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Winke für Mütter (verzogener Kinder)

Empfangen durch G. Mayerhofer, am 1. Juni 1870

Deine Schwester hat sich ausgedrückt, dass sie wissen möchte, wie sie sich in ihrem Hause und mit ihren (bereits erwachsenen) Kindern zu benehmen habe? und so will Ich dir einige Zeilen für Meine liebe Tochter geben, die so gerne ihr ganzes Haus und seine Einwohner auf dem Wege sehen möchte, den sie selbst zu ihrem Heil eingeschlagen hat.
Schon einmal sagte Ich ihr, ob sie denn glaube, als ein kleines Flämmchen ein ganzes großes Haus erleuchten zu können, und doch möchte sie dieses Mirakel sehen, weil sie glaubt, das sei ihre Mission. Am Sonntag wird sie aus Meinem Pfingstwort schon ersehen, inwieweit sie als Mutter und Hausfrau wirken kann unter den jetzigen Umständen, wie selbe sich in ihrem Hause vorfinden.
Was ihre Kinder jetzt sind, sind sie geworden unter dem Einfluss von ganz andern Umständen und Weltansichten, als wie deine Schwester jetzt die Welt ansieht. Ich weiß es recht gut und kenne ihr Herz, sowohl als Meine Tochter als auch als Mutter; allein das Vergangene kann nicht mehr ungeschehen gemacht werden, und so muss sie mit Geduld zusehen, wenn ihre Kinder nun andere Wege gehen, als sie selbst; es mag ihr zur Beruhigung dienen, dass, was ihre Kinder jetzt sind, nicht auf Rechnung der Mutter geschrieben wurde, und so solle sie nur ruhig abwarten, was für Schritte Ich einleiten werde, um ihre Kinder so zu führen, dass selbe einst doch auch noch Meine Kinder werden könnten.
Eines aber muss Ich hier voraus bemerken, Ich kann nicht umhin, dabei solche Wege einzuschlagen, die Ich selbst als Notwendig erachte. Hat deine Schwester vielleicht je jemand gesehen, der, ohne zuvor weltlich etwas gezüchtigt worden zu sein, freiwillig den Weg zu Mir gefunden hat? Oder hat sie selbst etwa, so lange die Weit mit all ihren Reizen ihr zulächelte und es von Vergnügen zu Vergnügen ging, an Mich gedacht, wie sie es jetzt tut? – Sie lege die Hand aufs Herz, und eine Stimme wird ihr mit „Nein“ antworten.
Erst als die Welt sich für sie zu schlichen begann, und ihr so mehr Zeit zum Nachdenken gelassen wurde, über die falschen Ideen von Wert und Unwert aller mondänen Dinge reifer nachzudenken, erst da fand sie, dass über all diesen Dingen es noch etwas Höheres und Wichtigeres gibt.
Von diesem Zeitpunkt her schreibt sich ihre Um- und Einkehr bei Mir; und wenn sie ihre Kinder glücklich wissen und auch bei ihnen den Trieb auch Mir erwachen sehen möchte, wie ist solches möglich ohne bittere Stunden und sogenannte Unglücksfälle! oder glaubt sie denn, es sei so leicht, den Titel, „Mein Kind“ zu erwerben, und die Menschen könnten das werden so mitten im Reichtum und Glück, wo ihnen die Not und der Hunger nur vom Hörensagen bekannt ist, aber nicht aus eigener Erfahrung? – Wenn sie nur ein wenig darüber nachdenken will, so muss sie es als ein Wunder, ja als eine außerordentliche Gnade ansehen, dass ihre Familie sie selbst so (schnöde) behandelt hat, wie sie es wirklich getan; denn, ohne diese Behandlungen wäre sie nie zu Mir, nie in Meine Nähe gekommen; und so ist es auf dieser Welt überall, dass oft die Menschen gerade mit dem, was sie eigentlich Böses an andern verüben wollen, das Meiste zu deren Bestem beitragen.
Deswegen solle sie nur ruhig sein und Mich sorgen lassen; will Ich ihren Kindern diese Gnade angedeihen lassen wie ihr, so solle sie überzeugt sein, dass Ich gewiss die Mittel und die Art finden werde, um ihre Herzen von der Welt abzuziehen und ihnen den Weg zum Frieden und zur inneren Seelenruhe zu zeigen, den sie alle jetzt vergebens suchen und gemäß ihrer Anschauungsweise auch nicht finden können.
Meine liebe Tochter solle mir ihre eigene Führung als Richtschnur auch für ihre Kinder nehmen und mit Vertrauen zu Mir wird sie bald erfahren, dass alles was der heilige Vater tut, stets im rechten Zeitpunkt und in der rechten Weise zum Besten der verirrten Menschenkinder geschieht. Dies für heute!
Amen!

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