5) „Mich dürstet!“ Wonach? Nach dem Leben, das Ich Selbst ursprünglich von Ewigkeit SELBST bin, und das Ich in so reichlicher Fülle von Urbeginn an ewig zahllose Wesen verschenkt habe!
6.) Also nach diesem Leben dürstet Mich! Endlos vielfach ist dieses Leben in den Tod übergegangen. Ich kam, um es dem Tode zu entreißen. Darum dürstete Mich gar sehr im Augenblick der großen Erlösung nach diesem verschenkten Leben; aber der Tod hatte so sehr Überhand genommen, das ihn das ewig lebendige Blut der Liebe nicht zu erwecken vermochte!
7.) Als ich verlangte zu trinken das Leben, da gab man Mir aber dennoch nicht das Leben, sondern man gab Mir zu trinken den Tod! Essig und Galle war der Trank; Essig als das Symbol des Zusammenziehenden und Verhärtenden, und die Galle als das Symbol des Hasses, Zornes und Grimmes.
8.) Dieses Bild ist klar und deutlich dargestellt, und wir wollen sehen, wie es fürderhin für unsere Sache taugt.
9.) Sehet, also rufe Ich zu aller Welt, wie zu euch, fortwährend: „Mich dürstet!“, oder was ein und dasselbe ist: „Liebet Mich, gebet Mir zu trinken eure Liebe! Liebet Gott über alles und euren Nächsten wie euch selbst! Das ist das Wasser des Lebens, danach Mich in euch dürstet.“
10) Frage: Reichet ihr Mir wohl dieses Wasser? Oder reichet ihr mir nicht vielmehr auch Essig und Galle?
11.) Das wenige, das Ich von euch verlange, ist nichts als die Liebe und die Tat danach. Wenn ihr aber anstatt der wahren, lebendigen Liebetat nur leset und dabei nichts tut, außer was eurem Weltsinne so oder so zusagt, – Frage: Ist das nicht Essig mit Galle, das ihr Mir anstelle des lebendigen Wassers reicht? Ja, Ich sage euch: Je mehr ihr zusammenleset und dabei aber nichts tut, als was euch nach eurem Sinne weltlich erfreut, desto saurer wird der Essig und desto bitterer die Galle.
12.) Es heißt dann freilich: „Es ist vollbracht!“ Aber was? – Mein eigener Kampf um euch; denn mehr kann Ich nicht tun, als euer Schöpfer, Gott und Herr und das ewige Leben Selbst, euren Tod auf Mich zu nehmen!
13.) Das aber Ich nicht getötet werden kann in Meinem ewigen Geiste, das braucht keiner weiteren Erklärung. Nur den Kampf für euer Leben kann Ich bis zur endlos höchsten Stufe treiben. Aber da ihr selbst endlich seid, so muss auch dieser Kampf irgendein möglich höchstes Ziel haben. Ist dieses Ziel erreicht, dann ist der Kampf vollbracht, von Mir aus betrachtet, – aber nichtsdestoweniger etwa auch bei euch, die ihr Mir, dem vollbringenden Kämpfer um euer Leben, aus lauter Dankbarkeit statt des lebendigen Liebewassers nur Essig mit Galle reichet.
14.) Es ist freilich vollbracht; aber nicht für euch, sondern leider nur für Mich Selbst, oder: Ich habe für euch alles getan, was nur immer in der Göttlichen Möglichkeit steht; darum habe ich Mein Werk um euch vollbracht. Aber tut auch ihr danach, dass dieses Werk in euch vollbracht wäre?
15] 0 ja, – ihr leset fleißig, ihr schreibet auch fleißig, Ihr besprechet euch auch gern von Mir; aber wenn Ich sage: ,,Widmet Mir an Stelle eurer gewissen Weltgedanken und an Stelle eurer so manchen Welterheiterungen nur eine volle Stunde am Tage; heiliget sie dazu, dass ihr euch in derselben mit nichts als nur mit Mir in eurem Herzen abgebet!", – oh, da werdet ihr hundert Anstände für einen finden, und hundert weltliche Gedanken werden sich um einen einzigen schwachen geistigen wie ein Wirbelwind drehen!
… und so weiter… Gott erwähnt hier bloß, dass wir IHM schon etwas mehr Raum in unserem Leben geben dürften für das, was ER für uns vollbracht hat!
Auch Paulus sagt das gleiche:
»Darum wollen wir Gottes herrliche, unverdiente Güte rühmen und preisen, die wir durch Jesus Christus, seinen geliebten Sohn, erfahren haben. Denn durch das Sterben Jesu am Kreuz sind wir erlöst, sind unsere Sünden vergeben. Und das verdanken wir allein Gottes unermesslich großer Gnade, mit der er uns so reich beschenkt hat.«
(Brief des Paulus an die Epheser, Kapitel 1, Vers 7 nach der Übersetzung "Hoffnung für alle")
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