Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Und wie ein großer Berg, mit Feuer brennend” bedeutet die Liebe zu sich und daher zur eigenen Einsicht. Dies erhellt aus der Bedeutung des mit Feuer brennenden Berges, sofern er die Selbstliebe und daher die Liebe zur eigenen Einsicht bezeichnet. Daß diese Liebe durch jenen Berg bezeichnet wird, beruht darauf, daß durch Berg im Wort die Liebe in beiderlei Sinn bezeichnet wird, nämlich himmlische Liebe und höllische Liebe; ebenso durch Feuer. Hier aber wird von den Bösen gehandelt, die von den Guten getrennt und in die Hölle geworfen werden sollen, bei diesen wird durch jene Liebe alles Wahre ins Falsche verkehrt; diese Wirkung, die durch den ins Meer geworfenen Berg entstand, wird im Folgenden beschrieben, denn durch den ins Meer geworfenen Berg, wovon der dritte Teil des Meeres zu Blut wurde, wird bezeichnet, daß im natürlichen Menschen alles zum Falschen des Bösen wurde. Hieraus kann erhellen, daß hier durch den großen mit Feuer brennenden Berg die Selbstliebe und daher die Liebe zur eigenen Einsicht bezeichnet wird; alle eigene Einsicht kommt auch wirklich aus der Selbstliebe. Der Grund, warum durch den Berg die Liebe in beiderlei Sinn bezeichnet wird, ist, weil die Engel des dritten Himmels, die in der himmlischen Liebe sind, auf Bergen in der geistigen Welt wohnen; wenn daher der Berg gesagt wird, so wird dieser Himmel verstanden, und gemäß den Denkvorstellungen der Engel, die von Personen und Orten absehen, wird das verstanden, was den Himmel macht, somit die himmlische Liebe. Daß aber Berg im entgegengesetzten Sinn die Selbstliebe bezeichnet, kommt daher, weil diejenigen, die in der Selbstliebe sind, fortwährend auf Berge zu steigen begehren, um sich denen gleich zu stellen, die
im dritten Himmel sind; weil sie in ihrer Phantasie damit umgehen, so wollen sie dies auch, wenn sie außerhalb der Höllen sich befinden, erstreben. Daher kommt es, daß durch Berg im entgegengesetzten Sinn die Selbstliebe bezeichnet wird. Mit einem Wort, die, welche in der Selbstliebe sind, trachten immer nach hohen Dingen; so kommt es, daß sie nach dem Tod, wo alle Zustände der Liebe in Entsprechendes sich verwandeln, sich in ihrer Phantasie hoch aufschwingen, und wähnen, wenn sie in der Einbildung sind, sie seien auf hohen Bergen, während sie doch körperlich in den Höllen sind. Daher kommt es, daß die, welche aus Babel stammen, und mit einer solchen Liebe behaftet sind, daß sie nicht bloß über die ganze Erde, sondern auch über die Himmel herrschen wollen, im Wort Berge genannt werden, und auch von ihnen gesagt wird, daß sie auf einem Berg sitzen und auf die Höhen der Wolke steigen. <EKO 510>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 169 →
NEUOFFENBARUNG