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Wie man sich bettet – so liegt man

Empfangen durch G. Mayerhofer (Triest), am 5. Januar 1871

Was streitet ihr euch und bemüht euch, Wege gerade machen zu wollen, die eben durch ihre Krümmungen eher zum rechten Ziele führen.
Dein Bruder plagt sich mit Gewissens-Skrupeln über Sachen, die von ihm nicht abhängen, und wobei er an nichts schuld ist. Hat er doch sein Möglichstes getan, diese verwaiste und halbeingeschlafene Seele zu wecken; habe nicht Ich Selbst getan, was Mir als Vater aller Kreatur auch für dieses Kind möglich war.
Hat es etwas gefruchtet? wenigstens für den Augenblick sehr wenig oder gar nichts. Nun, wenn Ich Mir keine Vorwürfe mache, so solle dein Bruder nur auch ganz ruhig sein. Was Ich in der Zukunft tun werde, diese Seele auf den rechten Weg zu bringen, das weiß nur Ich, und ob Ich sie hier, oder dort unter anderen Verhältnissen dahin bringe, wo Ich sie haben will, über das braucht ihr euch keine Sorgen zu machen, noch darüber zu rechten.
Dein Bruder hat als Mensch, Bruder und Arzt gehandelt, wie er nach seiner Einsicht glaubte, dass es recht war. Als Arzt soll er sich nur bezahlen lassen, wenigstens kann er versichert sein, dass dieses Geld in seinen Händen besser angewendet werden wird, als in den Händen derjenigen, welche es geben. Was das Andere betrifft, so lasse er es Mir über, Ich werde ihn und sie leiten, wie es die Umstände erheischen, und werde ihm die Worte und Gedanken ins Herz legen, die er braucht, um sie zu führen, wie es Meinen Plänen angemessen ist.
So viel über dieses schon oft von Mir berührte Thema; die Freiheit eines jeden Menschen taste Ich nicht an, und es muss im Allgemeinen Jeder so liegen, wie er sich gebettet hat. Dieses genügt für heute.
Amen.

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