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Fleisch des Herrn – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Das Fleisch des Herrn ist das göttlich Gute. <HG 10033>

Das Fleisch des Herrn ist Sein Eigenes, welches das göttlich Gute der göttlichen Liebe ist. <HG 10283>

Daß das Blut des Herrn die Wahrheiten aus dem Guten, somit die Wahrheiten aus dem Herrn bedeutet, kann nicht leicht gefaßt und geglaubt werden von einem Menschen, der nichts vom geistigen Sinn des Wortes weiß. Und außerdem erscheint es als weit hergeholt, Wahrheiten vom Herrn zu verstehen anstatt Seines Bluts, aber dennoch wird unter dem Blut des Herrn im Himmel nichts anderes verstanden, weil der Herr dort das göttlich Wahre ist, vereinigt mit dem göttlich Guten; daher denkt niemand dort an Sein Blut und Fleisch. Das Denken daran nennen sie ein materielles, das sich bei ihnen nicht findet. Auch sagen sie, daß sie nicht wissen, daß Fleisch und Blut im Wort genannt wird und zwar deshalb, weil das, was dem Buchstabensinn des Wortes angehört, bei ihnen sich in Geistiges verwandelt, weil sie geistig und nicht natürlich sind, somit das Fleisch, wenn vom Herrn die Rede ist, in das göttlich Gute und das Blut in das göttlich Wahre, beides ausgehend vom Herrn. Daß das Fleisch und das Blut im Buchstabensinn des Wortes genannt werden, hat den Grund, damit man entsprechendes Geistiges im Himmel inne werden soll; denn alles Geistige läuft in Natürliches aus und hat in diesem seine letzte Grundlage. Daher läuft das Göttliche, das durch die Himmel hindurchgeht, in jenes aus und ruhet auf demselben, vergleichsweise wie das Haus auf seinem Fundament und dann ist es in seinem Vollbestand. Daher kommt es, daß das Wort im Buchstaben so beschaffen ist und daß das Fleisch und das Blut genannt werden. Aber doch wundern sich die Engel, daß der Mensch der Kirche, der Kraft des Wortes auch geistig werden kann, sich nicht über den Buchstabensinn erheben läßt, sondern vom Herrn und Seinem Fleisch und Blut nicht geistig, sondern materiell denkt. <EKO 30>

Sagten nun die Jünger: Herr und Meister, diese Deine Belehrung an uns ist wohl verständlich, - aber als Du einmal in Kapernaum, wo Dir so viel Volk aus allen Gegenden um Jerusalem nachgezogen ist, eine ähnliche Lehre vom Essen Deines Fleisches und vom Trinken Deines Blutes geredet hast, da war das offenbar eine harte Lehre, besonders für jene Menschen, die Dein einfaches und klares Wort

nicht so verstanden haben, wie es dem wahren Sinne nach zu verstehen war, darum denn damals Dich auch viele der damaligen Jünger verlassen haben! Wir selbst verstanden das anfangs nicht, nur der Wirt, der niemals ein eigentlicher Jünger von Dir war, hat uns die Sache verdolmetscht, und so wir nun jene Lehre mit dieser vergleichen, so besagt sie dasselbe, was Du nun wohl in höchster und handgreiflicher Klarheit gelehrt hast. - Haben wir recht oder nicht? Der Herr: Allerdings; denn Brot und Fleisch sind da eines und dasselbe, sowie auch Wein und Blut, und wer da in Meinem Worte das Brot der Himmel ißt und durch das Tun nach dem Worte, also durch die Werke der wahren, alleruneigennützigsten Liebe zu Gott und zum Nächsten, den Wein des Lebens trinkt, der ißt auch Mein Fleisch und trinkt Mein Blut. Denn wie das von den Menschen genossene natürliche Brot im Menschen zum Fleische und der getrunkene Wein zum Blute umgestaltet wird, so wird in der Seele des Menschen auch Mein Wortbrot zum Fleische und der Liebetatwein zum Blute umgewandelt. Wenn Ich aber sage: “Wer da ißt Mein Fleisch”, so ist damit schon bedeutet, daß er Mein Wort nicht nur in sein Gedächtnis und in seinen Gehirnverstand, sondern auch zugleich in sein Herz, das da - wie bereits gezeigt - der Magen der Seele ist, aufgenommen hat, und im gleichen auch den Liebetatwein, der dadurch nicht mehr Wein, sondern schon das Blut des Lebens ist; denn das Gedächtnis und der Verstand des Menschen verhalten sich zum Herzen beinahe geradeso, wie der Mund zum natürlichen Magen. Solange das natürliche Brot sich noch unter den Zähnen im Munde befindet, ist es noch kein Fleisch, sondern Brot; wenn es aber verkaut in den Magen hinabgelassen und dort von den Magensäften durchmengt wird, so ist es seinen feinen Nährteilen nach schon Fleisch, weil dem Fleische ähnlich. Und ebenso ist es auch mit dem Weine oder auch mit dem Wasser, das sicher auch den Weinstoff in sich enthält, da ohne das Wasser, welches das Erdreich zur Ernährung aller Pflanzen und Tiere in sich birgt, die Rebe erstürbe. Solange du den Wein im Munde behältst, geht er nicht ins Blut über; aber im Magen wird er gar bald in dasselbe übergehen. Wer demnach Mein Wort hört und es in seinem Gedächtnisse behält, der hält das Brot im Munde des Seele. Wenn er im Gehirnverstande darüber ernstlich nachzudenken anfängt, da verkaut er das Brot mit den Zähnen der Seele; denn der Gehirnverstand ist für die Seele das, was die Zähne im Munde für den Leibmenschen sind. Ist vom Gehirnverstande Mein Brot, also Meine Lehre, verkaut oder als volle Wahrheit verstanden und angenommen, so muß sie dann auch von der Liebe zur Wahrheit im Herzen aufgenommen werden und durch den festen Willen in die Tat übergehen. Geschieht das, so wird das Wort in das Fleisch und durch den ernstfesten Tatwillen in das Blut der Seele, das da ist Mein Geist in ihr, umgestaltet, ohne das die Seele so tot wäre wie ein Leib ohne das Blut. Der ernstfeste Tatwille aber gleicht einer guten Verdauungskraft des Leibmagens, durch die der ganze Leib gesund und stark erhalten wird; ist aber die Verdauungskraft des Magens schwach, so ist der ganze Leib schon krank und schwach und siecht selbst bei den besten und reinsten Speisen.

Ingleichen geht es der Seele, in deren Herzen der Wille zur Tat nach der Lehre ein mehr schwacher ist. Sie gelangt nicht zur vollen, gesunden, geistigen Kraft, bleibt so halb hin und halb her, gerät leicht in allerlei Zweifel und Bedenken und fängt bald die eine und bald eine andere Kost zu prüfen an, ob sie ihr nicht besser und stärkender anschlüge. Aber es ist damit der einmal schon schwächlichen Seele dennoch nicht völlig geholfen. “Ja”, aber fraget ihr nun in euch, “ist denn einer schwächlichen Seele dann auch nicht mehr völlig zu helfen?” O ja, sage Ich. <JE IX,73/1-7>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 198 →

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