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Wachet auf zu geistigem Leben!

Empfangen durch Kath. Michel-M. (Triest), am 15. Juli 1871

Dass du und ihr Alle in den Gärungsprozess geraten seid, ist nicht Meine, sondern lediglich eure Schuld.
O wie oft habe Ich euch zugerufen: „Meine Lehre gebe Ich nicht zum Bewundern, sondern um danach zu leben, und um sein laues Leben und seine schwache Liebe zu befestigen daran“ – und sage selbst: wie Viele unter euch sind es, die sich danach kehren?
Einige sind unter euch, die die Andern beneiden, wieder Andere sagen: „Was tue ich doch Schlechtes? der Herrgott ist wohl ein gar kurioser Mann, dass Er nicht einsieht, dass doch Dieser und Jener ganz ordentlich lebt, ich weiß doch nicht, was man an Jenem auszustellen hat, und doch ist Er nicht zufrieden so,“ und so geben Andere an, „sie tun und geben, was sie können, und dennoch scheint Er nicht zufrieden zu sein!“
Habt ihr noch nie soviel Zeit gewonnen, dass ihr in eurem Inneren darüber nachzudenken im Stande seid: „Was will der heilige Vater damit (d.h. mit Seinen ermahnenden Gnadenworten) bezwecken? will Er aus den Menschen weltlich gut angesehene Figuren, oder will Er Kinder für Sein Reich ziehen?“
Weltliche Figuren zieht sich Mein Gegner genug, aber für Mein Reich Mich liebende Herzen, solche kann und wird er nie in ruhe lassen; daher tut Jeder lieber dem Weltgeist huldigen, als für Mich zu leben trachten.
All Mein Zurufen, all Mein Ermahnen hilft nicht; Jeder liest, legt mit dem Beifall – dass Alles schön und wahr ist – es bei Seite mit dem Bemerken, „wir sind ja in dieser Welt und können doch nicht anders machen dies und Jenes!“ das ist Alles, was ihr gewinnet. –
O ihr blinden Menschen! Sehet und erkennet ihr denn nicht, dass Ich nichts Anderes will als eure Liebe, für euch, und nicht für Mich! Ich bedarf euch Menschen nicht! ja aber wohl ihr bedürfet Meiner, ohne euch bin und bleibe Ich Der, Der Ich von Ewigkeit her war, aber ihr Menschen, ohne Mich seid ihr nichts! Gut, sehet ihr’s ein; aber Alles fehlt euch, da es nicht die gewöhnliche Komödie ist; aber verstehet ihr noch nicht, dass Ich mit Mir nicht spassen lasse, wie die gewöhnlichen Komödianten! –
Noch rufe Ich euch zu: Wachet auf! Fanget an, eure Herzen auszufegen! Genug gute Lehren habt ihr, wodurch ihr anfangen könnt, euer wahres Vertrauen und eure Liebe zu Mir anzufachen, ansonst Alles vergeblich und verlorene Zeit für euch ist! Meinen Liebling (Mayerhofer) kränket ihr Mir bis zum Tode, der Arme, Schwache sieht all sein Mühen umsonst, er bittet Mich in seinem traurigen (Gemüts-)Zustande, ihm seine Mission abzunehmen, indem doch die Mehrzahl unter euch nur zum Zeitvertreib an diese heiligen Worte sich begibt. –
O arme Menschheit! Ziehet weg den Schleier der weltlichen Begierden, und befestigt eure Liebe tatsächlich zu Mir, ansonst keine anderen geheiligten Diktate mehr zum Vorschein kommen können. Genug habt ihr zu tun, den Stachel des Satans aus euren Herzen zu vertreiben.
Wie Viele beten und seufzen nach einer solchen Liebesquelle, wie ihr schon seit Jahren sie genossen habt, und wie wenig reife Früchte kann Mein Schreiber für Mich aufzeichnen, und noch weniger wird er in Zukunft für euch zu tun bekommen, so ihr Meinen letzten Mahnruf nicht vernehmet – Aug, Ohr, Herz, Sinn und Gefühl für Mich zu öffnen!
Jeder hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn die Gnade Andern, Würdigern zukommt.
Mit allem Diesem sage Ich, dein heiligster Vater – „Amen!“ – Fortan wird es heißen „Gottes Donnerstimme“ und nicht mehr Vater, Bruder, Freund und alles in Liebe, wie bis jetzt es war. Mit dem Segen an alle.
Amen!

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