GrEv V/169 — DER HERR: "Ich sage euch in leiblich-ärztlicher Beziehung, daß die Menschen ihr Leibesleben gut um ein Drittel verlängern würden, so sie sich statt ihrer ebenen Nachtlager gute Ruhebänke und Ruhestühle herrichten würden in der Art, wie du sie hier siehst! Denn mit den Ebenlagern erleidet der Blutstand und -gang zwischen Tag und Nacht eine zu starke Veränderung, von der allein schon frühzeitig allerlei Hemmnisse und Veränderungen in den Verdauungs- und Ernährungsorganen eintreten. Aber in dieser Nachtruheart auf Ruhestühlen wird alles viele Jahre in der größten Ordnung verbleiben.
Abraham, Isaak und Jakob schliefen alle nur in gewissen Ruhe- und Lehnstühlen, kannten keine Ebenlager und erreichten darum bei sonstiger Lebensnüchternheit ein sehr hohes Alter bei vollster Seelenkraft. Als aber später die Menschen nicht mehr darauf achteten, fiel ihre Lebenszeit mehr als um die Hälfte der Jahre herab.
Am meisten nachteilig aber ist das Ebenliegen den schwangeren Weibern; denn fürs erste werden dadurch die Kinder schon im Mutterleibe verkrüppelt und geschwächt, und fürs zweite rühren ihre schweren und oft sehr verkehrten Geburten zumeist von den Ebenlagern her. — Das sei euch in leiblich-gesundheitlicher Hinsicht gesagt! Wer sich danach kehren wird, der wird die leiblichguten Folgen davon verspüren.
Dann sollet ihr des Sommers die Nachtruhe auch wo möglich mehr im Freien als in den Gemächern und dumpfen Hütten nehmen — ihr würdet die guten Folgen davon bald wahrnehmen! Nur im Winter kann man die mäßig erwärmten, aber stets reinen und trockenen Gemächer benutzen. Wer also der ursprünglichen Ordnung gemäß und sonst in Speise und Trank nüchtern lebt, der wird wenig mit Ärzten und Apotheken zu tun haben."
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