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1. Die menschliche Dreieinheit

a) Gfr, S. 380 — Der Mensch ist nach den Lehren der Neuoffenbarung eine Dreieinheit von Geist, Seele und Leib. Der Leib ist in diesem Dreiklang von mehr untergeordneter, dienender Bedeutung. Er hat keine weitere Aufgabe, als der Seele und dem Geist ein Gefäß und taugliches Werkzeug zu sein, durch dessen Aufbau, Erhaltung und weisen Gebrauch die Seele unter Leitung des göttlich erleuchteten Geistes den willigen und gesegneten Dienst in der Ordnung Gottes lernen soll. Über die Wichtigkeit, daß der Mensch sich seines wahren Wesens bewußt wird, klärt der Herr einen bekehrten Pharisäer auf:

Das Leben des Menschen faßt in sich eine Fülle von Fragen, und es wäre kein Ende zu finden ohne Erleuchtung von oben. So ist auch das Verhältnis zwischen Leib und Seele ein tiefes Rätsel, und gerade heute ringt die Menschheit besonders um Licht in diesen Dingen. Können wir der Seele durch den Leib und dem Leib durch die Seele Heilung verschaffen? Was soll demnach geschehen, wenn der Leib in seiner Beschaffenheit und seinen Funktionen nicht in Ordnung ist? Was hat über diese Fragen der große Bote aus dem Reiche des Lichtes, Jakob Lorber, zu sagen? Wie kann dem kranken Menschen von geistigen Standpunkte aus geholfen werden?

b) GrEv III/24 (6-12,14) (NO, S. 190/191) — (DER HERR:) "Siehe, der Mensch ist ganz nach dem Ebenmaße Gottes erschaffen, und wer sich selbst vollkommen erkennen will, der muß wissen, daß er als ein und derselbe Mensch aus drei Persönlichkeiten besteht. — Du hast einen Leib, versehen mit den notwendigen Sinnen und mit den für ein freies, selbständiges Leben nötigen Gliedern und Bestandteilen. Dieser Leib hat zum Bedarf der Ausbildung der in ihm wohnenden Seele ein ganz eigenes Naturleben, das sich von dem geistigen Seelenleben in allem streng unterscheidet. — Auch die Seele ist ein vollständiger Mensch für sich, der seelisch substantiell die gleichen Bestandteile enthält wie der Leib und in höherer geistiger Entsprechung sich ihrer ebenso bedient wie der Leib seiner materiellen. — Obschon aber einesteils der Leib und andernteils die Seele zwei verschiedene Menschen oder Personen darstellen, von denen jede für sich eine ihr eigentümliche Tätigkeit ausübt, so machen sie im Grunde dennoch nur einen Menschen aus. — Es muß der Leib der Seele dienen und diese mit ihrem Verstande und Willen dem Leibe, weshalb die Seele für die Handlungen, zu denen sie den Leib benützt, ebenso verantwortlich ist wie für ihre eigenen, die in allerlei Gedanken, Wünschen und Begierden bestehen. — Wenn wir nun aber das Leben und Sein der Seele näher betrachten, so werden wir bald finden, daß sie als ein substantielles Leibmenschenwesen für sich um nichts höher stünde als die Seele eines Tieres, bei dem von einem Verstande und einer höheren, freien Beurteilung der Dinge und Verhältnisse keine Rede ist. — Dieses höchste, gottähnliche Vermögen im Menschen bewirkt ein rein essentiell geistiger, dritter Mensch, der in der Seele wohnt. Durch ihn kann die Seele Wahres vom Falschen und Gutes vom Bösen unterscheiden, völlig frei denken und wollen und sich — wenn sie sich mit ihrem freien Willen für das Wahre und Gute entscheidet — ihrem Geiste völlig ähnlich machen. — Obschon also ein im Geiste völlig wiedergeborener Mensch nur ein vollkommener Mensch ist, so besteht seine Wesenheit dennoch ewig fort aus einer wohl unterscheidbaren Dreiheit."

c) GrEv III/42 (4-6) — (Mathael zu dem bekehrten Suetal:) "Freund, wenn du das noch nicht weißt, daß in jeder Seele ein Geist alles Lebens wohnt, dann kannst du freilich wohl noch lange nicht das wahre Wesen des Menschen und dich selbst begreifen…

Die Seele ist ja nur ein Gefäß des Lebens aus Gott, aber noch lange nicht das Leben selbst; denn wäre sie das Leben selbst, welcher Prophet hätte ihr von der Erreichung des ewigen Lebens, wie umgekehrt von einem möglichen ewigen Tode etwas sagen können? Da aber die Seele erst auf dem Wege der wahren, göttlichen Tugend zum ewigen Leben gelangen kann, wie solches durch gar viele Beispiele erwiesen werden kann, so kann sie ja doch unmöglich selbst das Leben, sondern nur ein Aufnahmegefäß für selbiges sein.

Nur ein Fünklein im Zentrum der Seele ist das, was man Geist Gottes und das eigentliche Leben nennt. Dieses Fünklein muß genährt werden mit geistiger Kost, die da ist das reine Wort Gottes. Durch diese Kost wird das Fünklein größer und mächtiger in der Seele, zieht endlich selbst die Menschengestalt der Seele an, durchdringt die Seele endlich ganz und gar und umwandelt am Ende die ganze Seele in sein Wesen. Dann freilich wird die Seele selbst auch ganz Leben, das sich als solches in aller Tiefe der Tiefen erkennt."

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