Empfangen durch G Mayerhofer, am 18. Juni 1870
Lieber Sohn, du bist unwillig über die Widerwärtigkeiten, die dich jetzt schon seit einiger Zeit Schlag auf Schlag treffen. Du möchtest gerne einen Ausweg aus diesem Labyrinthe finden.
Siehe, Mein Kind, dieses alles lasse Ich zu, damit du dich noch mehr von der Welt abziehen und deine Hoffnungen nicht auf Menschen sondern nur auf Mich richten sollest; Ich bin der Herr, Der alles leitet, die anderen sind ja nur Handlanger, die willenlos zu Meinen großen Zwecken ihre Kräfte und ihre Arme reichen müssen, ohne zu wissen, wie maschinenartig sie alle den Karren ziehen, an den Ich sie gespannt habe, da sie zu nichts Besserem tauglich sind!
Mache dir nichts daraus, wenn du auch mit der ganzen Welt in Unfrieden lebst, und überall missstimmte Seelen entdeckst, wo du keine vermutet hast; („Gottes Freund, ob auch alle Welt dir Feind“ Graf Eberhard v. Wttbg.) was kümmert dich das alles! Bist du bei Mir gut angeschrieben, lasse sie laufen; alle müssen Mir dienen, um dich, den Ich für Mich erziehen will, immer an Erfahrungen zu bereichern, damit du endlich begreifen mögest, dass auch der beste Freund in der Welt noch lange keinen Groschen wert ist und dass Ruhe und Frieden nur bei Mir allein zu finden ist.
Wie viel wirst du und deine Brüder und Schwestern noch zu dulden haben! Gewöhnet euch alle ans Dulden, denn es wird schon noch ärger kommen; jetzt sind es nur kleine Geduld-Proben, später werden schon noch härtere Speisen euren Mägen zum Verdauen gegeben, werden!
Dir ist es unangenehm, leider zu erfahren, dass alle deine Pläne – wieder ein kleines Scherflein zum Drucke des großen Werkes (Johs.) beizutragen misslungen, und alle Hoffnungen gescheitert sind, die dir einen Gewinnst zu diesem Zwecke in Aussicht stellten.
Ich frage dich aber: warum bautest du alle deine Hoffnungen auf Menschen und vergaßest dabei so ganz, dass doch eigentlich Ich das Hauptwort in dieser Sache am meisten zu entscheiden habe, ob deine Pläne mit den Meinen korrespondieren?
Warte nur ab! Wenn es an der Zeit ist, so werde Ich auch deinen Eifer zu belohnen wissen und dir verschaffen, was Ich von dir zur weiteren Verbreitung Meines Wortes haben will; bis dorthin greift Mir nicht vor in Meinen Plänen; denn erstens erreichst du nichts, und zweitens, wann Ich nicht will, ist auch dein Mühen umsonst! („An Gottes Segen – ist alles gelegen“, „wenn Gott nicht will, steht alles still!“ Hanne Ladner)
Es plagt dich auch die langwierige Krankheit deiner Schwester; allein auch da ist es das Nämliche, immer willst du es besser wissen als Ich, oder wie ihr sagt: das Ei will gescheiter sein, als das Huhn! Wann Ich die Seele deiner Kranken gehörig geprüft und mürbe gemacht habe zur Aufnahme Meines Wortes, so wird sie auch gesund werden, und nicht eine Stunde früher, als Ich es will.
Magnetisiere (d.h. segne) du sie nur alltäglich nach Meiner Vorschrift, und traue auf Meinen Segen dabei! Das Übrige lasse Mir über; du magst versichert und überzeugt sein, du kannst deine Schwester nicht mehr lieben, denn Ich als Mein Kind sie liebe, und am Ende, willst du denn nicht ihre geistige Besserung in erster Instanz? Der Körper wird dann schon gesund werden, sobald die Seele sich ganz Mir ergeben hat.
Was die weitere Kopierung Meiner Nebenworte betrifft, wo der eine die Originale verweigert und der andere die Kopien nicht schickt, so siehst du wieder dasselbe, wie Ich oben gesagt, weil Ich es so und nicht anders will!
So lange du deinen Willen nicht in den Meinen ganz aufgehen lässt, und wenn du etwas willst, nur zuerst Mich fragst, zu Mir kommst, und Mich allein bittest, solange wirst du immer die traurige Erfahrung machen müssen, dass „wer nicht auf mich vertraut, der hat stets auf Sand gebaut!“ –
Folge Meinem Rat und du wirst zu rechter Zeit in stetem Hinblick auf Mich alle Fragen so einfach und so natürlich sich lösen sehen, dass du dann erst ganz begreifen wirst – so und nicht anders war es am besten!
Meinen Segen für dich und deine Brüder und Schwestern! Folget alle Meinem Rat und lasst euch führen von Meiner Hand; es ist ja die Hand eines Vaters, des himmlischen Vaters, und glaubt ihr denn, Derselbe kann euch auf Irrwege führen? Wie vertragen sich solche Gedanken mit Meiner unbegrenzten väterlichen Liebe, wo Ich ebendeswegen mit jedem Pulsschlage eures Herzens Tausende von Gnaden über euch ausgießen lasse, von denen ihr nicht eine einzige ahnet!
Ich sage dir nochmals: Beruhige dich! Arbeite für mich und dein eigen Herz! Das Resultat deines Strebens aber lasse Mir über und du wirst Ruhe und Frieden wieder finden, wie selbe Meine Kinder stets haben sollen, da ihnen die Welt nichts mehr geben und nichts mehr nehmen kann. Amen!
Dies sagt dir dein langmütiger und geduldiger Vater, Der euch unmündige Kinder sobald als möglich kräftig dastehen sehen möchte, um noch Größeres als Probeschule zu ertragen, was der Drang der Zeiten und das Herannahen der großen Wiedergeburt eures Erdballs erheischt.
Also:
„Nicht verzagt in trüben Tagen,
Wenn euch des Schicksals Stürme jagen;
Dort Oben ist die Hand, die euch geleitet
Und euch den Sieg gewiss bereitet.
Gut handelnd stets nach Mir ihr müsset schauen,
Und nicht verlieren sondern mehren dass Vertrauen!
Dann mag auch kommen was da will –
Ein Blick zu Mir – und jede Furcht wird still.
Der Vater ist’s, Der euch ja nie verlässt,
Auch selbst wenn ihr Ihn leicht vergäß’t!
Zurücke kehrt ins Herz die Liebe wieder,
Vertrauend werden wieder neue Glieder
Des einigen Bundes, den Ich selbst mit euch geschlossen,
D’rum fortgekämpft stets – unverdrossen!
Am End‘ wird all das Dunkel sich schon klären,
Und sehen werdet ihr den Vater in den Himmels-Sphären!“
Amen.
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