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Die drei Menschen, oder die einfachste Theologie im Grundrisse

Als Antwortbild des Herrn, an die liebreiche Chinesin Chamchah (Aus der 9. Geister-Szene)

Empfangen vom Herrn durch Jakob Lorber 1849

„Meine herzlichste, liebste Chamchah! du hast Mir ehedem ein gar herrliches Wort gegeben, das darum um so herrlicher war, weil du es aus der Tiefe deines Herzens genommen hast.
Ich versprach dir ein noch herrlicheres entgegenzubringen; und siehe, nun bin Ich da zu diesem Zwecke, und will an dir Mein Versprechen erfüllen; und so höre Mich nun denn auch ganz geduldig an! Erwarte aber ja nicht irgend eine lange Rede; denn siehe, ich rede allezeit nur kurz, und Pflege stets mit wenigen Worten Vieles zu sagen.
Du gabst Mir ein Bild von der Pflege deiner Morgen- und Abend-Blume, und das war gar lieblich; Ich aber gebe dir dafür ein anderes Morgen-und Abend-Bild dagegen, und dieses besteht darin: Siehe, gleich wie du deine Blume, also pflanzte auch der große gute „Lama“ (Gott) im endlosen Garten Seiner Liebe zwei Menschen, den Einen gegen Morgen für Sein Herz, und nachher auch den Andern gegen Abend für Seine Weisheit. Den Ersten nährte Er mit all Seiner Gottheit, auf dass er würde so herrlich als Lama Selbst, damit Lama an ihm ein allerhöchstes Wohlgefallen hätte; aber siehe, dieser Erste wurde dadurch übermütig, wollte nicht gedeihen, sondern fiel vom Lama ab, und verachtete Ihn bis jetzt noch über alle Maßen, obschon der Lama stets noch ihn mit offenen Armen und Herzen aufnehmen möchte.
Da dieser erste Mensch also nicht geraten wollte, da stellte der große Lama bald darauf den Zweiten „gegen Abend“, d.h. in die Welt, und pflegte diesen nicht minder; aber auch dieser verkümmerte eigenwillig, (der Mensch im Allgemeinen); und siehe, da reuete es den Lama, dass Er den Menschen erschaffen hatte, darum wollte Er auch wieder vernichten solch ein Werk, gleich wie ein Töpfer ein Geschirr, das ihm nicht geraten will. Lama aber fragte da Seine Liebe, und diese stellte sich für die Missratenen; Er Selbst ward (Feisch-) Mensch (in der Welt), um dem Menschen ein rechtes Vorbild zu sein! Die Menschen, die missratenen, aber ergriffen Ihn, und töteten den Gott‘-Menschen, obschon sie den Gott in Ihm nicht töten konnten; nur Wenige erkannten Ihn und nahmen seine Lehre in ihr Herz; gar zahllos Viele aber, ob sie schon von Ihm hörten, so glauben sie aber doch nicht und nahmen und nehmen Seine Lehre nicht an, auf dass Sie seine Kinder würden, und möchten dann sein, wie ihr ewiger Vater!
Was meinst du wohl, was solle nun Lama solchen Menschen tun? Soll Er sie wohl noch länger dulden und ertragen?
Siehe, so groß ist Seine Liebe zu diesen Menschen, dass er noch tausendmal stürbe für sie, so es möglich oder gedeihlich wäre! – Und doch wollen sie Ihn nicht mehr lieben, denn die nichtige Welt, sondern vergessen Seiner lieber ganz und gar, um nur desto gewissenloser der Welt anhängen zu können. –
O Chamchah: sage, was wohl verdienen solche Menschen? Solle wohl Sich Lama noch länger ihren hartnäckigen Trotz gefallen lassen? Oder solle Er sie verderben?“
Spricht die Chamchah: „O Freund! O Du meine Liebe! Das sind wohl recht böse Pflanzen Lama’s, und verdienten eine übergroße Strafe. Aber wenn der Lama so überaus gut ist, könnte Er da wohl diese Pflanzen abmähen und preisgeben dem Feuer, wie Er den Urvätern angedroht hat? – Ich meine, die Unendlichkeit, wie Ich nun zu erkennen anfange, ist doch groß genug, um solch ein Unkraut in seiner Art aufzubewahren, aber verderben möchte ich an der Stelle Lama’s nichts, was einmal Leben hat! – Meinst Du, mein allergeliebtester Freund, nicht auch also?“ –
Rede Ich: ja, ja, du Lieblichste! dieser Meinung bin Ich wohl auch, und tue es auch also; aber warte nun ein wenig, bald werden die beiden Brüder ganz sonderbare Gäste hereinbringen, und Ich werde sehen, was du zu diesen sagen wirst; daher fasse dich, denn da wirst du etwas äußerst Seltsames ersehen und vernehmen.“
Der Herr lässt nun zu, dass einige Seiner Boten den Satan antreffen, und ihn als ein Ungeheuer, von scheußlicher Drachengestalt, (im Geisterreich zeigt jedes Wesen die Form, entsprechend seinem inneren Zustande D. Hsg) hereinschleppen an Ketten, und hier wird derselbe zur Rede gestellt, wo er sich in seiner großen List, aber auch in seinem unbegrenzten Hochmut und blinden Wut zeigt, weshalb ihn der Herr, kraft Seines Willens, hinausscheudert, seiner Begleiter viele aber heilt.
Dieses bemerkt Chamchah und ihre Freundin, und ahnen nun wirklich Gott im Herrn, erschrecken in sich, – Er aber spricht: „Denke dir, Gott, dein wie Aller Herr, ist kein unzugänglicher, sondern ein ewig Sich allertiefst herablassender, liebevollster Vater all Seiner Kinder, und ist unter ihnen, wie ein am wenigsten glänzen wollender Bruder!“ –
Amen.

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