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(Predigt 43) „Vom größten Gebote“

Empfangen durch G. M., Triest, am 24. April 1872

Matth. 22.
Über das wichtigste Wort überhaupt, welche Ich dem Pharisäer als Antwort auf seine Frage gab: „Welches ist das vornehmste Gebot?“, ist euch schon manches gesagt worden, und es wäre eigentlich nicht nötig, hier noch Weiteres über die zwei Liebesgebote:
„Liebe Gott über Alles, und deinen Nächsten – wie dich selbst!“
zu sagen; allein da in diesem Sonntags-Evangelium besonders angeführt ist, wie die Pharisäer und Schriftgelehrten Mich versuchten, um einen Anklagepunkt gegen Mich zu finden, weil ihnen Mein Treiben und Meine Wahrheiten lästig waren, so wollen wir diese zwei Geistes­Lebens-Grundgesetze doch noch einer näheren Betrachtung unterziehen, um teils die damalige Lage der Dinge, teils ihre ähnliche in jetziger Zeit etwas näher auseinander zu setzen, damit ihr den entsprechenden Zusammenhang Meiner Worte und Taten in jener Zeit mit den jetzigen Ereignissen leichter in Einklang bringen könnt.
Seht also, in jenen Zeiten Meines Erdenwandels war die Priesterkaste ebenso ehr- und habsüchtig, wie sie es in allen späteren Zeiten gewesen, und wer ihre Macht schmälern oder gar vernichten wollte (nach ihrer Meinung), der war „ein Feind der Religion und der Kirche“, weil er ein Feind der Priester war, welche fürchteten, er möchte ihre Ränke und Schliche aufdecken, und so das Volk von ihnen abwenden, welches sie dann aber besonders an ihren Geldsäcken empfindlich verspürt hätten.
Sobald also ein Lehrer auftrat, wie Ich es tat, dem sie wegen seiner klaren Worte wenig Widerspruch entgegensetzen konnten, so waren sie nur darauf bedacht, ihn auf die eine oder andere Art als gemeingefährlichen Aufwiegler gegen die bestehenden staatlichen Einrichtungen unter irgendeinem Vorwand der Obrigkeit zur Bestrafung zu überliefern, welches ihnen auch an Mir, als die Zeit Meiner Mission auf Erden zu Ende ging, durch meine Zulassung gelang; so oft sie es aber früher versuchten, wich Ich ihren Mir gelegten Fallen auf irgend eine angemessene Weise persönlich, und ihren verfänglichen Fragen durch wohl passende Antworten aus.
Nun in diesem Kapitel findet ihr verschiedene Versuche, durch verschiedene Fragen Mich auf die eine oder andere Art mit der Obrigkeit zu verwickeln, damit sie ihren Zweck
erreichen könnten, ohne dass es den Anschein hätte, als wenn sie die Urheber Meiner Gefangennahme wären, weil sie das Volk fürchteten, das Mir anhing und nachfolgte.
Solche Fragen nun, wie die wegen des Zinsgroschens und mehrere andere dieser Art, sowie auch die eines Schriftgelehrten: „Welches ist das vornehmste Gebot?“ wurden mit Absicht gestellt, um Mich zu fangen, denn man erwartete von Mir als Jude eine Antwort, aus welcher eine Missachtung der bestehenden fremdherrlichen Gesetze hätten herausgefunden werden können, in welchem Falle die Diener und Knechte des römischen Statthalters triftigen Grund gehabt hätten, Mich den Gerichten zu überliefern.
Allein da Ich alle ihre Gedanken und Absichten im voraus wusste, so ging Ich ihnen nicht in die Falle, und gab ihnen keinen Grund zu lügnerischen Beschuldigungen. Meine Antwort fielen außerdem gewöhnlich so aus, wie sie in ihren Gesetzen schon vorhanden waren, nur Meine Deutung dieser Gesetze war verschieden von ihrer Auslegung, und ebenso die Art und Weise, wie Ich selbe befolgt haben wollte.
Die beiden wichtigsten Gebote, die Liebesgebote, waren im mosaischen Gesetze ebenfalls enthalten, ja sie machten dasselbe eigentlich ganz aus; allein die Deutungen und Erklärungen der Priester und Schriftgelehrten brachten sie dem Verständnisse des Volkes nur von der Seite nahe, welcher eben ihren Zwecken passte; so dass es dem geistigen Menschen schwer wurde, daraus seine eigentliche richtige Stellung zu Mir und zu seinen Nebenmenschen, sowie zur ganzen materiellen Schöpfung herauszufinden, und die rechte Auffassung davon zu gewinnen, eine Auffassung, welches auch heutzutage noch bei Wenigen so ist, wie sie dem Geiste nach sein sollte.
Damals hielt sich das Volk an den Buchstaben, so wie es auch jetzt nach fast zweitausend Jahren noch immer an demselben klebt, wie eine Fliege an der Leimrute, welche zwar gerne frei sein möchte, aber es fehlt ihr an der nötige Kraft, sich frei machen zu können.
Wenngleich Ich dem Pharisäer diese zwei Gebote als die größten bezeichnete, so begriff er selbe doch ebenso wenig wie die Antwort auf Meine Frage: „Was sie von Christus hielten?“, welche aus dem Psalm Davids entnommen zeigt, dass Mir als Herrn der Schöpfung am Ende doch Alles untertan und zum Schemel Meiner Füße, die darauf ruhen werden, dienen wird; d.h. worauf Meine Lehre als Gebäude aufgerichtet werden wird.
Was es heißt: „Gott über alles lieben“, begriffen damals und begreifen heute noch Viele nicht; und was es heißt: „seinen Nächsten lieben“, als Ergänzungsgebot des Ersten, ist vielen Menschen noch ebensowenig klar.
Seht, „Gott über alles lieben“ ist ein Wort, das leicht ausgesprochen, aber nicht so leicht verstanden und noch schwieriger auszuführen ist! Dies näher zu beleuchten, tritt uns vor Allem die Frage entgegen:
„Warum sollen denn die Menschen Gott über alles lieben?“
Sehet, diese Frage muss zuerst beantwortet werden, bevor über Liebe und das Maß derselben gesprochen werden kann.
Der mit seinem kalten Verstand urteilende Mensch könnte da wohl sagen: „Wenn ich so recht nachdenke, so finde ich keinen Grund, einen Gott zu lieben, erstens: weil ich etwas Unsichtbares nicht lieben kann, und zweitens: weil ich Dem, Der mich schuf, mich nicht zum Danke verpflichtet fühle, dafür, dass Er mich erschaffen hat, denn Er hat mich vorher nicht gefragt, ob mir solches passt oder nicht, und fragt auch jetzt nicht danach, ob ich als Geschöpf mit meinem Zustande und meiner Stellung, die Er mir unter den anderen Wesen angewiesen hat, wirklich zufrieden bin und mich glücklich fühle, sondern Er hat dabei wohl lediglich nur Sein Vergnügen des Erschaffens im Auge gehabt.“
Aus solcher Auffassung ginge hervor, dass von Seiten des Menschen eigentlich gar keine Verpflichtung vorläge, seinen Schöpfer zu lieben, selbst wenn Er denselben auch in die glücklichsten Verhältnisse gestellt hätte; um so weniger aber, wenn man bedenkt, mit welchen, Mißhelligkeiten, Drangsalen und Leiden der Mensch von der Geburt bis zu seinem Tode kämpfen muss. Sollte also deswegen etwa der Mensch Gott lieben, und noch dazu über Alles? – Nun das wäre doch etwas zu viel verlangt. Ja mancher Mensch möchten zu ihrem Schöpfer sagen: „Wenn Du mich nicht als Mensch erschaffen hättest, so könntest Du noch eher Anspruch auf meine Liebe machen; aber so gehört doch eine große Beschränktheit dazu, Den zu lieben, Der mich dem Körper nach in mancher Hinsicht unvollkommener als das Tier gestaltet hat, aber mir die seelischen Eigenschaften verlieh, meine Lage besser erkennen, beurteilen und selbe vielleicht beweinen zu können!“
Sehet, Meine Kinder! so urteilt, und nicht mit Unrecht, der Verstandesmensch, dem die kalte Wirklichkeit, das ist das, was er vor sich sieht, mit Händen greifen und mit seinen Sinnen wahrnehmen kann, eigentlich die ganze Welt ausmacht. Eine solche Denkungsweise war schon seit Entstehung des Menschen immer bei Einzelnen der Grund ihrer lieblosen Handlungen gegen Gott und Mitmenschen, und in jetziger Zeit lehren solches eure gelehrten Materialisten ohne Scheu, und finden eine große Menge Gläubige, die ihren Ansichten vollkommen beistimmen, und ihnen Beifall spenden.
Wenn Ich also dieses Gebot: „Du sollst Gott über Alles lieben“ in dieser Predigt jetzt wieder berühre, so geschieht es gerade deswegen, um erstens einem größen Teil der Menschen ihre falsche Ansicht von Mir und der Welt vor Augen zu halten; und zweitens, um der Anderen willen, die noch für etwas höheres Sinn haben, als bloß Verehrer der vergänglichen Materie zu sein, und welche fühlen, dass noch etwas Besseres,Tiefinnerliches in ihrem Herzen sich regt, und sie zum geistigen Leben antreibt.
[PH.01_043,12] Wenn Ich ein Gebot gegeben habe, so muß doch ein Grund dazu vorhanden sein, warum das Gebot ausgeführt oder befolgt werden soll. So muß also auch ein Grund bestehen, warum Ich dieses Gesetz der Liebe als das vornehmste und größte in Meiner Schöpfung bezeichnete, und warum es zu deren Fortbestand, Zusammenhang und Vervollkommnung eingesetzt wurde.
Es ist doch vorauszusehen, dass wenn Ich ein Gebot gegeben, auch ein triftigen Grund dazu vorhanden sein muss, warum Ich es gegeben, und warum es befolgt werden soll; daher muss auch ein Grund bestehen, warum Ich dieses Gesetz als das vornehmste und größte in Meiner Schöpfung bezeichnete, und es zu deren Zusammenhang, Fortbestand und Vervollkommnung eingesetzt habe.
Nun sehet, bei jedem gegebenen Gesetze kann leicht beurtelt werden was der Beweggrund war, dass dasselbe überhaupt, und insbesondere so und nicht anders gegeben wurde; ferner ob dieses Gesetz aus Liebe, also zum Besten Anderer, oder nur aus Eigennutz für den oder die Gesetzgeber gegeben worden ist.
Wenn nun Ich als Schöpfer Meinen geschaffenen, Mir gleichenden Wesen als erstes Gesetz die Liebe vorschreibe, die sie gegen ihren Erschaffer haben sollen, so muss man den Grund dieses Gesetzes auch in Meinen Anordnungen gar wohl erkennen können, und es lässt sich dann auch leicht finden, dass allem Geschaffenen und Allem was immer geschieht, Meine Liebe zugrunde liegt.
Nun was ist denn eigentlich ,Liebe‘? – Sehet, auch diesen Begriff müssen wir vorerst erörtern, um dessen Bedeutung und Größe richtiger beurteilen zu können!
Sehet denn – Liebe ist eine Zuneigung zu einem belebten oder unbelebten Gegenstand; diese Zuneigung bedingt natürlich die Erhaltung desselben in dem Zustande, in welchem er unsere Liebe erregte.
Unter lebenden Wesen ist Liebe eine Zuneigung oder ein Hingezogenwerden zu anderen Wesen, die wegen ihrer Eigenschaften und Gefühle mit ihnen übereinstimmen. Bei Menschen nun ist dabei der Grund auch die Erfahrung, dass wer Liebe gibt – der empfängt oder darf Liebe erwarten. In dieser gegenseitigen Liebe tritt dann die erstrebte geistige Vereinigung ein. Die Liebe ist ferner die Eigenschaft, welche uns fähig macht, dem Geliebten Alles zu geben, und für uns Nichts zu behalten, als nur das Bewusstsein, das, was wir lieben, so glücklich gemacht zu haben, als es unsere Kräfte erlauben, um von ihm wieder geliebt zu werden.
Liebe aber erzeugt Gegenliebe; und so der Liebende im Austausch seiner Gesinnung und Gefühlen die Liebe von dem geliebten Wesen zurückerhält, vereinigt er sich gleichsam mit ihm, und sie bilden dann ein geistiges Ganzes.
Wenn nun der Mensch in solcher Weise die Liebe seines Gottes, Schöpfers und Herrn begriffen und aufgefasst hat, dann wird ihm auch das Gesetz der Liebe leicht begreiflich werden, welches von ihm verlangt, den Gott, der Alles hergegeben hat, um Seine Geschöpfe glücklich und ewig selig zu machen, auch aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und mit allen seinen Kräften zu lieben.
Wie beweist aber Gott dem Menschen die Liebe, um seine menschliche Liebe so anzuregen, dass selbe über alles Irdische, Sichtbare und Unsichtbare hinaus den Schöpfer des großen Weltalls lieben kann?
Seht, hier gibt es zwei Wege, die dem Menschen die Liebe seines Schöpfers beweisen und klarmachen können: Erstens durch die geistige, unsichtbare in ihm wohnende Welt. Zweitens durch die materielle, sichtbare, ihn umgebende Welt. Beide Wege führen zu demselben Ziel, d.i. den lieben Gott und Schöpfer als liebenden Herrn und Vater anzuerkennen.
Dazu kommt noch das Zeugnis seiner Offenbarung im Bibelwort, welche dasselbe eingehend und deutlich beschreibt.
In früheren Zeiten, wo die äußere Natur weniger gekannt war, als bei euch, wo jetzt die Gelehrten schon so manche Anfänge des Unendlichen im Großen wie im Kleinen aufgedeckt haben; damals offenbarte Gott Sich mehr dem inneren Menschen, wie z.B. bei Moses, den Propheten und Sehern. Moses stellte dort als geboten hin, was eigentlich aus freiem Antrieb nach Erkenntnis der Liebe Gottes geschehen sollte. Deswegen auch fragte auch der Pharisäer nach dem vornehmste Gebote, weil es derselbe nicht für so wichtig hielt, und etwa glaubte, von Mir eine Antwort zu bekommen, welche vielleicht auf ein bürgerliches Gesetz hindeutete; denn Liebe, wie Ich sie verstehe, war diesem und vielen Anderen dort und jetzt noch fremd, trotz aller sogenannter Aufklärung; und so haben Millionen noch keinen richtigen Begriff von diesem das ewige selige Leben bedingende Gesetz, und noch weniger betätigen sie dieses, außer so weit es Liebe für sie selbst bedeutet.
Um dieses wichtigstes Gesetz Meiner Schöpfung aber doch zur Geltung zu bringen, stieg Ich Selbst auf diese dunkle Erde hernieder, und zeigte euch durch Wort und Tat, was die Liebe Gottes zu den Menschen, und was die Liebe zu Gott und zum Nächsten ist, und erhob so den Menschen aus dem Materiellen zum Geistigen; Ich zeigte, was ein Gott für die Menschen tut, um sie zur Gottesliebe zu bewegen, und zeigte auch, dass die Gottesliebe nur dann echt und rein sei, wenn sie in der Nächstenliebe als Bruderliebe und in der Liebe für Alles, was Gott geschaffen, ihren Ausdruck findet; und umgekehrt die Nächstenliebe nur wahr geübt werden kann, wenn man sie ganz im geistigen Sinne auffasst, also auf Gott bezieht.
Und nun, wo Mein zweites Kommen nahe ist, gebe Ich Mich wieder durch Meine Knechte und Mägde, durch Meine Schreiber und durch Sprecher kund, um aufs Neue Meine Liebe zu den Menschen denselben zu offenbaren, sie zu leiten und zu führen, damit sie den
Weg und das Ziel und ihre geistige Aufgabe als Menschen nicht verfehlen möchten.
Der zweite Weg, die Liebe Gottes zu den Menschen, ihnen zu beweisen, ist das Zeugnis der Natur. Lange blieb diese Stimme, so laut sie auch sprach, unbemerkt für die Menschen; und selbst jetzt sind es nur Einzelne, die bei ihren Forschungen diese Stimme vernehmen. Die meisten das Gebiet der Naturwissenschaften Durchforschenden erkennen leider nur die Materie und ihre Gesetze, welche von Mir derselben gegeben wurden, statt den leisen Ruf der Liebe zu vernehmen, der aus dem kleinsten Stäubchen ihnen entgegenweht; weil eben in jedem Atom ein Liebeshauch Meines göttlichen Ichs verborgen liegt, der ebenfalls seiner weitere Entwicklung nach den Liebesgesetzen harret.
Das Fernrohr schließt euch die weiten Räume über euch und das Mikroskop die Wunder des kleinsten um euch auf, wo ihr in Beiden die Unendlichkeit Selbst – zwar nicht begreifen, wohl aber ahnen könnt. Beide Wissenschaftler sind dem Menschen gegeben, um seinen Hochmut zu dämpfen, seinen Dünkel zu beseitigen, und ihn doch als Geist hoch über alle Räume zu erheben, weil sie dem Menschen die Fähigkeit gaben, als geschaffene Wesen das Unendliche zu ahnen.
Beide Wissenschaften sollen zur Gottesliebe, diese zur Erkennung der Menschenwürde, und die Menschenwürde zur Nächstenliebe führen, welche sodann wieder zurück zu Mir führt, der Ich Alles so geordnet habe, dass jeder Funken Liebe seinen Kreislauf vollenden kann, indem er von Mir ausgeht, und bereichert, gefestigt und verselbstständigt wieder zu Mir zurückkehren soll.
So soll die rechte Gottes-Liebe, d.h. Gott über Alles zu lieben sich frei in den Herzen der Menschen bilden, soll ihren Ausdruck in der rechten Nächstenliebe finden, indem diese sich auf die Gottesliebe stützt. Diese zwei Gesetze (oder eigentlich Doppelgesetz) ist das vornehmsten, weil auf Liebe, auf die Hinneigung von Gleichem zu Gleichem gebaut, und kann also nur Einklang, Ruhe, Wonne und Glückseligkeit bereiten.
Wenn nun auch der Mensch auf seiner Lebensbahn bittere Leiden und manche Kämpfe zu erdulden hat, so darf er diese nicht als reine Folgen irdischer, geselliger Verhältnisse auffassen, sondern er soll sie als eine Notwendigkeit zur Schulung für ein höheres Leben betrachten, wo vorerst die Versuchungen einer materiellen Welt überwunden werden müssen, ehe das Geistige in seiner ganzen Wichtigkeit erfasst und verstanden werden kann.
Mithin sollen Leiden und Kämpfe dem Menschen nur ein Sporn zum Vorwärtsschreiten, nicht aber ein Grund der Enttäuschung sein; der Kampf mit der materiellen, sinnlichen Welt soll zum geistigen Kinde seines ihn ewig liebenden Vaters erheben, wie Ich zur größeren Bekräftigung als Jesus euch ein lebendiges Beispiel dessen gegeben habe.
Dieses beachtend kann der Mensch erst begreifen, warum er Gott über alles lieben, d.h. die Liebe zu seinem Gott als Höchstes, weit über jede andere Neigung hinaus, pflegen, dieser Liebe in Allem Genüge leisten, und – warum er auch seinem Nächsten wie sich selbst seine Liebe bezeigen soll, weil Jeder ein aus Gottes Hand hervorgegangenes geistiges Wesen und Gottes Ebenbild ist, welches eben als das Ebenbild Gottes in euch selbst angesehen und geachtet sein will.
So sollt ihr Mich als Gott lieben, und diese Liebe an euren Nächsten beweisen, damit ihr Meiner göttlichen Abkunft würdig werdet; dann wird es euch klar werden, dass eine Welt nur dann bestehen kann, wenn Liebe ihr Grundwesen, Liebe ihr Bestehungs- und Vervollkommnungstrieb ist.
Was Meine beiden Gesetze euch stets von der Wiege bis zum Grabe in tausend Formen und Verhältnissen sagen, und noch weit über dieses Erdenleben hinaus immer wiederholen werden, ist das: Ohne Liebe kann kein Vater, – ohne Liebe können aber auch keine Kinder bestehen.
Amen!

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