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Liebe, der Hauptschlüssel

Empfangen vom Herrn durch Jakob Lorber, am 14. April 1842

1. Sendschreiben Johannes. 5 Kap. 6., 7. u. 8. Vers

„Dieser ist’s, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist’s, der da zeuget, dass Geist Wahrheit ist. – (Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort, und der heilige Geist; und diese drei sind Eins.) – Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die drei sind beisammen.“
Aber saget es euch selbst, ob es euch nicht selbst groß wundernehmen muss, dass ihr bei so viel Licht aus Mir dennoch so blind seid, um einen so leichten Text nicht auf den ersten Blick völlig zu erfassen! – Was ist „das Wasser“? Solches ist euch schon bei mancher Gelegenheit klärlich gezeigt worden. Was ist „das Blut“? Auch solches wurde schon gezeiget. Was ist „der Geist“? Solches auch wurde euch schon gar oft gezeiget.
Ich setze aber den Fall, es wäre euch allein entweder das Wasser, oder das Blut, oder der Geist gezeigt worden; da aber diese drei Eines sind, so müsset ihr ja dennoch das Ganze verstehen, wenn ihr am rechten Orte, nehmlich im Herzen zu denken vermöchtet; aber ihr Alle seid noch Verstandesreiter und so geht es dann freilich wohl nicht mit derlei Texten, die nur im Herzen allein vollwahr giltig können bleibend, lebendig erklärt werden. Kennet ihr denn den Hauptschlüssel noch nicht, mit welchem allein alle Geheimnisse der Himmel allezeit vollgiltig bis in den tiefsten Grund können erschlossen werden?
So ihr ihn doch nicht kennen solltet, da muss Ich ihn euch ja wohl noch einmal nennen. Und so höret denn: dieser Hauptschlüssel ist und heißet die Liebe; d.h. die wahre, reine Liebe eures Herzens – zu Mir, wie vorzugsweise Meine unendliche zu euch.
Sehet, das sind die eigentlichsten Schlüssel Petri, darum er zuletzt noch von Mir dreimal gefragt wurde, ob er Mich liebe?
O ihr Blinden, sehet und merket ihr denn noch nichts? Warum wächst denn auf oder in einer ganz trockenen Erde nichts? So aber das Erdreich bewässert wird, werden da nicht bald zahllosartige Pflanzen, jede nach ihrer Art, ihre vollkommene Nahrung finden? Was also ist das Wasser? Ist es nicht die Liebe, welche da ist aus Mir bei euch auf der Erde – allen Wesen und Dingen eine alleinige Nahrung, wie das alleinige Leben selbst? Nun, was entspricht denn diesem natürlichen Wasser für ein anderes geistiges Wasser? Habet ihr denn noch nie etwas vom lebendigen Wasser gehört, darunter verstanden wird Mein Evangelium, und ganz besonders Mein lebendiges Wort an euch, so es sich kund gibt in einem Mich liebenden Herzen?
Ich meine aber, Mehreres über „das Wasser“ zu sagen, wird doch wohl unnötig sein, denn ein vollkommeneres Bild für Meine Liebe bei euch lässt sich doch wohl nicht auffinden, als das Wasser, davon ein jeglicher Tropfen schon eine Nahrung und ein Leben in sich trägt für zahllose Wesen naturmäßig, wie demnach erst geistig! Also das Wasser hätten wir; aber jetzt kommt „das Blut“; was etwa doch das Blut sein wird? Merket ihr noch nichts? O ihr Blinden und Tauben! O das Blut, das Blut, das ist dem Verstande freilich wohl stark im Wege; denn je weniger Blut im Kopfe, desto heller der Verstand; darum die echten Gelehrten auch nicht selten aussehen wie unglückliche Geister. Aber das Herz muss Blut haben, denn es kann nicht gleichgültig sein, ob Blut oder kein Blut, denn des Herzens Leben ist das Blut! Was wird demnach doch das Blut sein? Jetzt spitzet euere Ohren und höret: Das Blut ist hier vollkommen dasselbe, was das Wasser ist, also schon wieder Liebe, und nur mit dem Unterschiede, dass darunter verstanden wird jene Liebe, die von euch in’s Leben in euern Herzen aufgenommen wird, zu eurer ewigen Belebung, also wie vom Leibe die Nahrung, dir da sämtlich dem Wasser entstammt, ausgenommen wird, und wird verkehret in ihm zum nährenden und alle Leibesteile belebenden Blute. – (Der menschliche Körper besteht zu 75 – 80 % aus Wasser.)
Also hätten wir auch das Blut, aber nun kommt noch „der Geist“. Was etwa der Geist hier ist? Doch, wir wollen uns vor solchen kommenden Neuigkeiten nicht auf eine zu lange Folterbank spannen lassen; und so spitzet denn nun wieder euere Ohren und vernehmet, was ganz anderes Neues der Geist ist: Er ist schon wieder nichts, als was das Wasser und Blut waren, nehmlich Liebe! Aber nur die lebendige wesenhafte Liebe in euch, welche ist Mein Geist, oder das sich ewig klar bewusste unvergängliche Leben in euch, und ist euer allereigentlichstes Wesen selbst!
Was ist aber demnach „die Erde“ oder der Träger des Wassers, des Blutes und des Geistes? Greifet euch bei der Nase, so habt ihr die Erde schon zwischen, eueren Fingern! Welcher Unterschied ist nun wohl zwischen Wasser, Blut und Geist, da alle drei eine und dieselbe Liebe sind? Da sie aber eine und dieselbe Liebe sind, da werden sie ja doch wohl auch vollkommen Eins sein?!
Also damit wären wir auch im Reinen; aber jetzt kommen „die drei großen Zeugen des Himmels, als: der Vater, das Wort (der Sohn) und der heilige Geist“, oder die ewige Liebe in Gott, oder das große lebendig Zeugnis, das da Fleisch geworden ist, und hat unter euch gewohnet und wohnt Nr. 3 im Geiste noch jetzt als „der heilige Geist aller Liebe und aller Weisheit“ bei euch, unter euch, und so ihr es wollet – auch allerlebendigst in euch!
Sehet, da haben wir nun schon Alles, nur der Himmel geht uns noch ab, doch für so dumm, will Ich euch nicht halten, dass ihr da nicht wissen sollet, dass unter dem „Himmel“ verstanden wird das ewige Liebeleben in Mir, dem heiligen liebevollsten Vater! Sehet, nun habt ihr Alles: Wasser, Blut, Geist; Vater, Wort und heiligen Geist, und die Erde und den Himmel; und dieses Alles sage Ich euch, ist eine und dieselbe Liebe.
Darum haltet euch an die Liebe, so habt ihr Alles! Verstehet dies Alles wohl.
Amen.

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