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255.  Von der Auferweckung des Lazarus

255.
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29. Oktober 1881
Joh. 11

Meine lieben Kinder!

Soeben habt ihr von der Auferweckung des Lazarus gelesen, wo Ich weinte, da Mich der Tote so sehr bewegte, weil er auch seine Verwandten dadurch in Trauer versetzte, welche aber ihre Hoffnung auf Meine Hilfe bauten.
Sehet, auch heute noch lasse Ich Mich gerne um Meine Hilfe bei dem Anblick geistig Toter anrufen; wenn nämlich solche zu Mir kommen, welche aus Liebe zu denselben wünschen, daß Ich helfen solle.
Heute noch segne Ich die Worte, die Martha im Glauben aussprach: "Herr wärest Du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben!"
In diesen Worten des Glaubens und Vertrauens liegt ein sehr großer Segen; denn wo Ich weile, kann kein geistiges Absterben stattfinden.
Es ist hier wohl zu bedenken, daß, wenn Ich auch den freien Willen bei dem Menschen ehre, Ich doch ein Einfließen bis auf einen gewissen Grad ausübe, und dieser Grad kann durch eure Fürbitte erhöht werden.
In diesem Punkte liegt für euch noch ein Geheimnis, das ihr bis jetzt noch nicht begreifen könnet, weil es mit der Beschaffenheit Meines Wesens verbunden ist; da sollet ihr eben als vertrauensvolle Kinder dem Vater glauben, und auch in diesem Punkte suchen eure Liebe auszudehnen, bis ihr einst zum Schauen gelanget, wie eure seligen Geschwister, welche eben darum euch so anhaltend ermahnen (beim vom Herrn direkt veranlaßten Verkehr mit ihnen) ins Gebet einzudringen.
Ihr habt Ursache genug dazu; denn der geistige Totengeruch ist euch nicht mehr fremd, da in dieser Beziehung beinahe die ganze Erde ein Leichenfeld bildet, wo auch ihr ( bei dieser Betrachtung ) an der geistigen Wiedergenesung der Menschheit zweifeln könnet.
Hier gilt die Einladung: "Komm oh Jesu, komme bald!" (als Retter und Auferwecker ). Auf dieses Rufen will Ich kommen; denn ob Ich schon auf halbem Wege bin, so zögere Ich doch noch immer, damit Ich sehnlicher erwünscht, und also doch wenigstens würdig empfangen werde, mit dem (rechten) Glauben an Meine Macht und Hilfe, gleichwie es bei den Schwestern des Lazarus der Fall war, die Mich als den Herrn über Leben und Tod erkannten.
Wie sollte es denn auch anders sein, als daß Mein Erbarmen die Höhe erreicht, die die Toten durch ein Allmachtswort ins Leben ruft! Darum ist auch jetzt die Zeit da, von der geweissagt ist: "Ich will Meinen Geist reichlich ausgießen!" ( siehe Nr. 36 ). Verzaget daher nicht, wenn ihr rufet: "Komm, oh Jesu, komme!" Wisset es ist im Stillen mehr Vorbereitung als ihr wähnet zu Meiner Aufnahme als Vater getroffen.
Überall fühlen sich Seelen krank und suchen Hilfe gesund zu werden. Viele, viele Seelen haben keine Ruhe mehr und suchen einen Arzt; aber sie wissen nicht denselben zu finden, bis ihnen der Weg gezeigt wird, auf welchem sie Mich (den wahren Heiland) als Vater fassen können. (Nr. 37).
Der Vatername erweckt Zutrauen bei ihnen; darum sollet ihr nicht verzagt sein, sondern fortfahren, noch viele mit demselben bekannt zu machen, und wenn ihr eine Seele zu wenig von Mir begnadigt glaubt, da dieselbe noch ganz geistig tot ist und ihr Mir Vorwürfe machet: "Wärest Du hier gewesen, so wäre dieser nicht gestorben," so wisset, daß Ich auch solche wieder auferwecken kann, gleich wie Ich Lazarus auferweckte.
Zweifelt also nicht länger an der großen Auferstehung der toten Menschheit, sondern freuet euch auf Meinen Besuch, Der Ich euch noch über bitten und Verstehen Meine Liebe und Macht beweisen will.

Amen! Euer Jesus-Vater!

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