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Die ewige Verdammnis

Alle christlichen Kirchen und Sekten anerkennen die ewige Verdammnis. Diese haben materiell lebende und daher materiell die Bibel lesende Menschen auf Grund des toten Buchstabensinnes aufgebracht und das schon im alten Testament.

    Denket euch, der große Prophet Samuel, durch den Ich, Jehova, das jüdische Volk regierte und richtete, mußte vor der Martha von Endor aus der Hölle emporsteigen, damit der König Saul glaubte, es sei richtig Samuel, aber wie stieg Samuel empor? Die Frau schrie auf: Einen Gott sehe ich heraufsteigen! – Ja, wenn Götter als vollendete Kinder Gottes in der Hölle wohnen, dann müßte auch Gott in der Hölle statt im Himmel wohnen. So wäre Ich ein Höllengott und kein himmlischer Vater.

    Sehet, die Juden glaubten fest, daß ihre Patriarchen, Propheten und Vorfahren in der Hölle (oder Vorhölle), da sie die geistige Sprache der Entsprechungen nicht mehr gut verstanden, der Erlösung durch Messias warten, also mußte ja dann Samuel aus der Erde, wo die bösesten Teufel der dritten Hölle sind, emporsteigen! –

    Meine lieben Kinder! Ihr seid doch mit der Vernunft und dem Verstand begabt, in euren Herzen throne Ich, der Geist Gottes der Liebe, in eurem Gehirn die Weisheit, somit habet ihr alles von Gott erhalten, um glücklich zu werden, wenn ihr die Gebote der göttlichen Liebe erfüllet.

    Nun frage Ich euch: Schaffet ihr mit der vollbewußten Absicht Kinder auf die Welt, um sie unglücklich, ja um sie auf ewig unglücklich zu machen!?

    Ihr werdet staunen, daß Ich euch eine solche absurde oder abstoßende Frage stelle, die selbst der verkommenste Mensch mit entrüstetem Nein! beantworten wird, – und sagen: Kinder schafft man in der Liebe, Kinder haben alle Eltern gern, sie opfern sich doch das ganze Leben hindurch auf, um ihre Kinder glücklich zu machen, wie kann man dann eine solche unsinnige, jeder Logik bare Frage stellen!?

    Sehet! Wenn ihr eine solche Antwort mit vollgültigen Belegen der Wahrheit gebet und doch bloß einen schwachen Schein von Meiner göttlichen Weisheit habet, wie könnet ihr bei Gott Eigenschaften voraussetzen, die nur einem argen Höllenteufel Ehre machen könnten!?

    Der Mensch wird auf der Erde geboren, er ist dann das Schicksalskind der Erziehung von Seite der Eltern, Kirche, Schule, Gesellschaft und des Staates. Er weiß nur das, was ihm diese beigebracht haben. Wenn aber diese nicht nach göttlichen Geboten und Lehren leben, ja selbe nicht einmal richtig verstehen, – weil die echte Lehre Gottes mit Menschensatzungen nach dem mißverstandenen Buchstaben oder aus anderen Gründen vermischt ist, und daher nicht richtig verstanden wird, wie kann dann das Kind, das in falscher Lehre und daher in falscher Erziehung und von schlechten Beispielen getäuscht, groß geworden, und daher ganz gegen den Willen Gottes als des geistigen Vaters, geraten ist, auf ewig verstoßen werden? Ich frage: Wie kann die ewige Liebe und Barmherzigkeit Gottes ihn doch auf ewig dafür verdammen, obwohl er unschuldig an seiner Verziehung und Verbildung ist!?

    Ich, der himmlische Vater, wußte doch alles von Ewigkeit her, was aus dem einen oder anderen wird, und Ich bin es, Der ihn auf die Welt stellte, folglich wäre doch Ich in erster Linie schuld daran, daß das Kind durch falsche Erziehung sich reif für einen Höllenteufel herangebildet hat, da Ich ihn ohne sein Wissen und Willen auf die Welt stellte.

    Da aber dies die reinste Wahrheit ist und Ich, Gott, eigentlich sein wahrer Vater bin, wie kann man dann denken, daß Ich ihn unschuldig in die ewige Verdammnis als Ewigverdammten stoßen könnte! Wie kann man dann annehmen, daß Ich, der himmlische Vater, Mein unschuldiges Kind auf ewig in den Höllenqualen braten und peinigen werde!? Mit solchem Irrglauben, aus den falsch, weil materiell ausgedeuteten Worten der Bibel, macht man Mich, den himmlischen Vater, zum reinsten Satan oder Bluttyrann der ärgsten Hölle! –

    Meine lieben Kinder! Könnet ihr glauben, daß Ich, euer geistiger Vater, die unendliche ewige Liebe und Barmherzigkeit, zugleich aber auch der unendliche ewige Haß und die Rache gegen euch bin!? Saget mir: Könnet ihr diesen Widerspruch anders definieren als: Gott und Satan ist ein und dasselbe Wesen? Und Ich frage weiter: Kann die ewige Liebe und ewiger Haß und ewige Barmherzigkeit mit der ewigen Rache in einer Person vereint sein? – Ihr werdet antworten: Nein, das ist unmöglich! Und das sage euch bestimmt auch Ich, Jesus, euer himmlischer Vater – und zwar so unmöglich, als Holzfeuer im Wasser brennen machen.

    Es gibt zwar eine ewige Verdammnis, aber nicht Ewigverdammte, wie Meine göttliche Offenbarung in der christlichen Theosophie lehrt. – Der Mensch, der unglücklich auf der Welt gelebt und sich zu einem Höllengeist emporgebildet hat, kommt zwar in die Gesellschaft solcher Teufel, wie er selber ist, aber er wird hin und wieder belehrt, nimmt er es an, so kommt er in das untere Paradies, wo es ähnlich zugeht, wie auf der Welt, und da wird er belehrt, was er tun soll, um sich emporzuarbeiten usw. Nimmt der die Lehre nicht an, so bleibt er lange, lange Jahrhunderte in seiner Hölle, endlich verschwindet er blitzschnell und er ist schon reïnkarniert oder wieder ins Fleisch eingezeugt auf Erden, und da fängt er sein Karma oder Lebenswandel in der Reïnkarnation wieder an, und so wird wieder eine Probe mit ihm gemacht, ob er jetzt vernünftiger leben und nach Göttlichem streben wird. Bei solcher Einzeugung waltet nur Meine göttliche Liebe des Vaters und diese läßt nicht früher nach, bis einmal der Mensch ein vernünftiges Leben zu führen beginnt, darum wird er entweder öfters reïnkarniert, oder er bemüht sich im Geisterreich vorwärts zu kommen, dann braucht er nicht wieder reïnkarniert zu werden.

    Sehet, Meine lieben Kinder, so steht es mit der ewigen Verdammnis. Gott ist die ewige Liebe und nicht der ewige Haß oder die ewige Rache, darum habet eine gute Meinung von Mir, eurem himmlischen Vater Jesus, betrachtet Mich nur als liebenden Vater und nicht als Satan, was entschieden der Fall ist, wenn ihr euer falsches Verständnis von der ewigen Verdammnis nicht fallen lasset und letztere nach dem Urgrundlichte der göttlichen Liebelehre auffasset und als wahr und richtig betrachtet.

    So lange der Mensch seinen Sünden nach lebt, kann er freilich nicht aus der ewigen Verdammnis zu Mir, seinem Vater in den Himmel kommen, wenn er aber anfängt, seine Untugenden, Leidenschaften und Laster zu unterdrücken und auszumerzen, dann entfernt er sich von der Hölle und nähert sich dem Himmel, und wenn er reif dafür ist, kommt er auch hinein, und mit der Zeit in den Kinderhimmel, allwo Ich der Vater unter Meinen Auserwählten throne. Es wird aber der eine oder der andere einwenden: Wenn Gott von Ewigkeit im voraus wußte, was aus einem reïnkarnierten Menschen wird, warum läßt Er ihn dort reïnkarnieren (oder wieder ins Fleisch als Mensch treten), wo er verdirbt und neuerdings ein Teufel wird? Diesem Einspruch wird damit begegnet, daß Ich, Gott, als euer Vater mit dem Menschen Erbarmen habe und ihm ein wenig Erholung auf Erden gönne. – Einmal wird er schon das Rechte finden.

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