Empfangen durch F. H. K., am 9. Februar 1881
„Schwach im Fleische“ (ist der Mensch), weil es aus der Schwäche dieser Welt entnommen ist, wird es stets die Schwache dieser Welt als Anziehung haben.
„Groß im Geiste“ – aber schwach im Fleische bleibt es mehr der Welt anheim gestellt, weil die Größe in der Schwäche eingekeilt ist, und dem Anscheine nach nur einen geringen Spielraum zur Verfügung hat.
Der ausübende Regulator – das Fleisch nämlich – ist der Schwäche untergeben und der starke Geist ist bemüßigt, sich diese Schwäche zu unterwerfen. Was nützt mir meine Stärke im Geiste, wenn mein Fleisch schwach und gebrechlich den Willen des Geistes nicht ausführen kann zufolge der Schwäche? Die Schwachheit oder auch die Stärke – in materieller Hinsicht genommen – muss sich der Größe und der Reinheit des Geistes unterwerfen, muss mit dem Geiste sich vereinen, ihm vielmehr dienen in dem, was er haben will und sein Wille wird nur ein gerechter oder ein Gotteswille sein.
Das Fleisch muss das ausübende Organ bilden zu dem, was der Geist oder das Gewissen ihn zu tun heißt. Nachdem aber die Seele auch ein Konglomerat der Welt ist, eine Zusammensetzung, so hat auch sie da den Einfluss auf den Menschen, und treibt das Fleisch zu Handlungen, die dem geistigen Willen ganz entgegen laufen, und wenn die Materie diese Handlungen durch den Trieb der Seele zur Ausführung bringt, so wird sie stark im Bösen und beurkundet eine Stärke in ihrer Schwäche.
So ihr das fassen und begreifen könnt, so werdet ihr leicht einsehen, dass es notwendig ist, dass die Seele und die Materie sich vom Geiste der Wahrheit in ihrer Schwäche, die sie von Haus aus in diese Welt gebracht, durchdringen lassen müssen, damit das, was unrein, rein gewaschen werden kann, um sich durch die Reinheit zu vereinen, und mit ihr eins zu werden, weil Gleiches nur Gleiches sich schon von Gesetzwegen anzieht und sich vereint.
Sohin muss der Körper oder das ausübende Werkzeug des Geistes als dessen Handlanger sich ganz durchdringen lassen vom Willen des Geistes, der rein, weil aus Gott und Gott Selbst die Reinheit ist. (Heiligung.)
Fasset den Geist! Der Geist ist Liebe und bringt wieder Liebe. Auch der Geist ist Mensch, der innere Mensch und will den Menschen der Außenwelt durch sein Innenleben durchdringen, ihn reinigen, so dass das Innere gleich dem Äußeren und das Äußere gleich dem Inneren wird, und so nur Ein (harmonisches) Leben entstehe. –
Da ihr schon wisst, dass der Mensch aus Geist, Seele und Leib besteht, sohin aus drei Menschen, so könnt ihr sehr leicht entnehmen, dass das ganze Leben den Zweck hat, diese drei Menschen, die aber nur Einen ganzen Menschen ausmachen, in allen ihren Teilen zu (ver-)einen, um durch ihr gleichmäßiges Wollen die Harmonie eines Wiedergeborenen zu erreichen.
Der Geist ist rein aus Mir, die Seele und der Körper sind aus verdorbenen – weil gefallenen – Geisterparzellen zusammengesetzt, von Stoffen (tendenziösen Intelligenzen), die entgegen Meinem Willen sind (Rebellen).
Um nun diese (Natur-) Geister oder diese (gefallenen seelischen) „Stoffe“, wie ihr es nennt, wieder zur Umkehr zu bringen, habe Ich ihnen die Reinheit hinzugegeben, vielmehr ihnen das Ideal einer solchen, (als) Meinen göttlichen Funken, (…. einer solchen, (als) Meinen göttlichen Funken …. – das Komma solchen, und die End-Klammer als), sind neu eingefügt worden, weil es im Original (Fraktur) wohl fehlt. – und das (als) stammt wohl von „Hsg“ und ist m.E. fehl am Platz.) eingelegt, damit sie in ihr einen Spiegel der Reinheit vor Augen haben, und ihr Schlechtes darinnen beschauen können,
um eventuellen Falls, so ihr Wollen ein ernstes und festes ist, das Schlechte zu lassen, und durch diesen (Wahrheits-)Spiegel zu einer Besserung bewogen werden zu können.
Es ist sohin eure Aufgabe, reine Geister zu werden, und dieses ist möglich durch Selbstverleugnung und Aufopferung, was zu vollbringen euch der Spiegel der Reinheit erleichtern hilft.
Aber auch der kann getrübt werden, wenn ihr euch zu sehr fangen und umstricken lasst von der Verkehrtheit (des Geistes der Lüge) und aber auch diese kann beeinträchtigt werden, und so sie einmal beeinträchtigt ist, hat sie nicht mehr die Kraft euch zu blenden, da ihr dann die Erkenntnis herausfindet, die ihr haben müsst.
Denn eine richtige Erkenntnis muss sein, um das ganze Gebäude aufführen zu können; weil die Erkenntnis der Grundstein, das Fundament ist, auf welches der Bau eures Lebens zu stehen kommt.
Sie muss bei euch in erster Linie vorhanden sein, sie muss kultiviert, gepflegt und erzogen werden, damit sie in ihrer Klarheit eine große ausübende Kraft bilde, die keinen Schaden sich beibringen lässt, durch Stöße und Rüttlungen, die sich an ihr zur Förderung ihrer Stärke erproben.
So nehmet Meinen Segen.
Amen.
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