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143. Der fraglustige gottsuchende Hauptmann, Bekenntnis zum allein wahren Gott

  01] Das Morgenmahl aber dauerte bei einer Stunde lang, und es ward unter dem Essen viel geredet über allerlei Dinge.
  02] Ein Hauptmann aber, der auch bei der Bergbesteigung mit war, fragte zu Ende der Tafel einen von den drei ehemaligen Unterpriestern:
  03] »Höre du mich an! Siehe, wir haben eine Götterlehre, nach der es von Göttern wimmelt, wohin wir nur immer sehen mögen;
  04] ich aber habe noch nie etwas von einem Gotte gesehen, noch irgend wahrgenommen!
  05] Von tausend Dingen habe ich nicht selten geträumt, – aber von irgendeiner Gottheit nie!
  06] Wer aber kann von uns allen nun lebenden Menschen auftreten und gewissenhaft wahr bekennen: ,Ich habe den Zeus oder irgendeine andere Gottheit gesehen und gesprochen!‘?
  07] Nachdem wir aber doch auch ebensogut Menschen sind als die, welche in der Urzeit mit den Göttern sollen einen Umgang gehabt haben,
  08] so sehe ich da nicht ein, warum uns die Götter nun also im Stiche lassen und sich nicht im geringsten mehr um uns kümmern!
  09] Könntest du, als ein ehemaliger Priester, mir denn nicht davon irgendeinen haltbaren Grund angeben?«
  10] Der Unterpriester aber sprach: »Lieber Freund, ich bitte dich um alles in der Welt, frage du mich nur um solche höchst albernen Dinge nimmer!
  11] Unsere Götter sind nichts als reine Ephemeriden (Eintagsfliegen), die dem Sumpfe unserer Dummheit entstammen.
  12] Da wir aber in solcher unserer Dummheit nichts Besseres als unsere eigenen Sumpfgeburten erspähen mögen, so bevorzugen wir diese und stellen sie uns selbst als Götter vor,
  13] erbauen ihnen Tempel und beten dann in denselben die allernichtigsten Produkte unserer Dummheit an.
  14] Siehe, das sind die Götter, denen wir Tempel erbaut haben, und an denen Rom strotzt!
  15] Ja, es gibt wohl einen wahren Gott; dieser aber war allzeit heilig, und wir allerunreinsten Wesen in unseren Herzen können Ihn nicht erschauen, wohl aber Seine Werke!
  16] Willst du aber von diesem einen Gotte mehreres erfahren, da wende dich an jenen reinen Juden; der wird Ihn dich – ich schwöre es dir – sicher näher kennen lehren!«
  17] Mit diesem Bescheide war der Hauptmann zufrieden; denn er bekam gerade die Antwort, die er schon lange gesucht hatte.
  18] Und er bewegte sich auch hin zu Joseph und brachte ihm sein Anliegen vor.
  19] Und Joseph sprach: »Guter Mann, es hat alles seine Zeit! Wenn du reif wirst, wird es dir geoffenbart werden; darum begnüge dich vorderhand mit dieser Verheißung!«
143. Der fraglustige gottsuchende Hauptmann, Bekenntnis zum allein wahren Gott

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