JESUS: "Ich lebte von Meiner Geburt an in Zuständen, welche dem Hochmut, dem Stolz, der Faulheit, dem Eigendünkel, dem Größenwahn, der Selbstsucht, der Eitelkeit und allen menschlichen Untugenden eine Wehr zu Mir setzten.
Ich aß einfache Speisen, arbeitete was nötig war, kleidete Mich wie gewöhnliche Menschen, verkehrte mit allen ruhig und vertraulich, half, wo zu helfen nötig war, hütete Mich vor jedem unnützen Worte, gab nie den Impuls zum Lachen und Scherzen, belehrte die Menschen, wie sie leben und sich gegen Gott und ihren Nächsten zu betragen haben, war höflich, wo Höflichkeit am Platze war, aber auch ernst und still, wo dies die Umstände erheischten. Niemand sah Mich als erwachsenen Menschen lachen und Scherzen, sondern stets mit Würde den Menschen gegenüber stehend. Den jungen Frauenzimmern, welche Meine schöne Gestalt und der Wohlton der Rede anzog, begegnete Ich ernst, daß sich keine getraute, ihr Inneres, in ihren äußeren Gebärden zu äußern, sondern man betrachtete Mich als einen Sonderling, dessen Geist nicht zu erfassen war. Mit Männern der Vernunft und Weisheit verkehrte Ich zwar gern, aber Ich ließ Meine Geistesblitze nicht leuchten, sondern war bescheiden, hörte zu und fand eine richtige Aufklärung zu geben. Nie sagte Ich: "Du weißt nicht das Rechte", sondern Ich sagte: "Ich meine aber, daß es so richtig ist", und sehet, diese Bescheidenheit gewann Mir die Herzen der erfahrenen und weisen Männer, und sie fanden es für gut, Mich bei allen Beratungen heranzuziehen, um auch Mein Urteil zu hören.
So lebte Ich von Meinem 12 bis zum 30. Lebensjahre, und ich möchte, daß auch ihr so leben tätet, damit ihr in Meinen Fußstapfen wandeln würdet, um damit Meiner Vollkommenheit — als Vater — nachzukommen."
Franz Schumi, Aus "Die Rechtfertigung vor Gott"
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