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Durch den inneren Sinn des Wortes soll der Buchstabensinn nicht geleugnet werden

Durch den inneren Sinn des Wortes soll der Buchstabensinn nicht geleugnet und infolge nicht ausgelöscht werden

In diesen beiden Versen wurde gehandelt von der Schwächung des geistig Wahren, d.h. des Wahren der Glaubenslehre der Kirche, in den beiden nun folgenden Versen aber ist die Rede von der Schwächung des wisstümlich Wahren, das dem Buchstabensinn des Wortes angehört, von Seiten des geistig Wahren, das der Glaubenslehre der Kirche angehört. Dieses scheint zwar das gleiche zu sein, wie das erstere, es ist aber gleichwohl demselben nicht gleich, es soll daher auch hier ein Beispiel zur Erläuterung dienen:
Es ist eine geistige oder echte Wahrheit der Glaubenslehre der Kirche, dass der Herr niemanden straft, weil Er die Barmherzigkeit selbst ist, daher tut Er alles, was Er tut, aus Barmherzigkeit, und durchaus nichts aus Zorn und Rache, und doch sagt der Herr bei Matth.10/28: “Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten können; fürchtet euch aber vielmehr vor Dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle”. Hier wird von Gott gesagt, dass man Ihn fürchten solle, weil Er Leib und Seele verderben könne in der Hölle, während Er doch niemanden verdirbt. Aber dennoch ist jenes eine Wahrheit, und deswegen soll sie nicht ausgelöscht, d.h. geleugnet werden, denn wenn sie geleugnet wird, geht der Glaube an das Wort zugrunde, und wenn dieser zugrunde geht, kann der Mensch nicht geistig leben; denn der Mensch hat das geistige Leben durch den Glauben aus dem Worte.
Es verhält sich aber damit in folgender Weise: Es ist ein Gesetz der göttlichen Ordnung, dass das Gute seinen Lohn, somit den Himmel in sich trägt. Daher kommt es, dass auch das Böse seine Strafe, somit die Hölle in sich trägt. Das erstere Gesetz ist vom Herrn, weil der Herr für alle das Gute will, das letztere aber nicht in gleicher Weise, weil der Herr für niemand Böses will; allein dennoch geschieht es so, nicht aus dem Herrn sondern aus dem Menschen, der im Bösen ist, demnach geschieht es aus dem Bösen. Es wird jedoch dem Herrn im Buchstabensinn des Wortes zugeschrieben, weil es so erscheint. Weil es aber ein scheinbar Wahres ist, darf es nicht geleugnet, d.h. nicht ausgelöscht werden, denn dadurch würde der Glaube an das Wort vernichtet werden, den die Einfältigen haben. <HG 9033>

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