Empfangen durch G. Mayerhofer (Triest), am 2. November 1870
Du sollst einige Worte von Mir verlangen, teils für deinen Freund, der seine (Missions)-Bemühungen so in Rauch aufgehen sieht, teils sollst du ein Trostwort erbitten, das der bedrängten Schwester mitgegeben werden solle.
Was Ersteren betrifft, so sage ihm, er solle sich trösten mit dem Bewusstsein dessen, was er getan; ob diese Schwester wirklich schon bleibend für Mich gewonnen war oder nicht, weiß Ich besser als er; denn Ich bin Derjenige, Der Herz und Nieren erforscht, und so soll er nur ruhig sein, wenn auch seine Schwester auf einige Zeit außer seinen Wirkungskreis tritt, aus Meinen Händen kann sie sich nicht verlieren, vorausgesetzt, wenn sie sich nur ganz denselben übergeben wollte.
Es gibt eben Leute, die mit ihrem Schicksale, wie Ich es anordne, nicht zufrieden sind und selbst Schicksal machen wollen. Diese muss ich jedoch als freie Wesen auch frei lassen.
Wählen sie sich den schlechten Weg der Simulation und Wankelmütigkeit, so kann (und darf) nicht Ich sie stark machen, sondern sie müssen im Unglück selbst erstarken.
Dein Freund ist vor Mir gerechtfertigt, das andere lasse er im Frieden. –
Eine Mitgabe für seine Schwester ist etwas schwer zu geben, denn Tauben ist nicht gut predigen, und daher auch die Worte nur leer gedroschenes Stroh. Hat sie ihm nicht alle seine (geistigen) Briefe zurückgesandt, was will denn das sagen als: die vermeinte Ruhe und den Frieden habe ich nicht dort gefunden, wo du glaubst, sie mir gegeben zu haben, ich will sie anderswo suchen.
Ich, als Herr und Schöpfer, achte die Freiheit der Menschen, so soll auch dein Bruder die Freiheit dieser Schwesterseele achten, sie will einen neuen Weg einschlagen, nicht zu Mir zu kommen, sondern um ihr materielles Leben zu verbessern.
Wird sie zu Mir kommen wollen, so soll ihr der Leiter auf diesem Wege nicht fehlen, will sie aber der Welt folgen und Wert in Sachen legen, die denselben nicht haben, so lasset sie gehen, durch bittere Erfahrungen und Leiden wollte Ich sie zu Mir ziehen, durch noch traurigere wird sie erfahren müssen, wie auf sandigem Grunde die Pläne gebaut sind, die man ohne Mich schmiedet.
Dieses zur Beruhigung für deinen Bruder, und in dieser Sache für heute genug!
Amen!
NEUOFFENBARUNG