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158. Gabriels Hinweis auf die Tätigkeit der Natur am Sabbat

01] In der Villa angelangt, befahl Joseph sogleich den vier ältesten Söhnen, bei den Tieren nachzusehen und sie zu versorgen und sodann sich bald zur Ruhe zu begeben.
  02] Und diese gingen eiligst und taten solches alles; aber sie kamen bald zurück und sagten zu Joseph:
  03] (Die Söhne Josephs:) »Vater, es ist wunderbar: die Rinder wie die Esel sind gefüttert und getränkt, und dennoch sind ihre Futterkörbe voll und die Wassereimer sind gestrichen voll! Wie ist das?«
  04] Und Joseph ging selbst nachzusehen und fand die Aussage der vier Söhne bestätigt.
  05] Da kehrte er zurück und fragte die noch anwesenden Jünglinge, ob sie solches getan hätten an einem Sabbate.
  06] Und die Jünglinge bejahten solches; Joseph aber sprach ganz bedenklich zu den Jünglingen:
  07] »Wie doch seid ihr Diener des Herrn und möget nicht heiligen den Sabbat?«
  08] Gabriel aber sprach darauf: »O du reiner Mann, wie kannst du denn eine solche Frage an uns stellen?
  09] Ist der heutige Tag nicht vergangen wie jeder andere?! Ist die Sonne nicht auf- und untergegangen wie an einem jeden anderen Gemeintage?! Ist heute nicht auch der Morgen-, Mittags- und Abendwind gegangen?!
  10] Als wir am Meere standen, hast du da nicht gesehen desselben regsamsten Wellengang?! Warum wollte es denn nicht feiern den Sabbat?
  11] Wie hast du denn heute gehen, essen und trinken mögen und holen den Atem – und hast nicht untersagt deinem Herzen zu schlagen?!
  12] Siehe, du sabbatängstlicher Mann, alles, was da in der Welt ist und geschieht, besteht ja allein durch die uns vom Herrn verliehene Tatkraft und wird von uns geleitet und regiert!
  13] So wir nun ruhen möchten einen Tag hindurch, sage, ginge da nicht sogleich die ganze Schöpfung zugrunde?!
  14] Siehe, also müssen wir den Sabbat nur durch unsere Tätigkeit in der Liebe zum Herrn feiern, aber nicht durch ein müßiges Nichtstun!
  15] Die wahre Ruhe im Herrn besteht sonach in der wahren Liebe im Herzen zu Ihm und in der unablässigen Tätigkeit darnach, zur Erhaltung der ewigen Ordnung.
  16] Alles andere ist vor Gott ein Greuel voll menschlicher Torheit.
  17] Dieses bedenke du wohl, und scheue dich an keinem Sabbate. Gutes zu tun, so wirst du dem Herrn deinem wie meinem Schöpfer, vollähnlich sein!«
  18] Auf diese Rede fielen alle Jünglinge auf ihre Angesichter vor dem Kindlein nieder und verschwanden darauf.
  19] Joseph aber grub diese Worte tief in sein Herz und war nachher nicht mehr so ängstlich an einem Sabbate.

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