Es war auch so. Kaum hatte ich mich dem Gedanken hingegeben, an kein Ziel mehr zu denken, sondern nur die Einsprache des Meisters zu beachten, wurde auf wunderbare Weise Hilfe, denn der Weg nach Mesopotamien war weit. In einer Herberge war wiederum die Gnade des Herrn lebendig geworden. Der Wirt, da ich noch in jüdischer Kleidung ging, hatte mich ungern als Gast aufgenommen. Da ich aber sagte: „Nicht das Gewand, sondern die Gesinnung adeln den Menschen“, sagte er: „Junger Mann, schlage keine solchen Töne an, denn einem Juden ist kein Wort zu glauben. Wer solche Verbrechen, wie in Jerusalem geschehen sein soll, noch als Gott-gewollt hinstellt, ist nicht wert, dass man ihnen Labung und Quartier gibt.“ – „Du magst recht haben, Mauritius, aber man darf nicht alle in einen Topf werfen, denn ich bin gerade einer von denen, der am meisten unter diesen Verbrechen litt, denn Jesus von Nazareth war mein Bruder und dann unser Meister.“ „Mann, wenn du die Wahrheit sprichst, dann kannst du so lange du willst mein Gast sein, denn alles, was ich bisher hörte, war nur Gerede. Was liegt mir an den Reden, sehen und erleben möchte ich es, damit aller Zweifel, alles Suchen und Forschen endlich aufhört.“ „Mauritius, wenn dein Sehnen und Verlangen wahrhaftig aus dem Herzen kommt, dann sollst du die ganze Wahrheit erfahren. Aber wie viele sind voller Neugier, wenn aber die Lehre in die Tat umgesetzt werden soll, versagen sie“. – „Was verlangt Jesus von Nazareth?“, entgegnete Mauritius. – „Nichts weiter, als den vollen Glauben an Ihn und Seine Lehre, die in wenigen Worten eingefasst ist: Liebe deinen Nächsten nach all deinen Kräften und gebe nur allein dem wahren Gott die Ehre“. Erwiderte Mauritius: „Gut gesagt, junger Mann, nur einen Haken hat die ganze Geschichte. Fast jeder sein wollende Priester, sei er Jude, Grieche oder Römer, behauptet dasselbe und jeder hat einen anderen Gott, an den man glauben soll“. Es traten zwei römische Soldaten in das große Gastzimmer und fragten, ob sie mit ihren Leuten und Pferden Quartier bekommen könnten. Der Wirt bejahte mit sichtlicher Freude. Darum wurde unsere Unterhaltung beendet, denn er wollte wissen, wie viel ihrer waren und was ihre Wünsche wären. Erst war es mir unangenehm, aber wie ich die kraftvollen Männer ansehe, zog wieder eine warme Welle über mein Herz, die mich ganz frei machte. Als die beiden ihre Wünsche dem Wirt mitgeteilt hatten, brachte dieser einen Krug Wein und drei Becher, Brot und Salz und sagte: „Stärket euch zuvor, denn bis zum Mahle wird eine geraume
Zeit vergehen, ihr werdet zufrieden sein“. Der Wirt winkte mir auch zu. So setzten sich die beiden an meinen Tisch und ohne viel zu fragen, schenkten sie sich ein und stillten ihren Durst. Ich aber nahm das Brot, zerbrach es und legte jedem einen Teil hin und sagte: „Lasset es euch gut schmecken, auch ich habe Hunger und Durst auf dem Wege nach hier bekommen“. Sagte der Eine: „Wo kommst du her und wohin geht dein Weg, denn du bist ja ein Jude“. – „Du hast recht“ – erwiderte ich – „mein Ziel ist Edessa in Mesopotamien, bis Issus hatte ich ein Schiff und jetzt bin ich hier“. Wir aßen gemeinsam unser Brot. Es kamen noch andere Soldaten herein, holten sichAnweisungen, sie gingen und andere kamen, da wurde nichts mehr gesprochen. Mich aber interessierte die Art, wie die beiden ihre Soldaten behandelten. Es kam die Wirtin und zwei Töchter mit Geschirr und richteten die Tische. Die Wirtin begrüßte uns mit freundlichen Worten, die Töchter dagegen nahmen gar keine Notiz von uns. Es dauerte keine Stunde, so war die ganze Schar im Gastzimmer an den Tischen, wir aber blieben an unserem Tisch. Nach kurzer Zeit war auch das Essen auf dem Tisch. So segnete ich alle und das einfache Mal, da fragte der Eine: „Warum bist du so andächtig, ehe du zu essen anfängst, dies habe ich bei anderen Juden noch nie beobachtet“. – „Es ist mir Bedürfnis, jede Speise zu segnen“ – erwiderte ich
– „es ist der Dank für die Gabe und die Bitte, dass es allen zur Kraft gereiche.“ „So hast du auch meine Speise gesegnet?“ fragte der Eine. Ich antwortete: „Ja, ein Segen kann nur Wirkung haben, so niemand ausgeschlossen wird“. – „So möchte ich dir danken, du gehörst wahrscheinlich zu der Sekte der Nazarener, doch nun lasst uns essen“. Es wurde mir zu laut, die vielen Menschen, doch ich blieb, obwohl ich gerne die Ruhe aufgesucht hätte. Nach dem Essen spricht der Römer: „Ich liebe den geraden Weg, ich bin Kamillo und dieser ist Antonio. Du gabst mir keine Antwort, als ich die Bemerkung machte, du gehörst zur Sekte der Nazarener“. – „Du hast recht gesagt, nur gehöre ich nicht zur Sekte der Nazarener, sondern ich bin einer. Jesus von Nazareth war mein Bruder, mein Meister, jetzt aber mein Gott und Herr, in dessen Diensten ich stehe. Mein Name ist Jakobus, wir wohnten bis jetzt in Nazareth“. Erwiderte Kamillo: „Es ist mir versagt geblieben, nach Judäa zu kommen. Viel, sehr viel hörte ich von Jesus, dem Wundermann, aber auf Gehörtes gebe ich wenig, denn so man an der Quelle nach der Wahrheit forscht, bleibt gewöhnlich nicht mehr viel übrig“. – „ Du magst recht haben, Kamillo, aber trotzdem versichere ich dir, dass du viel zu wenig gehört hast. Aber unser Meister gibt dir auch jetzt noch Gelegenheit, Ihn zu suchen und zu prüfen, ob, nach allem deinem Gehörten, Glauben zu schenken ist“. – „Ich zweifle, mein Freund Jakobus, mit Toten ist schlecht von Lebensauffassungen zu reden. Dein Meister gehört zu den Toten und ein lebendig geworden sein geht über meine Begriffe“. – „Für dich ja, Kamillo, aber für mich und die vielen Tausende nicht, weil sie alle Ihn sahen, mit Ihm redeten und Er dann uns, Seinen Jüngern, Seinen Geist, Seine Kraft gab, zu denen ich gehöre.“ Da sagte Kamillo: „Jakobus, wenn du im Ernst diese weittragenden Worte zu uns sprichst,
dann bist du auch verpflichtet, den Beweis zu erbringen. Ich als Römer habe andere Ehr- und Wahrheitsbegriffe als ihr Juden. Ich will dich durchaus nicht beleidigen, aber es ist einmal so“. – „Ich wäre ein schlechter Jünger, so ich noch beleidigt werden könnte. Ich würde obendrein meinem Meister einen schlechten Dienst erweisen“ – antwortete ich – „um aber den Beweis zu erlangen, brauchst du niemand weiter, als dich selbst“. – „Inwiefern?“, fragte der Römer. Da sagte ich: „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerem Gepränge oder großen Zeremonien, sondern es ist inwendig in dir. Sobald du dir bewusst bist, dass du nur einen kleinen Funken jenes großen gewaltigen Gottesgeistes, der alles ins Dasein stellte, in dir trägst, muss auch eine Verbindung möglich sein mit dem Ur- oder Gottgeist. Wenn ich behaupte: Er gab uns Seinen Geist und Seine Kraft, so ist dieses nicht eine Redensart oder ein Schlagwort, sondern reine Wahrheit! Würde ich dir und euch allen erzählen, was wir erlebten, ihr würdet es kaum glauben. Aber um dir zu beweisen Gottes Kraft und Herrlichkeit, bitte ich dich um etwas Vernünftiges, was ich dir aus Seiner Kraft und Macht tun soll“. Entgegnete Kamillo: „Ich wüsste nicht, um was ich dich bitten soll. Höchstens darum, dass der Wein im Becher nicht so schnell alle wird“. Da sagte ich: „Dann trinke so viel du willst, dein Becher wird heute nicht mehr leer werden, obendrein soll der Wein noch viel besser sein. Doch bitte ich dich, halte Maß, denn du hast heute noch große Unannehmlichkeiten“. Kamillo trank, der Becher wurde nicht leer. Er gab Antonio, er gab dem Wirt, der hinzugetreten war, sie lobten den Wein, aber der Becher blieb voll. Spricht Mauritius, der Wirt: „Junger Mann, verzeihe mir, weil ich dir die gebührende Achtung nicht entgegen brachte. Ich bin überzeugt, du bist der Mann, der mir volle Wahrheit bringt und alle meine Zweifel zunichte macht. Darum bitte ich dich, bleibe so lange du willst mein Gast, es soll dir nichts abgehen“. – „Nicht länger als nötig, Mauritius, denn der Herr und Meister bestimmt mein Tun, Sein Wille ist auch der meine“. Die anderen Soldaten waren aufmerksam geworden. Sie interessierte der Wein, der nicht alle wurde. Sie fragten, ob sie auch davon trinken könnten. Kamillo bejahte mit einem Blick auf mich. Sie waren einfach rein weg und schauten mich an, was ich sagen würde, wenn der Becher leer würde, aber er wurde nicht leer, sondern blieb voll. Wie ein Wunder betrachteten sie den Becher. Als sie aber alle getrunken hatten, sagte Kamillo: „Lieber Freund, nimm das Wunder von dem Becher zurück, sonst sind alle tüchtig betrunken, denn solchen Wein bekommt man nicht alle Tage. Es bedarf keines weiteren Beweises mehr, du bist wahrhaftig voll der Kraft von deinem Meister. Aber wenn ich dich bitten würde, möchtest du uns nicht etwas erzählen, wer war und was wollte dein Meister und warum dieser traurige Tod? Nach all dem Gehörten war Jesus ein Großer, wie noch keiner auf Erden. Sein Tod aber hat allen große Enttäuschung gebracht“. Ich aber sagte: „Kamillo und ihr alle, denkt nicht, dass ich euch gewinnen möchte zu einem Jünger Jesu, o nein, sondern zeugen will ich von Ihm, der unser aller Heiland, Freund und Bruder ist. Sein Leben glich dem unsrigen, Seine Bedürfnisse waren auch die selben wie die unseren. Bei meinem Vater lernte Er den Zimmermannsberuf, nur mit dem Unterschied, dass niemand eine solche Arbeit leisten konnte, wie Er! Was uns nicht gelang, brachte Er fertig! Als Kind versprach Er, Großes zu werden, aber ab Seinem 12. Jahre glich Er einem jeden Kinde. Als Er älter wurde und ein Jüngling war, ging die Not mit Ihm los. Er ging Seine eigenen Wege, Seine Reden waren kurz, aber Sein Wesen war immer liebreich. Wir aber verstanden Ihn nicht und nannten Ihn einen Sonderling. O, waren dieses schlimme Zeiten. Es schien, als wollte aller Friede von meines Vaters Hause weichen. Da sagte Er einmal zu Maria, Seiner Mutter: – Weib, wie lange willst du noch Gott betrüben, oder sollte Gott Seinen Heilsplan ändern, damit ihr euren Frieden habt? Nicht einen Zoll darf Ich von dem Mir vorgezeigten Weg abirren!“ Unter Tränen sagte Maria: „Aber Jesus, zu allen bist du gut. Deine Augen leuchten allen entgegen, nur zu uns bist du hart, ja grausam. Bedenke, der alte greise Joseph sehnt sich nach Ruhe und Frieden, und du wirst immer unverständlicher“. Da sagte Jesus: „Es ist bitter für Meinen VATER, weil ihr alles vergessen habt, was Er euch allen offenbarte! Noch keinem Menschen wurde so viel Kunde als gerade euch, und nun verlangt ihr, Ich solle Mir untreu werden?! Lieber gehe Ich zu den wilden Tieren im Walde und suche dort in Mir zu einen, was das Leben ist und bleiben wird ewig!“ Er tat es auch, und tagelang mied Er das Elternhaus. Kam Er aber wieder zurück, sah man Ihm die Spuren Seines inneren Kampfes an“. Da fragte Kamillo: „Welche Kämpfe hatte denn Jesus zu bestehen, es fängt an, mich zu interessieren, denn meines Wissens hat noch kein Jude sich großen Zwang auferlegt?“. Antwortete ich: „Sein Kampf war nur ein innerer, Er prüfte alles auf das Genaueste, was in Ihm lebte und schied aus oder veredelte, was sich in Ihm nicht ganz mit dem Gottesmenschen deckte, welches Ihm Sein eigener Geist offenbarte. So läuterte Er Seine Seele bis Er ein ganz Vollendeter war und Sein eigener Geist mit dem ewigen Gottgeist Eins wurde. Menschlicherseits ist es ein Geheimnis geblieben, aber jetzt, wo ich zeugen darf von Seinem Wesen, von Seiner Kraft und Macht, ist es mir so natürlich, als wenn nicht ich, sondern Er in mir lebt und in allen Dingen nur Er die Erfüllung ist“. „Ich kann euch gut verstehen“ – spricht Kamillo – „dass ihr mit Ihm nicht ganz so gehen konntet, da ich auch mit dir nicht ganz gehen kann, trotz der Beweise deiner in dir wirkenden Kraft. Mir wäre es etwas Unnatürliches, so nicht ich selbst, sondern ein anderer das Bestimmende und Ausführende wäre. Auch ich bin ein Diener meines Kaisers, aber ausführen tue ich selbst die mir gegebenen Befehle“. „Du hast recht, aber es ist ein Unterschied. Du bist und bleibst der Diener deines Kaisers und wirst demgemäss auch gelohnt. Wir tun es ohne Anrecht auf Lohn oder Dank, sondern aus dem Drängen des eigenen Geistes heraus, der alles Unerlöste, sei es in uns oder bei anderen, in ein freies Dasein überführen möchte, um alle, alle Menschen auf eine höhere Lebensstufe zu stellen, die ihnen immer größere Freude, größeren Frieden und größeres Lebensbewusstsein gibt! Dieses erlebten wir an Jesus und erleben es auch an uns. In diesem Lebensbewusstsein kenne ich keine
Krankheit, keine Sorgen, kein Leid, da ja unsere erdgebundene Seele vom Geist alles Lebens getragen wird. Es ist dem Herrn und Meister gelungen, Ihm war alles untertan, ob Elemente oder andere Kräfte, sogar der Tod musste seine Beute heraus geben. Er war und ist unser Erlöser bis in alle Ewigkeit und wird auch allen Erlöser werden, die an Ihn glauben und Seine Lehre annehmen, die in nichts anderem besteht, als nur die Liebe zum Nächsten zum Lebensprinzip zu machen“. Spricht Kamillo: „Jakobus, deine Darstellung ist gut, aber wer könnte dir folgen, die Liebe zum Nächsten soll wahres Lebensprinzip sein, es hieße ja, aus dem Löwen ein Lamm zu machen“. Jakobus: „Menschlicherseits sieht es so aus, Kamillo, aber sagte ich nicht, dass Er uns Seinen Geist und Seine Kraft gab, ohne Ihn vermag ich nichts, mit Ihm aber alles. Dass dieses aber nicht mit einem mal geschehen kann, sagt uns schon der eigene Verstand. Es gehört schon ein Wollen dazu, wie auch du deinen Willen anwenden musst, um die dir übertragenen Befehle auszuführen“. Spricht Kamillo: „Jakobus, jetzt verstehe ich dich vollkommen, aber Jesus nicht. Wenn Er der Erlöser ist, wenn Er sich alle Kraft und Macht zu Eigen machte, warum rottete Er nicht alles Böse, alles das, was sich Seinem Lebensbewusstsein feindlich gegenüberstellte, aus? Nur so wird mein Sieg über meine Feinde, wenn ich alles feindliche vernichte“. Jakobus: „So spricht nur ein Soldat, der mit dem Schwert umzugehen weiß, aber Jesus war
Mensch, alle Menschen aber betrachtete Er als Brüder. Ihnen allen die Menschenwürde wieder zu bringen, war Sein höchstes Ziel! Nicht vernichten, sondern neu beleben, die Wurzel allen Übels in eine Wurzel des Lebens zu veredeln, war Sein heiligstes Bestreben. Und in diesem folgen wir Ihm gerne nach, da Seine Beihilfe ja die größte Gnade ist“. Spricht Mauritius: „Ich habe das allergrößte Interesse an diesem Menschen. Sage mir, wie sahet ihr Ihn, als Er von den Toten wieder lebendig wurde, denn drei Tage im Grabe gehen doch nicht spurlos an einem vorüber“. „Liebe Freunde“ – erwiderte ich – „eure Frage ist berechtigt, doch in dieser sehe ich noch eure falsche Vorstellung von unserem Meister und Heiland Jesus! Die Kreuzigung und Sein Sterben – und ich war Zeuge dessen – haben Ihn arg mitgenommen, wie jeden anderen Menschen. Uns, seinen Jüngern, war alles so unfassbar, dass wir selber trostbedürftig waren, obwohl Er manches mal Andeutungen Seines Sterbens und Auferstehung machte. Ich war nicht einer von den Esten, die Ihn sahen. Wir waren voller Angst und Zweifel, bis endlich Er selbst in unserer Mitte erschien. Sein Körper war genau so gediegen wie früher, die Nägelmahle waren sichtbar, und doch verschwand Er vor unseren Augen, wie Er gekommen war!“ Spricht Kamillo: „Dieses ist ja wie in einem Märchen. Einem natürlichen Menschen ist das alles unglaubhaft, da möchtest du schon eine Erklärung geben“. – „Gern“, erwiderte ich „Jesus ist nicht verwest, wie ein anderer Leichnam, sondern Sein in Ihm wohnender Geist, der ja nichts anderes wie Gott Selbst war, vergeistigte Seine Seele und den Leib, so dass Er nicht Seinem Fleischleibe, sondern ganz als Geist unter uns erscheinen konnte. Der Gottgeist in Seiner Schöpfermacht schuf sich einen materiellen Leib, so Er ihn für uns brauchte, und löste denselben wieder in seine Urstoffe auf, wenn sein Zweck erfüllt war. Überall, wo Er erschien, sichtbar unter Vielen weilte, heilte Er die gebrochenen Herzen und machte sie fähig, dass sie sich ganz in Seinem Willen bewegten“. Dann fragte Kamillo: „Hat der lebendig gewordene Jesus auch Kranke geheilt und Tote lebendig gemacht?“ Da musste ich antworten: „Nein, denn all diese Kraft hat Er ja uns übergeben, wenn wir in Seinem Namen den heiligen Vater bitten“. Spricht Kamillo: „Jakobus, ich glaube dir jedes Wort, aber mein Verstand wehrt sich dagegen, jedenfalls ist mir Jesus das Unbegreiflichste in meinem Leben“. – „Mir weniger“ – erwiderte Mauritius – „wie viele kehrten hier ein und erzählten Dinge, die mir unbegreiflich waren. Aber Römer, verständige Männer, schilderten es derartig wahrheitsgetreu, dass ich glauben musste. War ich wieder allein, kam der Zweifel. Neue Dinge erfuhren wir – so lebte ich zwischen Zweifel und Neugier. Dann kam die Kunde Seiner Kreuzigung und Auferstehung – und ich war ein geschlagener Mann. Ich hätte so gerne geglaubt, aber ich konnte nicht, kam über das „Warum“ nicht hinaus und lebte dann zwischen Hoffnung und Zweifel. Du, junger Mann, hast recht getan, uns Seine Macht zu beweisen, darum danke ich dir mit vollem Herzen. Alles andere wirst du, als Jünger und Zeuge des Herrn, wohl noch geben können“.
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3. Bei Mauritius
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