Empfangen durch Kath. Michel-M. (Triest), am Pfingstfest 1873
(Auf die Frage wegen dem Drucke der italienischen Übersetzung der Jugendgeschichte des Herrn)
Mein Wunsch kann sich mit dem deinigen nicht einigen, aus dem Grunde – weil die blinde Menschheit nach ihrem Ermessen zu urteilen gewohnt ist. Sollte es an der Zeit sein, so wird Der, Der es euch zu schreiben diktiert gab – es auch zum Drucke zu befördern die Winke geben; allein eure Ungeduld treibt Mich an, euch zum wiederholten male zu sagen – wann die Zeit da sein wird, dann wird auch Geld und der Mann da sein, der es ganz gewiss mit Liebe zum Druck mit Leichtigkeit befördern kann.
In eurem Herzen taucht da freilich schon wieder eine Frage auf, warum denn nicht schon jetzt? Das Warum solltet ihr doch in euren Herzen geschrieben finden, es heißt, der geistig verschlafenen Menschheit können Meine Worte mehr schaden als nützen (besonders in Italien), genügt euch diese Antwort nicht, so sage Ich euch vorderhand, – seid ihr doch schon genug gewitziget worden, was Meine Gegner zu tun im Stande sind! (wie z.B. die erste Ausgabe der Jugendgeschichte 1851 in Stuttgart von der reaktionären geistlichen Zensur konfisziert und zerstört wurde. Gott sei Dank, dass derlei Zeitumstände nun für uns hier vergangen sind. D. Hsg.)
Soll es euch wirklich Ernst sein, Meine Lehre und Meine heiligen Worte zu bewahren auf die Zeit, wo Ich es für tauglich finde, sie zu veröffentlichen, so tragt bis dorthin Geduld! –
Du sagst – „wer kann Dir o Vater entgegen sein?“ Freilich kann Meiner Macht Niemand trotzen, Ich sage – aber dennoch muss es so und nicht anders sein, weil es die Welt so will, wie ihr jetzt alles im Taumel des Egoismus verrannt sehen könnt. O wie schwer ist es, die Wahrheit zu sehen!
Noch finde Ich bei Meinen Anhängern der neu wiedergegebenen Lehre sehr Wenige fest im wahren Vertrauen! – um sie verwenden zu können, als das, zu was Ich sie eigentlich bestimmt habe, nämlich, hinaus, gleich wie Meine Apostel, in alle Welt zu verkündigen aller Kreatur – Meine durch den Egoismus vergessene Gottheit, und Meine Liebe-Lehre, welche Ich euch so zahlreich aus dem reinen Himmel auf eure beschmutzte, durch Sünden aller Art verunreinigte Erde gab. –
Auch du, Meine liebe Schreiberin, befleiße dich, mehr auf die Stimme des Herzens zu horchen, um genauer dich daran zu gewöhnen, damit du die von Mir von Anbeginn deines dies irdischen Lebens bestimmte Mission nicht verfehlst.
Die Zeit drängt, und jeder muss seine Aufgabe lösen, ansonsten euch diese großen Gnadengaben zu nichts, oder vielmehr zum Nachteile dienen.
Zum Schlusse sage Ich euch allen, o liebe Kinder! Liebet Mich, euren liebevollsten heiligsten Vater, mit mehr Eifer und Ergebung in Meinen Willen, und nicht nur in purer Lauheit und gewohnheitshalber; die Mühe, die ihr euch gebet zu dem Behufe, wird euch gewiss in Ewigkeit nicht reuen; wahrlich sage Ich es euch, euer liebevollster Vater und Jesus, mit dem Segen.
Amen.
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