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Adam – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Denn es ist die Älteste Kirche, von der im 1.Mose 2/7 die Rede ist und Adam heißt; so bedeutet es, der Mensch sei vom Boden (Home [=Mensch] von humus [=Boden], gerade wie im Hebräischen Adam [=Mensch] von Adamah [=Boden]), oder er sei Mensch geworden aus einem Nicht-Menschen, durch die Wiedergeburt des Herrn. Dies ist des Namens Ursprung und dies des Namens Bedeutung. <HG 313>

Der Name Adam kommt nicht als Eigenname vor und steht nicht in der Einzahl sondern in der Mehrzahl und wird dem Mann als auch der Frau beigelegt; beide zusammen heißen der Mensch. Adam bedeutet nicht den ersten geschaffenen Menschen, sondern steht für die Älteste Kirche. <HG 478>

Adam heißt Boden, d.h., daß der Mensch vom Boden genommen und vom Herrn wiedergeboren worden sei. Und nachher, nachdem er himmlisch geworden, daß er Mensch sei vor anderen infolge des Glaubens aus der Liebe zum Herrn. <HG 479>

Unter Adam oder den Menschen wird verstanden die Urkirche, die ein himmlischer Mensch war, und ein Innewerden hatte, wie keine Kirche nach ihr, daher sie auch eine Ähnlichkeit des Herrn war. <HG 1013>

In der Grundsprache gibt es zwei Worte, die den Menschen bedeuten, das eine ist Adam und das andere Enosch: unter dem Menschen, der Adam genannt wird, wird der Mensch der himmlischen Kirche verstanden, aber durch den Menschen, der Enosch genannt wird, wird der Mensch der geistigen Kirche verstanden. <HG 7120>

Weil das Rote die Beschaffenheit einer Sache in Ansehung des Guten bedeutet, darum bedeuten auch die Namen und die Sachen, die nach ebendemselben Wort in der Grundsprache genannt werden, das Gute aus dem alles Wahre herkommt. Rot in der Grundsprache heißt “Adam”, daher hat Adam seinen Namen und daher kommt auch Edom, und deshalb wird auch der Mensch Adam genannt “der Boden Adama” und “der Rubin Odam”; somit stammen diese Namen und diese Sachen von Rot her. Durch Adam wird die Älteste Kirche bezeichnet, eine Kirche, die im Guten der Liebe war. Das gleiche wird durch den Menschen und das gleiche durch den Boden im geistigen Sinn, wo vom himmlisch Guten gehandelt wird, bezeichnet. <EKO 364>

Wie die Geschichte von der Schöpfung des Himmels und der Erde, die vom ersten Kapitel des ersten Buches Mose an bis dahin, wo von der Sündflut gehandelt wird, enthalten ist, zu verstehen ist, kann niemand wissen, außer durch den geistigen Sinn, der bis ins einzelne im Buchstabensinn liegt; denn die Geschichte von der Schöpfung vom Garten in Eden, von den Nachkommen Adams bis zur Sündflut ist nicht wirkliche, sondern gemachte Geschichte, gleichwohl aber höchst heilig, weil die einzelnen Sinne und die einzelnen Worte darinnen Entsprechungen sind und daher geistige Dinge bedeuten. Dies kann jeder, der einige Schärfe des Verstandes besitzt, aus der Schöpfungsgeschichte im ersten Kapitel erkennen, die mit dem Lichte beginnt, während die Sonne noch nicht vorhanden ist, und aus mehreren anderen Umständen, wie auch aus der Schöpfung der Eva, der Gattin Adams aus einer Rippe desselben, ferner aus den zwei Bäumen im Paradies, und aus dem Verbote, daß sie nicht essen sollten vom Baum der Erkenntnis des Guten

und Bösen, und daß sie gleichwohl von der Schlange verführt wurden und davon aßen, obwohl sie die Weisesten waren. Ferner daraus, daß Jehovah solche Bäume mitten in den Garten pflanzte und duldete, daß sie von der Schlange verführt wurden, von dem verbotenen Baum zu essen, was Er doch hätte abwenden können, und endlich, daß durch das bloße Essen von diesem Baum das ganze Menschengeschlecht zum ewigen Tode verurteilt wurde. Wer sieht nicht, daß dies im Widerspruch steht mit der göttlichen Liebe und mit der göttlichen Vorsehung und Voraussicht, abgesehen von vielem anderen, was nur ein blinder Verstand einfältig glauben kann. Gleichwohl schadet es nicht, wenn diese Dinge von Kindern und Einfältigen nach dem buchstäblichen Sinn geglaubt werden, weil diese Geschichten, wie das übrige im Wort, die menschlichen Gemüter mit den Gemütern der Engel verbindet, denn die Engel sind im geistigen Sinn, während die Menschen im natürlichen Sinn sind. Was aber jene Geschichten im geistigen Sinn in sich schließen, soll nun mit wenigen Worten gesagt werden: Im ersten Kapitel wird von der neuen Schöpfung gehandelt, d.h. von der Errichtung der Kirche, welche die Älteste Kirche auf unserem Erdkörper war, und auch die vortrefflichste von allen, denn es war eine himmlische Kirche, weil sie in der Liebe zum Herrn stand. Daher waren die Angehörigen dieser Kirche die Weisesten, und standen in einer fast unmittelbaren Gemeinschaft mit den Engeln des Himmels, durch die sie vom Herrn Weisheit erhielten. Und weil sie in der Liebe zum Herrn waren und Offenbarungen aus dem Himmel erhielten, und weil sie die geoffenbarten göttlichen Wahrheiten sogleich im Leben anwendeten, so waren sie in dem gleichen Zustand, in dem die Engel des dritten Himmels sind, deshalb besteht auch dieser Himmel hauptsächlich aus den Menschen jener Kirche. Diese Kirche ist unter Adam und seinem Weibe zu verstehen, aber durch den Garten in Eden wird ihre Einsicht und Weisheit bezeichnet, und auch durch alles beschrieben, was von diesem Garten erzählt wird; wenn man es nämlich im geistigen Sinn versteht; und in welcher Weise diese Weisheit bei ihren Nachkommen verlorenging, wird durch das Essen vom Baum der Erkenntnis beschrieben; denn durch die beiden Bäume in der Mitte des Gartens wird das Innewerden vom Herrn und das Innewerden von der Welt her bezeichnet: durch den Baum des Lebens das Innewerden vom Herrn, und durch den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen das Innewerden von der Welt her, das jedoch an sich nur ein Erkennen und ein Wissen ist. Durch die Schlange aber, die sie verführte, wird das Sinnliche des Menschen bezeichnet, was unmittelbar mit der Welt in Gemeinschaft steht; deshalb wird unter ihrer Verführung durch die Schlange die Verführung durch das Sinnliche verstanden, das alle seine Wahrnehmungen aus der Welt und nichts aus dem Himmel empfängt. Die Menschen der himmlischen Kirche sind nämlich so beschaffen, daß sie alles Wahre und Gute vom Herrn durch das Einfließen in ihr Inneres empfangen, weshalb sie das Wahre und Gute so schauen, als ob es ihnen gleichsam eingepflanzt wäre, und nicht nötig haben, es auf dem mittelbaren Weg durch Nachdenken zu erlernen und ihr Gedächtnis damit zu bereichern. Daher stellen sie keine Vernunft-Erörterungen an, ob sich etwas so oder anders verhalte, denn wer das Wahre in sich

schaut, der denkt nicht erst darüber nach, ob es möglich sei; denn ein solches Denken schließt den Zweifel in sich, ob es sich wirklich so verhalte. Deshalb reden sie auch niemals vom Glauben, denn der Glaube deutet immer auf etwas Unbekanntes hin, das man glauben muß, obwohl man es nicht sieht. Daß die Menschen der Ältesten Kirche so beschaffen waren, wurde mir aus dem Himmel offenbart; denn es wurde mir erlaubt, mit ihnen zu reden und mich zu unterrichten, wie man aus mehrerem ersehen kann, was von den Menschen jener Kirche in den Himmlischen Geheimnissen berichtet wurde. Man wisse aber, daß ihnen keineswegs verboten war, sich Erkenntnisse des Guten und Bösen aus dem Himmel zu verschaffen, denn durch solche Erkenntnisse wurde ihre Einsicht und Weisheit vervollkommnet; auch war es ihnen nicht verboten, Erkenntnisse des Guten und Wahren von der Welt her zu erwerben, denn dadurch bekam ihr natürlicher Mensch Kenntnisse. Aber verboten war ihnen, diese Erkenntnisse auf dem mittelbaren Wege zu schauen, weil ihnen verliehen war, alles, was in der Welt vor ihren Augen erschien, auf dem unmittelbaren Weg durch das Innewerden zu sehen. Auf diesem unmittelbaren Weg die Welt und was darinnen ist, anschauen und daraus Erkenntnisse schöpfen, heißt, sie aus dem Lichte des Himmels empfangen und anschauen, und dadurch ihre Beschaffenheit erkennen; deshalb konnten sie auch durch Erkenntnisse aus der Welt die himmlischen Wahrheiten bestätigen und dadurch ihre Weisheit verstärken. Dagegen war es ihnen verboten, ihre Erkenntnisse aus der Welt auf dem mittelbaren Wege anzuschauen, was geschieht, wenn man aus ihnen Schlüsse über die himmlischen Dinge zieht, somit in einer verkehrten Ordnung, welche Ordnung von den Gelehrten die Ordnung des physischen oder natürlichen Einflusses genannt wird, der in Beziehung auf himmlische Dinge nicht möglich ist. So geartet wurden die Menschen der Ältesten Kirche, als sie anfingen, das Weltliche mehr zu lieben als das Himmlische und sich wegen ihrer Weisheit zu erheben und zu rühmen; daher wurden ihre Nachkommen sinnliche Menschen, und alsdann verführte sie ihr Sinnliches, was unter der Schlange verstanden wird, und dieses Sinnliche will auf keinem anderen Weg als auf dem mittelbaren in der Erkenntnis fortschreiten. Dies ist es daher, was bezeichnet wird durch den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, von dem zu essen ihnen verboten war. Daß es ihnen erlaubt war, sich Kenntnisse aus der Welt zu verschaffen und sie auf dem unmittelbaren inneren Wege zu schauen, wird dadurch bezeichnet, daß Jehovah Gott allerlei Bäume, lieblich anzuschauen und gut zum Essen, hervorwachsen ließ aus der Erde, denn durch die Bäume werden die Erkenntnisse und inneren Wahrnehmungen bezeichnet, durch lieblich zum Anschauen wird bezeichnet, was der Verstand begehrt, und durch gut zum Essen wird bezeichnet, was zur Nahrung für das Gemüt dient. Die Erkenntnisse des Guten und Bösen vom Herrn her, wodurch sie Weisheit erlangten, und die Erkenntnisse des Guten und Bösen von der Welt her, wodurch sie ihr Wissen erlangten, wurden durch den Baum des Lebens und durch den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen in der Mitte des Gartens vorgebildet. Daß ihnen erlaubt war, sich von allen Seiten Erkenntnisse anzueignen, sowohl

vom Himmel als von der Welt her, wenn sie nur nicht in verkehrter Ordnung vorgingen, indem sie vom Weltlichen aus über das Himmlische urteilten, statt vom Himmlischen aus über das Weltliche zu urteilen und zu schließen, wird dadurch bezeichnet, da Jehovah Gott ihnen gebot, von allen Bäumen des Gartens zu essen, aber nicht von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Daß sonst ihre Weisheit aus dem Himmel und ihre Kirche zugrunde gehen werde bei ihnen, wird durch die Worte bezeichnet: welches Tages du davon issest, wirst du des Todes sterben. Essen im geistigen Sinn bedeutet, sich aneignen. Daß das Sinnliche sie verführte, weil es der Welt am nächsten steht und daher alles Angenehme und Liebliche aus der Welt empfindet, wodurch es in Sinnestäuschungen gerät und das Himmlische unbeachtet läßt und auch verwirft, wird durch die Schlange bezeichnet. Die Schlange bedeutet das Sinnliche, aber nicht ein anderes, sondern ihr eigenes. Die Schlange ist auch der Teufel und Satan, weil das Sinnliche in Gemeinschaft mit der Hölle steht und eins mit ihr ausmacht; denn in dieser wohnt alles Böse des Menschen in seinem ganzen Umfang. Und weil der Mensch aus seinem Sinnlichen nach Sinnestäuschungen urteilt, und aus dem Lustreiz der weltlichen und fleischlichen Triebe, und zwar mit Gewandtheit und List, deshalb wird gesagt: die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Jehovah Gott gemacht hatte; die Tiere des Feldes bezeichnen im geistigen Sinn die Neigungen des natürlichen Menschen. Weil nun das Sinnliche meint, daß die Weisheit durch Kenntnisse aus der Welt erworben werde und durch die natürlichen Wissenschaften, aber nicht durch den Einfluß vom Herrn aus dem Himmel, darum sagte wegen dieser Unkenntnis und Sinnestäuschung die Schlange zum Weibe: ihr werdet nicht sterben, sondern Gott weiß, daß, welches Tages ihr davon esset, eure Augen geöffnet werden und ihr sein werdet wie Gott, indem ihr das Gute und Böse erkennt; denn der sinnliche Mensch glaubt, daß er alles wisse und nichts ihm verborgen sei, ganz anders wie der himmlische Mensch, der weiß, daß er nichts aus sich, sondern alles aus dem Herrn weiß, wie auch, daß das, was er weiß, so wenig ist, daß es im Vergleich zu dem, was er nicht weiß, fast für nichts zu achten ist. Ihre Nachkommen aber glaubten sogar, sie seien Götter und wüßten alles Gute und alles Böse; aber wegen ihres Bösen konnten sie das himmlische Gute nicht erkennen, sondern nur das irdische und körperliche Gute, was doch an sich nicht gut ist; dagegen aus dem himmlischen Guten kann der Mensch das Böse erkennen. Daß die Neigung des natürlichen Menschen, nachdem sie von seinem Sinnlichen beredet war, glaubte, durch das Wissen von Kenntnissen aus der Welt könne man sich die Einsicht über die Dinge des Himmels und der Kirche verschaffen, wird dadurch bezeichnet, daß das Weib sah, der Baum sei gut zum Essen und lieblich für die Augen, und begehrenswürdig, um Einsicht zu erlangen. Durch das Weib wird hier die Neigung des natürlichen Menschen bezeichnet, die ihre Wünsche aus dem Sinnlichen empfängt und diese Neigung ist von solcher Beschaffenheit. Daß diese Neigung auch das Vernünftige verführte, wird dadurch bezeichnet, daß das Weib von der Frucht des Baumes nahm und aß, und auch ihrem Manne davon gab, und daß auch dieser aß. Durch den Mann des Weibes

wird das Vernünftige bezeichnet. Daß sie sich jetzt des Wahren und Guten beraubt sahen, wird dadurch bezeichnet, daß nun die Augen beider geöffnet waren und sie selbst erkannten, daß sie nackt waren. Die Nacktheit, über die man errötet, bedeutet die Beraubung der himmlischen Liebe und daher auch des Guten und Wahren, und daß sie sich alsdann mit dem natürlich Wahren bekleideten, damit sie nicht von den himmlischen Wahrheiten entblößt erschienen, wird dadurch bezeichnet, daß sie Feigenblätter zusammennähten und sich Schürzen machten. Der Feigenbaum bedeutet den natürlichen Menschen und seine Blätter das wißtümlich Wahre. Ferner wird beschrieben, wie beschaffen ihr Sinnliches geworden sei, nämlich, daß es sich ganz vom Himmel abgewendet und zur Welt hingewendet habe und dadurch nichts Göttliches aufnahm: dies wird durch die Verfluchung der Schlange bezeichnet; denn das Sinnliche im Menschen kann nicht umgebildet werden, daher wird es nur entfernt, wenn der Mensch umgebildet und wiedergeboren wird, weil das Sinnliche am Körper haftet und für die Welt da ist, und daher die Lustreize derselben als etwas Gutes empfindet und auch so nennt. Deshalb wird gesagt, der Weibessame werde ihr (der Schlange) den Kopf zertreten, und sie werde ihm die Ferse verletzen. Unter dem Samen des Weibes wird der Herr verstanden, durch den Kopf der Schlange wird alles Böse bezeichnet, und durch die Ferse des Herrn das göttlich Wahre in seinem Letzten, was bei uns der Buchstabensinn des Wortes ist. Diesen verkehrt und verfälscht der sinnliche Mensch oder das Sinnliche im Menschen, und verletzt ihn dadurch. Daß aber der buchstäbliche Sinn Schutz gewährt, auf daß der Herr nicht anders, als durch die Erscheinungswahrheiten angegangen werde, somit nicht durch die echten Wahrheiten von solchen, die im Bösen sind, wird durch die Cherube bezeichnet, die mit der Flamme des zuckenden Schwertes vor dem Garten Eden aufgestellt wurden, um den Baum des Lebens zu bewachen; aber dieses und das übrige in diesen Kapiteln, sehe man erklärt in den Himmlischen Geheimnissen.<EKO 739>

Der Herr: Durch die erzählte Erschaffung des ersten Menschen wird dargestellt die vollendete Menschwerdung oder die Überkommung der vollkommenen Kindschaft Gottes. Wurde wirklich nur ein Menschenpaar, wie die Genesis anzeigt, oder wurde auf der Erde sogleich eine Menge Menschen von verschiedener Farbe, Gestalt und Charakter gesetzt? So dem Menschen die Weisheit der Engel eigen ist, wird er aus dem rein Geistigen in rückgängiger Entsprechung ins Naturmäßige hinaus auch die ganze natürliche Schöpfung auf ein Haar aus dem finden, was Moses in seiner Genesis sagt, und die Entstehung des ersten Menschenpaares fällt nahe in dieselbe Zeit, und sein Probung und seine Fortpflanzung am Ende bis auf Weniges, in entsprechende Bilder Eingehülltes, gerade in der Ordnung also folgt, wie es im weiteren Verlaufe der Genesis erzählt und dargetan wird. <JE I,162>

Adler (fliegender) Adler bezeichnet Vernünftiges des Menschen, und wenn es von Gutem ausgesagt wird, wahres Vernünftiges; aber wenn von Bösem falsches Vernünftiges oder Vernünfteleien bedeutet. <HG 3901>

Der Adler bedeutet das Vernünftige in Ansehung des Wahren, weil das Vernünftige des Menschen seinen Himmel ausmacht, und das Natürliche im Vergleich damit, wie die Erde ist; denn das Vernünftige macht den inneren Menschen aus und das Natürliche den äußeren Menschen. <HG 8764>

“Und das vierte Tier glich einem fliegenden Adler” bedeutet im Letzten die Erscheinung der göttlichen Wache und Vorsehung in betreff der Einsicht und Umschau überallhin. Dies erhellt aus der Bedeutung des Adlers, sofern er die Einsicht bezeichnet, hier die göttliche Einsicht, welche die Wache und Vorsehung des Herrn ist. Daß der Adler die Einsicht bedeutet, kommt daher, weil die Einsicht im Licht des Himmels ist, und der Adler hoch fliegt, um dort zu sein, und überallhin umschaut. Daher kommt es, daß dieses Angesicht des Cherubs gleich einem fliegenden Adler erschien, denn fliegen bedeutet die Gegenwart und die Umschau ringsumher, und wenn vom Göttlichen die Rede, die Allgegenwart. Daß der Adler die Einsicht bedeutet, kommt auch daher, weil die Vögel des Himmels im guten Sinn das Verständige und Vernünftige bedeuten, und zwar der Adler vor anderen, weil er nicht nur hoch fliegt, sondern auch einen scharfen Blick hat. Im entgegengesetzten Sinn bezeichnet der Adler das Falsche, das aus eigener Einsicht stammt. <EKO 281>

Und weil dieser Cherub einem Adler glich, und dieser wie fliegend erschien, soll auch gesagt werden, was durch fliegen im Wort bezeichnet wird. Durch fliegen wird bezeichnet Umsicht und Gegenwart, aus dem Grund, weil ein fliegender Vogel aus der Höhe überallhin blickt, und so durch sein Sehen überall und ringsumher gegenwärtig ist. Wenn aber im Wort fliegen von Jehovah gesagt wird, bedeutet fliegen die Allgegenwart, weil die Allgegenwart eine unendliche Umschau und eine unendliche Gegenwart ist. Dies ist der Grund, warum dieser Cherub einem fliegenden Adler gleich schien; denn durch die Cherube wird im allgemeinen die Vorsehung des Herrn bezeichnet, daß in die oberen Himmel kein Zugang stattfindet, außer aus dem Guten der Liebe und Liebtätigkeit, und durch diesen Cherub die göttliche Einsicht, wie gleich oben gezeigt wurde. Daß durch fliegen im Wort, wenn vom Herrn die Rede, die Allgegenwart bezeichnet wird, und wenn vom Menschen, Umsicht und Gegenwart, kann aus mehreren Stellen erhellen. <EKO 282>

Es gibt Menschen, die sobald sie nur das Wahre hören, augenblicklich inne werden, daß es wahr ist; diese werden in der geistigen Welt durch Adler vorgebildet. <WCR 42>

Der Herr und alle, die an Ihn glauben, sind die Adler, die das Aas, das glaubenslose Pharisäertum, aufzehren werden. <JE IX,71/4,5>

Matth.24/28: Wo ein Aas ist, da versammeln sich die Adler. Wer ist denn das “Aas” nun auf dieser Welt, vor dem sie sich ihre Nüstern verstopft und es sie ekelt, wenn man von diesem Aase spricht? - Dieses Aas habe Ich leider die Ehre selbst zu sein! Wer sind denn die freilich wohl etwas selten gewordenen “Adler”? - Das sind die wenigen ganzen Liebhaber Dessen, Der euch hier dieses kundgibt! Diese wenigen Liebhaber haben ein scharfes Gesicht und eine scharfe Nase; oder sie haben ein tiefes lebendiges Gefühl und demzufolge eine untrügliche Urteilskraft, was zusammengenommen ist der lebendige Glaube. Warum versammeln sich denn die Adler, wo ein Aas ist? - Weil ihnen ihr Instinktgefühl sagt: “Da gibt es für uns eine lebendige Kost!” Darum fliegen sie denn auch hin und sättigen sich zur Übergenüge. Also wissen es auch Meine wahrhaftigen Verehrer und Liebhaber, daß Ich ein wahres Brot des ewigen Lebens bin, und dieses Brot ist Meine Liebe; diese genießen sie in vollen Zügen und ernähren sich dadurch zu einem Leben, das ewig nimmer von ihnen genommen wird. Also wissen es auch Meine wahrhaftigen Verehrer und Liebhaber, daß Ich eine wahres Brot des ewigen Lebens bin, und dieses Brot ist Meine Liebe; diese genießen sie in vollen Zügen und ernähren sich dadurch zu einem Leben, das ewig nimmer von ihnen genommen wird. Also weiß es der Hungrige, daß er essen muß vom wahren Brote, wenn er gesättigt werden will. Wird er aber auch satt, so ihr ihm statt des Brotes ein Kochbuch zu lesen geben möchtet? Oder was wird ein Adler in kurzer Zeit für ein Gesicht machen, so ihr ihn fangen und dann einsperren möchtet in eine Rumpelkammer? Wird er sich wohl sättigen an den verschimmelten und vermoderten Gegenständen? - Sicher nicht; er wird darinnen schwach werden, und der Tod wird über ihn kommen! Also geht auch ihr nicht in die Kammern, darinnen wohl ein Aas des Todes, ein Aas Balaams (Baals), ein Aas des Heiden- und Götzentums modert, sondern flieget mit den Adlern hinauf in die Höhe, und ihr werdet leicht gewahr, wo da Aas ist, das euch Leben bringt! Die Höhe ist die reine Erkenntnis Meines Wortes, und das Aas ist das lebendige Wort, das der Welt zum Ekel geworden ist, und das die Welt flieht wie Pest, wo die dasselbe wittert. Wollt ihr das erfahren, so fanget nur an, mit einem Weltmenschen Nr. 1 über die Bibel und dann Nr. 2 gar über die Möglichkeit eines inneren, lebendigen Wortes aus Mir zu reden, so wird er euch im besten Falle fürs Narrenhaus zeitig finden; oder wenn es etwas schlimmer geht, so wird er euch sogleich als staatsgefährliche Narren publik machen, und es wird bei euch hoch an der Zeit sein, sich aus seiner Sphäre zu begeben. <SCHTXT 14/14-22>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 20 →

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