← Zurück zu „Lebensgarten“

Ein geistiger Blick ins irdische Leben, mit Verhaltungsmassregeln

Empfangen durch G. Mayerhofer, am 3. Januar 1871

Nachdem du, Mein lieber Schreiber, eben von Zweifeln schreibst, ein Wort, das in deinem Munde nicht und in deinem Herzen noch weniger vorkommen sollte, weil es Mangel an Vertrauen zu Mir ausdrückt, so will Ich denn dir wieder aus der Klemme helfen und statt dass du deine Lamentationen und politisch kriegerischen Betrachtungen fortsetzest, dir Worte des Lichtes für deine beiden besorgten Kinder geben.
Was deine Schwester betrifft, so schreibe ihr, sie solle nur getröstet sein, wenn auch solche einzelne Fälle des Unwohlseins vorkommen, es sind Kämpfe, angeregt durch die zuletzt genommenen Mittel; es würden ihr auch die Matteischen Mittel (Graf Cesare Mattei (Bologna) erfand eine Art spagyrisch-homöopathische Mittel. Er nennt sein System „Elektro-Homöopathie“; seine Klinik ist in Rom) helfen, allein, dann hat ihr Mattei und nicht Ich geholfen, nachdem aber Ich sie in die Kur genommen, so will auch Ich dieselbe vollenden.
Auch in Meiner Praxis kommen solche Rückfälle vor, die Ich zulasse, sobald der Eifer gegen Mich nachlassen möchte und so sind sie die beständigen Wecker zum Vorwärtsschreiten in Liebe und Demut, auf dem Wege des Kreuzes in Mein geistiges Reich.
Es ist ja auf eurer Erde auch nicht immer schönes Wetter, es müssen Stürme, Regen und Gewitter kommen, deren Wirkung am Ende immer heilsamer ist, als der ewig gleichheitere Himmel und Sonnenschein, wo am Ende unter fortwährendem Sonnenstrahle alles, statt zu wachsen, verdorren würde.
Im geistigen Leben ist es ebenso; der Geist oder die Seele muss gereizt, muss durch Leiden erschüttert werden, um deren Tatkraft zu befestigen und zu vermehren; (die Misshelligheiten oder das Kreuz sind das Salz des Lebens in geistiger Beziehung. D. Hsg) deine liebe Kranke schrieb dir vor Kurzem einen so schönen Brief voll Liebe für Mich, der dich herzlich freute und Mich noch mehr und doch blieb diese selige Stimmung, dieses unbegrenzte Vertrauen in Mich sich nicht gleich, es verflog, ließ nach; und nachdem auch Ich, wenn jemand Mir so seine Liebe erklärt hat, wie deine Schwester – nicht will, dass ihre Liebe zu Mir nachlasse, sondern nur sich noch vermehre, stärker werde, so schicke ich kleine Wecker, die das wankelmütige Frauenherzchen wieder anregen sollen, um sich nicht von Mir ganz abzuwenden.
Deine liebe Schwester soll wissen, dass auch Ich wie ein liebender Vater oder Bräutigam bei euch nichts weniger ertragen kann, als nach so einer feurigen Liebeserklärung eine Erkaltung; auch Ich bin dann eifersüchtig, („Ich bin gekommen in die Welt, zu suchen (das mit Eifer Meiner Liebe) das für sie Verlorene,“ spricht der Herr! D. Hsg) und suche Mein Kind zu bewegen, nur wieder nach Mir zu blicken, und nur Mir zu vertrauen!
Übrigens du, Mein Schreiber, sei ruhig! Jetzt, wo du Meine Worte an sie richtest, geht es schon wieder besser, es war nur die Folge einer Erkältung, und die Schmerzen vom vergangenen Jahre werden im heurigen schöne Früchte tragen, des sei du versichert! –
Was die Besorgnis deines Bruders, ihres Mannes, anbelangt, so sage ihm, er soll nur Mir vertrauen! Ich weiß und sehe alle diese Gräuel des Krieges und lasse sie zu, weil es die Menschen der jetzigen Zeit nicht anders verdienen; je verstockter sie sind, desto größer und kräftiger die Weckmittel. Viele Menschen müssen und werden noch sterben; allein ihr müsst euch den Tod nicht so vorstellen, wie er augenscheinlich sich zeigt, dort wo vielleicht Hunderte wegen der Verstorbenen jammern, (aus natürlichem Schmerz und geistiger Blindheit und manchmal aus berührtem Eigennutz. D. Hsg.) stimmt in der andern Welt nicht ein Einziger in diesen Jammer mit ein, sondern, jubelt und preist meine Führung, dass Ich auf diese Art sein, und vielleicht das Heil seiner Familie gegründet und befördert habe; es werden euch später noch mehr haarsträubende Dinge der Unmenschlichkeit bekannt werden, und doch, wenn gleich euer Gesicht bei Lesung solcher Taten von gerechtem Unwillen sich rötet, sehet, es ist das Endresultat doch wieder von Mir in ein Werk der Liebe und Gnade umgewandelt worden.
Nur weltlich müsst ihr diese Sachen nicht beurteilen, sondern sie von Meiner Seite betrachten, da Ich eigentlich nichts anderes tue, als wie oft eine liebende Mutter bei euch mit ihrem unmündigen Kinde, dem es am großen Festtage ein besseres Kleid anziehen will, während das Kind sich weinend widersetzt. Ist aber die Ankleidung geschehen, und besieht sich das Kind im Spiegel, es doch dankend der Mutter um den Hals fällt und liebkosend sie um Verzeihung bittet – des blinden Widerstandes wegen; denn es sieht nun ein, es wusste nicht, was es tat. –
Und so, Meine lieben Kinder, frohlocken jetzt Tausende, die unter Schmerzen und Elend auf dem Schlachtfelde oder in Spitälern den Geist aufgeben, d.h. den morschen Leib abgeschüttelt und in geistiger Freiheit ihrem Weg der großen Bestimmung entgegen gehen.
Was die Machthaber, ihren Stolz und Ehrgeiz betrifft, da seid nur ruhig, sie sind auch in Meiner Hand, und gerade da, wo sie sich am stärksten und mutigsten wähnen, werde Ich ihre Ohnmacht sie fühlen lassen.
Auch sie sind Meine Kinder, wenngleich verzogene; allein Ich habe schon Mittel, sie wieder auf den Weg zu bringen, wo sie nur Meine, nicht ihre Pläne fördern müssen! –
Ihr alle, vertrauet auf Mich! Lasset die Ereignisse kommen wie sie wollen; nur in Meinen Armen und an Meiner Brust ist Ruhe, dort werfet euch hin und lasset das Weltregieren Mir über: und wenn ihr das wirklich tuet, so werdet ihr sehen, welch‘ ruhigen Blick euer geistiges Auge erhalten wird. Ihr werdet wie ein hoch über Gebirge wegstreichender Adler nur die große allgemeine Aus- und Fernsicht genießen, und die Einzelheiten einer jeden Gegend oder Situation als unbedeutend erkennen, an Meiner Hand den Segen Meiner Lehre und Meiner Liebe genießen, so wie es Meinen Kindern geziemt, die nichts anderes kennen und wünschen, als nur den Willen ihres Vaters zu erfüllen und alles was er tut, im voraus als das einzig rechte erkennen.
Nach dem strebet und eure Ruhe und Mein Segen wird euch nicht ermangeln; dieses sagt euch euer euch liebender Vater!
Amen!

← Zurück zu „Lebensgarten“