Gott spricht immer wieder ….
Der Same zum Himmelreich ist das Wort Gottes
Auszüge aus der Geistigen Sonne empfangen durch Jakob Lorber
[GS 1.57.9]Du kannst nicht irgendwohin in einen Himmel kommen, sondern du mußt dir deinen Himmel selbst bereiten. Der Same zum Himmelreich ist das Wort Gottes; wer dasselbe in sich aufnimmt und darnach tätig wird, der hat dieses himmlische Samenkorn in sein Erdreich gelegt, und der Himmel wird aus ihm gleich einem Baume erwachsen.
[GS 1.57.10] Nun höre weiter! Als wir an das Tor des Palastes kamen, da sahst du dasselbe geziert, mit Diamanten, weil du das Wort in dir aufgenommen hast, und mit Rubinen, weil du nach dem Worte tätig geworden bist. Das waren somit noch lauter äußere Samenkörner. Der ganze Palast aber stellte dein gesamtes Leben dar und sonach das Tor mit den Diamanten und Rubinen, daß du dir den Eingang in dich selbst mittels des Wortes Gottes verschafft hast.
[GS 1.57.11] Wir gingen durch das Tor; was will das sagen? Siehe nichts anderes als: wir sind eingegangen in dein und euer aller Inneres, oder wir sind eingegangen in des Wortes inwendigen Sinn. Das Wort aber ist nicht etwa ein leeres Wort und ist nicht nur also wahr, als so jemand sagte: eins und eins sind zwei, sondern das Wort ist wesenhaft wahr! Und solches alles, was du hier erblickst, und noch unendlichfach Mehreres und Tieferes ist schon also in dem göttlichen Worte geschaffen vorhanden, wie da in einem einzigen Samenkorne eine zahllose Menge von Pflanzen oder Bäumen nebst ihren Früchten schon geschaffen vorhanden ist, nur mit dem Unterschiede, daß ein Samenkorn immerwährend dasselbe von sich gibt, was es in sich trägt, ohne eine besondere Formveränderung, während das Wort Gottes, als Same des Himmels, sich in einer unaussprechlichen Mannigfaltigkeit ausspricht. Warum? Weil das Wort Gottes ein vollkommener Same ist. – Ich meine nun, mein lieber Freund, wenn du dieses recht beachtest, so wirst du wohl mit der leichtesten Mühe diese gegenwärtige Erscheinung begreifen.
[GS 1.57.13] „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerem Schaugepränge, sondern es ist inwendig in euch.“ Ja, es wird mir jetzt gar manches klar. Ich fange auch an, zu begreifen, aus welchem Grunde du im obigen Scheinhimmel scheinbar einen Text des Apostels Paulus in den Johannes übertrugst. Der Paulus ist wohl auch eine Pforte, an welcher die Samenkörner des Wortes Gottes in der größten Prachtfülle angebracht sind, aber im Johannes, ja im ganzen Johannes leuchtet nun die Fülle der Gottheit in Christo wesenhaft hervor! Ich meine, Paulus spricht solches wohl in einem Texte aus. Das kommt mir vor wie ein Same. Johannes aber spricht solches in der Fülle aus, und das ist schon eine Pflanze. – Habe ich recht?
[GS 1.57.14] Der vermeintliche Tafeldiener spricht: Ja, du hast recht, und siehe, was du siehst, ist wohl der erste Trieb. Willst du das völligere Gedeihen dieses ersten Triebes erschauen, so gehe immer tiefer in deine dritte Phantasie ein, und du wirst bald die Früchte dieser herrlichen Anpflanzung in voller Reife ernten!
[GS 1.57.15] Unser Hauptredner spricht: Ja, lieber Freund, ja, du hast vollkommen recht; es geht mir hier wahrlich nichts mehr ab als mein alleiniger, von mir über alles geliebter Christus! Wenn ich nur Den einmal in meine Hand bekäme, da möchte ich meinem Herzen Luft machen, wie es sich nicht leichtlich jemand zu denken vermöchte.
[GS 1.57.16] Der vermeintliche Tafeldiener spricht: Bleibe nur in deiner Verfassung, denn ich sage es dir: Du bist dieser Luftmachung näher als du glaubst! – Wahrlich, wenn du Christum recht ergreifen wirst, so wird Er auch bei dir sein!
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