← Zurück zu „Lebensgarten“

An Meine Freunde!

Empfangen durch Jakob Lorber, am 29. Juni 1840

„Wo ihr immer Zwei oder Drei und auch noch Mehrere in Meinem Namen und in Meiner Liebe versammelt seid, da bin Ich auch mitten unter euch,“ aber nicht wie bei den Konzilien, da Ich niemals inmitten war, da man sich versammelt hatte (in der Absicht, wie der jüdische Rat vor dem Hohenpriester Kaiphas) und beratete sich, unter Meiner vermeintlichen Inspiration, um die Vorrechte und Heiligkeit des Hierarchen und dessen Unfehlbarkeit, und berechtete und berechnete den großen Verlust der zeitlichen Einkünfte des Stuhles, und
kümmerte sich wenig um Mich, und ließ Mir mit der allergenauesten Not kaum so viel Raum, als Ich einer Milbe im Weltenraume. –
Mein äußerlicher Name wie der einer andern geschichtlichen Person, und einige Bruchstücke Meines Wortes, daraus ein Blindglaube und eine tote Liebe, eine systematische Gottesverehrung und aus ihr hervorgehender Zeremonienkult sind das Einzige, was Mir noch gelassen wurde, und dadurch wurde Ich gleich jenen Herrschern, die von ihren Beamten auf den Thron gestellt wurden, als ein Deckmantel aller ihrer Niederträchtigkeiten, und die sich noch sehr hoch gefallen lassen mussten, dass diese noch (ihnen beinahe allezeit unbewusst) ihre Herrschernamen als amtliches Kraftsigill gebrauchten, um damit ihren allerlei Dekreten und Verordnungen eine alleroberste Rechtskraft zu verschaffen.
Sehet, gerade so ergeht es Mir in den meisten Meiner Kirchen, überall sucht man Mich den Blicken Meiner Kinder zu entziehen, und stopft ihre Ohren mit leerem Schall, damit sie nur Meine Vaterstimme nicht vernehmen sollen, man hält ihnen hölzerne Christuse vor die Augen, damit sie ja den Lebendigen nicht sehen sollen, und macht mit dem Geläute der Glocken ihre Ohren taub für Meine Stimme, und lässt nicht laut werden in dem Herzen „ein lebendiges Wort!“ –
Sehet, daher trete Ich als euer Alles in eure Mitte, und warne euch vor dem Sauerteige der eigennützigen Pharisäer, damit ihr allezeit das Angesicht eures heiligen Vaters schauen möget, und hören Sein lebendiges Wort:
„Werdet klein wie die Kindlein, damit Mein Reich das eurige werde! denn darinnen ist die größte Weisheit, wie in der Liebe die größte Seligkeit!“ –
Dir aber, du Mein lieber „Wortemsig“, will Ich den Trost geben, wie auch deinem Mir schon recht lieb gewordenen Weibe, dass Ich deine Kindlein in Meinem Buch aufgezeichnet habe; sage ihnen, dass Ich sie zu Kindern angenommen habe, als wären sie aus Meinem Segen hervorgegangen, und will auch ihnen ein liebevollster heiliger Vater sein! und so will Ich ihnen auch am heutigen Tage einen kleinen Wunsch beilegen, nämlich:
Dass sie ja fleißig sollen ihren Willen gefangen nehmen, in Allem, was Ich durch Meinen Knecht angeordnet und kund gegeben habe, und noch gar vieles kund geben werde, dass sie den willigsten Gehorsam ihren daraus unterrichteten Eltern leisten sollen, dann werden sie Alle recht bald schon erkennen und in sich wahrzunehmen anfangen, was das heißen will, Mich zum Vater zu haben, Der so unermessliche Schätze und Reichtümer zum Verschenken hat an Seine Kinder, die Ihn lieben. –
Ihr aber, Meine lieben, noch sehr wenigen Freunde, seid heiter und fröhlich in eurem Herzen! denn Ich bin bei euch, und freue Mich mit euch, so ihr Freude an Mir habet, – und diese Freude wird euch ein heller Stern sein, so ihr verlassen werdet die Welt und wird euch geleiten frei auf der weiten Reise in Meine großen Himmel, und wird euch dort – wie auch zum Teil schon hier – führen in Meine große Stadt!
Amen.
Nun seid fröhlich! und wer aus euch mit Mir reden will, der rede, und Ich werde den Mund und die Zunge lösen in der Stunde Meinem armen Knechte (oder aber euch die helle Antwort ins Herz legen); aber ferne sei von euch aller Vorwitz, und desto näher die Liebe eures Herzens! Amen.
Ich, euer liebevollster Vater in Meinem Sohne Jesus!
Amen, Amen, Amen!

← Zurück zu „Lebensgarten“