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Maria Magdalena — die erste am Grab

In dem Berichte des Johannes über die Auferstehung hat, der großen Wichtigkeit dieser grundlegenden Heilstatsache gemäß, jedes Wort nächst seinem natürlichen Sinn auch eine tiefe geistige Bedeutung, und erst in diesem höheren Licht erkennen wir den ewigen Wert jener im reinen Geiste der göttlichen Liebe und Wahrheit gegebenen Schilderung des Lieblingsjüngers.

"Am ersten Tage nach dem Sabbat" — damit beginnt der Johannes-Bericht. Und da für die Juden mit diesem Tage eine neue Woche des Wirkens anbrach, so ist mit diesen Eingangsworten angedeutet, daß auch mit der Auferstehung Jesu Christi ein neues Sein und Leben der ganzen Schöpfung begann durch die Erschließung eines neuen Himmels. — "Siehe, Ich mache alles neu!"

Aber es war noch "früh morgens, als es noch dunkel war". Und nur einige wenige Seelen waren schon wach. Mit diesen verfügt sich Maria von Magdala zum Grabe des geliebten Herrn. Aber der Stein vor dem Grabe ist weggewälzt, das Grab ist leer. Und die Liebe Magdalenas, die noch am Äußeren, am Leiblichen hängt, ist aufs höchste bestürzt und eilt fassungslos nach Haus zurück zu Petrus, dem festen, verstandesklaren Glauben, und zu Johannes, der reinen, himmlischen Liebe: "Man hat den Herrn aus dem Grabe weggenommen — wir wissen nicht wohin!"

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