aus Begierde und aus Geiz gesagt wurde; denn die Erwerbsucht und der Geiz hat es in sich, daß er nicht bloß die ganze Welt besitzen, sondern auch um des Gewinnes willen einen jeden berauben, ja umbringen möchte, und auch um einer Kleinigkeit willen umbringen würde, wenn die Gesetze nicht im Wege stünden, und außerdem sieht ein solcher Mensch in dem Gold und Silber, das er besitzt, sich als den möglicherweise Größten an, mag er immerhin in der äußeren Form anders erscheinen. <HG 4751>
Gewinn bedeutet im allgemeinen alles Falsche aus dem Bösen, das die Urteile des Verstandes verkehrt, und weil dies bei denen stattfindet, die das Weltliche zum Zweck haben, deshalb werden durch die, welche eigenen Gewinn hassen, solche bezeichnet, die ohne weltlichen Zweck sind. Daß der Gewinn alles Falsche aus dem Bösen bedeutet, das die Urteile des Verstandes verkehrt und vom Wahren und Guten abzieht, kann jedem einleuchten, der darüber nachdenkt. <HG 8711>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 369 →
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