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Das Geheimnis der Zahlen

Das Geheimnis der Zahlen

Leitwort des Herrn: "Nichts ist so rein und lauter wie die Z a h I ." (EQ 229,28.)

Einfältige Bibelleser nehmen die Zahlenangaben der Schrift meist als Mengenwert. Wird diese Annahme auch noch begründet, dann ist eine Sektenmeinung fertig, und die Wahrheit muss sich dann inzwischen solange hinter dem Isisschleier verbergen, bis das irrende Gemüt für höheres Licht empfänglich geworden ist. Die moderne Bibelforschung scheint – Dank sei dem Vater alles Lichtes – heute bereits über die naive Bibelauffassung hinausgewachsen, während manche Sekten noch immer im kindlichen Buchstaben-Glauben verhaftet bleiben.

Hier einige Zitate aus offiziellen Bibelwerken:

"Jeder Bibelleser weiß jedoch, dass die Zahlen der Schrift nur selten als exakte Angaben verstanden sein wollen, dass sie vielmehr Bedeutungen angeben und nach ihrem geistlichen Sinne aufgefasst werden müssen. "
"Bildatlas zur Bibel ", Bertelsmann, 1957/ Seite 31)
" Über den reinen Zähl- und Mengenwert hinaus haben die Zahlen in der Heiligen Schrift aber vielfach noch eine besondere inhaltliche, sinnbildliche Bedeutung. Sie ist bei vielen Zahlen ganz eindeutig, bei anderen nicht so klar erkennbar. … Die mögliche oder eindeutige symbolische Bedeutung einer Zahl braucht darum auch keineswegs ihre sachliche Bedeutung und Richtigkeit auszuschließen; beides kann sehr wohl nebeneinander stehen (vgl. etwa die häufigen Zeitabschnitte von 40 Tagen, z.B. 2 Mose 24,18; Matth 4,2; Apg 1,3)."
(Brockhaus: "Lexikon zur Bibel" S. 1553)
Auch die neue Einheitsübersetzung der "Heiligen Schrift", herausgegeben im Auftrag der Bischöfe Deutschlands u.a. Staaten, des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands und des Evangelischen Bibelwerkes in der BRD, erkennen die Tatsache der Symbolbedeutung biblischer Zahlen.
In mehreren Fußnoten wird auf die Zahlen-Bedeutung eingegangen, die ich im nächsten Abschnitt unter den entsprechenden Ziffern anführen will.
Hier nur zwei bemerkenswerte Stellen aus dem "Neuen Testament" der Einheitsübersetzung:
"Im Stammbaum Jesu mit den 3 mal 14 Generationen verbirgt sich eine Zahlensymbolik: Die Buchstaben dienen im Hebräischen zugleich als Ziffern; zählt man die Buchstaben des Namens David zusammen, so ergibt sich die Zahl 14." (Einheitsübersetzung, Fußnote zu Mt 1,17)
"Im Griechischen und Hebräischen dienen die Buchstaben auch als Ziffern. Man kann also den Zahlenwert der Buchstaben eines Namens zusammenzählen." (Einheitsübersetzung / zu Offb 13,18)
Lange vor der theologischen Aufgeschlossenheit bezüglich der Sinnbedeutung der Schrift wurden die Geheimnisse der inneren Bedeutung der Zahlen den Kabbalisten aus der Urzeit mündlich und teilweise schriftlich überliefert. Die vielen uneingeweihten Christen wussten davon nichts. Erst mit den Offenbarungen des Herrn durch Jakob Böhme, Emanuel Swedenborg und Jakob Lorber wurden den einfachen Gläubigen die Geheimnisse der Zahlen kund gegeben.

So spricht der Herr durch Swedenborg :

"Die Zahlen im Gottworte bedeuten Dinge (AR 10) und bezeichnen die Beschaffenheit einer Sache und nicht die Zahl (AR 287,364)" "Die multiplizierten Zahlen bezeichnen Ähnliches wie die einfachen. "(HG 5291,5335)
"Daher bedeuten die Zahlen im Worte die Qualität und nicht die Quantität."(AB 336)
"In der Geisterwelt schließt jede Zahl eine Sache in sich. … Ich (Swedenborg) war begierig zu wissen, was sie bedeuten, und es wurde gesagt, dass sie herkommen aus der Engelsrede. … Die Zahlen erscheinen nicht im Himmel, sondern in der Geisterwelt, wo sie sichtbar dargestellt werden. Dies Geheimnis wussten die Uralten, .. und hatten daher eine kirchliche Rechnung durch Zahlen gebildet, durch welche sie in allgemeiner Weise das ausdrückten, was durch Worte in besonderer Weise ausgedrückt wurde. (HG 5265)
"Im Himmel gibt es Schriften, die nur aus Zahlen gebildet sind, und Geheimnisse in sich schließen, welche nicht in Worten ausgedrückt werden können. (HH 263. HG 5265)
Die Urväter um Henoch, wie auch die späteren ausgewanderten Urvölker des fernen Ostens, die Ägypter und Hebräer, kannten die geheime Sprache der Zahlen. Selbst die Juden zur Zeit Jesu wussten, teilweise noch durch die Kabbala, von der Zahlenmystik. In der hebräischen Sprache hat jede Hieroglyphe ihren bestimmten Zahlenwert.
In der neu erschienenen "Papus-Kabbala" können Wissensdurstige darüber Aufschluss finden. Doch für uns Christen ist dieses Wissen kein Beitrag zu größerer Seligkeit. Trotzdem will ich hier einige Zitate aus jüdischer Zahlen-Lehre anführen:
"Die in den Zahlen und Buchstaben ausgedrückten Ideen sind unbestreitbare Realitäten. Diese Ideen verketten und vereinigen sich wie die Zahlen selbst. In logischer Weise geht man von einem zum anderen über." (S 28)
So schrieb Eliphas Levi : Dieses erreichbare Erkennen der Gottheit, gegliedert nach den zehn Ziffern, aus denen sich alle Zahlen zusammensetzen, enthält die ganze Methode der kabbalistischen Philosophie. " (S 32)
" Das Alphabet und die zehn Zahlzeichen – gibt es etwas Elementareres? Man füge noch die Zeichen für die vier Kardinalpunkte am Himmel oder die vier Jahreszeiten hinzu – und man hat das Buch Henochs seinem Hauptinhalte nach! Aber jedes Zeichen ist das Sinnbild einer absoluten und wesentlichen Idee. Die Gestalt jeder Ziffer und jedes Buchstabens hat ihren mathematischen Grund und ihre hyroglyphische Bedeutung. Die Ideen, die unzertrennlich mit den Zahlen verknüpft sind, folgen je nach Addition, Multiplikation, Division usw. den Zahlenoperationen und erreichen so deren Genauigkeit. Das Buch Henoch ist also die Arithmetik der Gedanken. " (S 34-35 aus "Papus, Die Kabbala", Ansata-Verlag, 1975)
Dem Lorber-Kenner wird das oben erwähnte "Buch Henoch" besonders auffallen. Dazu möchte ich folgende Bemerkung einflechten:
Wie der Herr durch Lorber kundgibt, wurde die Lehre der Urzeit unter dem Hohepriester Henoch der Nachwelt überliefert. (Man vgl. Ev 5/281,3; WCR 202; HGt 2/142, 3-4; und die Anmerkung in der "Menge-Bibel" zum Judasbrief 14 f)
Dieses gesammelte Schrifttum der Patriarchen wurde unter den Namen "Sanahscritt" (die heilige Schrift), "Seant ha vesta" (= euer Heil) und "Seant hiast elli" (=die heilige Geschichte Gottes) den Nachkommen überliefert. (HGt 3/192)
Später wurden diese Urschriften als "Kriege Jehovas" , von Noah über die Sintflut gerettet, den Semiten übergeben. (Vgl. Ev 1/154,18; DT 16,7)
Diese "Kriege Jehovas" sind heute noch bei den Bewohnern Tibet' s und der Tatarei in Mittelasien erhalten (WCR 279).
Teilweise sind sie unter den Namen "Sanskrit" oder "Zenda vesta" bekannt. (EM 76). So befinden sich in Mittelasien (Himalaya, Lhasa) heute noch reine Offenbarungen aus der Henoch-Zeit , die damals mittels Hieroglyphen auf Steinplatten eingeritzt wurden. (AR 11, LS 101-103, WCR 279, HGt 1/169,6 fund EM 76).
Moses, der Kenner der Ursprache, nahm teilweise die Henoch-Urschriften in seinem 6., 7. und Anhangs-Buch auf. (Vgl. Ev 7/3,7 und 12,17; Ev 4/129,7; ffi-I 237.) Im 4. Moses-Buch, Kap. 21,14 und 27, wie im Jos 10,13 und 2. Sam 1,18 findet man Hinweise auf vorbiblische Offenbarungen.
Die Pharisäer enthielten ihren Gläubigen diese Urschriften vor, und sonderten sie von den übrigen Mosesbüchern. Daraus entstand die "Kabbala". (Vgl. Ev 6/216,6.ff; 221,5; 223,6 : Ev 9/124,3; Ev 10/203,11)
Im Laufe der Zeit wurde dieses Schrifttum verändert, verschlüsselt und schließlich war zur Zeit Jesu nur noch die "Kleine Kabbala", ein verstümmeltes Restwerk der Henoch-Urschrift, vorhanden (Vgl. DT 11,46-48).
Erst mit der Neuoffenbarung des Herrn durch Jakob Lorber wurde im Werk "Haushaltung Gottes" die verschollene Uroffenbarung Henochs neu kund gegeben Wörtlich bestätigt dies der Herr in "Erde und Mond" Kap. 76.
Wer jedoch die Einzelheiten genauer (mit Quellenangaben versehen) nachgewiesen finden will, der sei auf meine Schriften Nr. 11 (Das Urwort Gottes) und Nr. 34 (Und Gott spricht dennoch) verwiesen.
Demnach können Lorber-Leser in der HGt im ganz neuen Kleide die Urlehre der Kabbalisten entdecken. Es ist beglückend zu wissen, dass die Kundgaben der Neuoffenbarung durch Swedenborg und Lorber eigentlich die Urschriften aller Weltreligionen und Kulturen in deutscher Sprache enthalten. Den buchstaben- und zahlenkundigen NO-Freunden wird mit diesem Elementarwissen die Tür in die urältesten Mysterien göttlicher Weisheit geöffnet.
Selig die Eintretenden, beglückend das Licht, welches erwachte Geistaugen im Neuoffenbarungs-Werk erschauen dürfen. Nicht eine Wissensbereicherung wird im nachbiblischen Gottwort geboten, sondern gerade das Gegenteil: hier wird vom Leser ein inneres und äußeres Mittun gefordert, ein verständiges Gemüt, welches aus dem Quell unendlicher Gottweisheit schöpfen, denken und urteilen gelernt hat!
Unser Freimachen von eigener Meinung und Begründung, unser Ledigwerden vom menschlich-äußeren Denken, Wollen, Fühlen und Wissen öffnet und erweckt die eingeschlafene Seele und trägt Gottes Bewusstsein in die stille Herzenskammer.
Mit der göttlichen Intelligenz aber fließt auch die Liebe ein, und das Urleben des Vaters, das wir Christen die Wirkung des "Heiligen Geistes" nennen. –
So wird Jesus Christus unser Lehrmeister, macht uns zum Beherrscher der Buchstaben und Zahlen, der Schrift und des Lebens. Hier lehrt uns Gott Selbst die hohe Arithmetik (Zahlenlehre, Rechenkunst) der Himmel.
Lauschen wir vorerst den buchstäblichen Kundgaben des Vaters durch Lorber !

So lautet das Geheimnis der Zahlen:

"Meine Ordnung und Mein System ist ein ganz anderes als das der Menschen, die da zählen eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn; bedenken aber nicht dabei, dass jede dieser Zahlen nur eine Grenzmarke einer Unendlichkeit ist. Was aber zwischen eins und zwei und drei und so fort liegt, das bedenken sie nicht!" (HG I 175,8)
"Jede Zahl hat einen unerschöpflichen entsprechenden geistigen Grundsinn. Aus diesem Grunde will Ich euch zeigen, dass die Zahlen, Jahre, Tage, Stunden und Minuten im Geiste durchaus nicht das bezeichnen, als was sie dastehen, sondern die Weisheit des Geistes ist eine andere als die des irdischen Verstandes. .. (GS 2/45,12.20.)
Nehmen wir also die Zahlen nicht mehr buchstäblich, entdecken wir hinter den Zeichen die Wunder göttlicher Liebe und Weisheit! Erkennen wir, dass die Jahreszahlen der Urväter und Kinder nicht immer ihr persönliches Alter vorstellen, sondern die Beschaffenheit ihres Zustandes (V gl. Fußnote des Herrn durch Lorber in HGt 1/38,20).
Auch der erleuchtete Böhme erkannte diese Tatsache, und der Herr spricht durch ihn zu uns :
"Der Verstand wird in Gott geboren, nicht auf den Schulen aus Kunst, wiewohl wir die nicht wollen verachten; denn so die Kunst in Gott geboren wird, so ist sie ein zehnfältiges Mysterium, denn sie erreicht allezeit die zehnte Zahl im Witze, … denn sie kann aus vielen Zahlen eine machen. .. (Seel.Fr.38,20)
"Der Geist Gottes redet bloß von seinem Mysterio, und lässt die Zahlen stehen. … Es hat keine Kreatur Gewalt darüber, sie zu offenbaren. … Darum haben Propheten und auch Christus, alle in Gleichnissen geredet. .. (Letzte Zeit 1/87 f)
Der Leser stellt hier die Frage: "Wie kann der Glaube aus den vielen Zahlen eine machen ?" Vielleicht entdeckt der Frager im folgenden Zitat des Herrn durch Lorber selbst die Antwort.

So spricht der Herr:

"Die große u n b e k a n n t e Z a h I bin Ich Selbst." (Hg I /291,7)
Das Göttliche Ich in Jesus Christus ist also die "große unbekannte Zahl", die alle anderen Zahlengeheimnisse enthält.
Heißt das nicht mit anderen Worten: nur der Vater kann über unseren Geist die Geheimnisse der Zahlen enthüllen? Öffnen wir uns deshalb dem Einstrom des Göttlich-Einen ! Lassen wir einfließen den Geist der Heiligkeit! Und wir werden finden, schauen und erkennen, was hinter den einfachen Zeichen an unendlicher Gottfülle steckt, die nur darauf wartet, bis ein Einfältiger die Bande äußerer Buchstaben und Ziffern löst.
In diesem innigen Worterleben wird der Beschauer der Zeichen die heilige Zahl als Gott Selber erkennen, und erleben die Fülle aller Wunderzeichen.
Dann erst werden sich die Widersprüche in den Zahlen des Buchstabenwortes von selbst verlieren, und der Herr braucht nicht mehr einen Lehrmeister im Außenwort abgeben, wie dies Christus in der Lorberkundgabe "Natürliche Sonne" noch tun musste (Man vgl. NS 69,3 f. und 65,12.)
Gotthingebende Demutsliebe erweckt das Mysterium aller Zahlen zu einer lebendigen Gottsprache, die auch der äußere Mensch verstehen und begreifen kann.
In ehrfurchtsvoller Andachtsstimmung empfand auch Eckehart von Hochheim das heilige Geheimnis der Zahlen, welches hier als Schlusswort des Vaters stehen soll:
"Nichts ist so rein und lauter wie die Zahl." (BQ 229,28.)
"Alles, was Zahl ist, das hängt vom E i n e n ab, und das Eine hängt von nichts ab. Gottes Reichtum, Weisheit und Wahrheit sind ganz und gar Eins in Gott. … Gott hat alles, was Er hat im Einen, es ist Eins in Ihm." (BQ 254,24f)
" Tausend Engel sind in der Ewigkeit nicht mehr an Zahl als zwei oder einer, denn in der Ewigkeit gibt es keine Zahl.. sie ist jenseits aller Zahl. " (BQ 338,25 f)

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