Empfangen vom Herrn durch Jakob Lorber, am 23. Mai 1842
Alle sogenannten Sekten und Orden sind vor Mir, dem Herrn, ein Gräuel; denn Ich habe alle Menschen berufen zur Liebe und daraus zum ewigen Leben; die Liebe aber kennt nur Brüder, aber keine Sekten und Orden! –
Wer hat denn da solche Schranken zwischen euch gezogen, durch welche Brüder und Schwestern auf das Allerschroffste und Gehässigste oft von einander getrennt werden?
Die Liebe hat keine Schranken; aber die Weltsucht und die allerartige Eigenliebe hat allerlei Grenzsteine gesetzt, sie ist die alleinige Stifterin aller Sekten und Orden, die sich unterscheiden in allerlei törichtem Zeuge und allerlei albernen Gebräuchen, die da alle dem Äußern nach gehalten werden, innerlich aber sind sie voll Moders und Ekelgeruchs, dieweil keine Liebe darinnen ist, sondern allein Neid, Missgunst, Hass, Verfolgung Ehrsucht und oft übermäßige Ranglust, hier und da auch große Hoffahrt, Stolz, Pracht, Verachtung des Geringeren, und somit die Herrschsucht in aller ihrer Ausdehnung.
Siehe, das sind Sekten und Orden derzeit, wie sie ehedem auch um nicht viel besser waren und wodurch sie entstanden sind.
Daher sollet ihr keiner Sekte und keinem Orden angehören, – wollet ihr leben, sondern allein Meiner Liebe, darinnen keine Schranken sind ewig.
Amen!
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