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Zur Erziehung der Menschenseele (Ein Vaterwort der Mahnung)

Empfangen durch Kath. Michel-M. (Triest), am 21, 22, 23. Juli 1873

So schreibe nun: was die Seele des Menschen betrifft, so ist sie ein Hauch Meiner Liebe; daher denke nicht, dass selbe nur in der Vergessenheit des lieben heiligen Vaters im Körper steckt, sondern dem freien Willen anheimgestellt, und aus diesem vereinigt mit dem Geiste nach allen Richtungen sich wendet, damit dieselbe den Geist wieder erkennt, und gleichwie der Mann sein Weib, auch er – der Geist – die Seele aufnimmt, und sich mit ihr vereint – in der Kraft Meines Liebewillens, und zur größeren Verherrlichung selbe zu dem bevorstehenden Kampfe bereitet; denn die Zeit, darinnen ihr lebet, und in der Schule, worein Ich euch lenkte und wo Ich euch lehrte, bedarf sehr viel Kraft zu dem, als was Ich euch haben will; daher muss die Vorprüfung in kleinen Rüttlern geschehen; das ist, die Seele wird dem Geist entwunden und frei dem Körper überlassen, wovon sie dann, wie du erfahren, völlig sich ganz verlassen fühlt, und deshalb auch der Ohnmacht preisgegeben ist; doch – fürchte Nichts! mit Meiner Vaterliebe und -Gnade wird der Mensch, so leidend er auch scheint, doch wieder das Beste für seine Seele erhaschen.
Das für dich, und für alle, welche sich kehren wollen zum wahren Ackerbau, denn das Feld liegt lange schon brach; deshalb auch viel Stärke von Noten ist für die Arbeiter. Die Kost zu solcher Stärkung hab‘ Ich euch hinreichend aus Meinen Himmeln direkt gereicht, so dass ihr solche in tausend und abermals tausend Jahren nicht aufzehren werdet. –
Siehe, liebes Kind, das sind die Ursachen deines so schnellen Unwohlseins; ebenso schnell wie deine leibliche Krankheit überhand nahm ohne Meine und ärztliche Hilft, ebenso nimmt täglich die geistige Krankheit, oder möcht‘ Ich sagen, die geistige Taubheit im Allgemeinen zu; deswegen sage Ich, und rufe euch so oft schon wiederholt zu:
Liebe Kindlein, liebet Mich! und verstehet Meine Liebe und Meine Kundgebungen! – die Zeit rückt immer näher und näher, wo ihr alle erprobt werden müsset, was ihr in der, bedenket wohl, in der göttlichen Liebesschule gelernt habet.
Das zu deiner Beruhigung, und als geistiger Sinn deines überraschenden körperlichen,
so auch geistigen Unwohlseins, mit dem Segen und Warnung an Alle schreib‘ Ich dieses. (Die fragende und schreibende Schwester M. wurde plötzlich von einem heftigen Cholera-Anfall mit Erbrechen, Durchfall und fürchterlichen Krämpfen (zum 3. Mal in ihrem Leben) heimgesucht, so dass sie ohne göttliche und ärztliche Hilfe nach 6 Stunden unfehlbar eine Leiche gewesen wäre; so kam ihr der Gedanke, was doch die so ohnmächtige, von der Krankheit des Körpers überwältigte Seele eigentlich ist, und warum so? ec, – als Zeuge – D. Hsg.)
Amen.

Nachschrift zu Obigem
auf die Bitte um nähere Erklärung der dunklen Stellen:
Du kannst freilich noch nicht zwischen den Zeilen lesen, also höre: „die Seele ist ein Hauch Meiner Liebe. Denke nicht, dass selbe nur in Vergessenheit steckt“, das will sagen, dass Ich selbe nicht verlasse, aber sie wird, wie ferner gesagt, der Probe ausgesetzt, ob sie ganz der Welt anheim fällt, oder ob sie wieder den Geist und das Geistige sucht, und sich dadurch mit dem Geiste wieder vereinigt, und Geistiges und nicht Materielles nur fortpflanzt, und zur weiteren Vollendung sich selbst behilflich sein wird und sein muss; das heißt, „zwischen den Zeilen lesen“, „mit dem Herzen“ und nicht mit dem Kopfe allein arbeiten, mit dem Kopfe arbeiten für den Leib, mit dem Herzen arbeiten fürs Geistige, welches unumgänglich nötig ist.
Dies zur Nachachtung für Alle, welche nicht so leicht die Herzens-Sprach zu verstehen glauben, was übrigens wohl sehr leicht ist.
Du fragst, wie soll ich dieses verstehen? Siehe, lege alle weltlichen Wünsche und Hindernisse bei Seite, fasse dich ganz und gar nur allein in Mir! Wie bald wirst du da die Sprache deines Vaters vernehmen, und dich glücklich wie die ersten Menschen bei Meiner persönlichen Gegenwart fühlen.
So Meine Kindlein, suchet die innere Herzens-Stimme! euer liebevollster Vater wird Seine Versprechungen nicht unerfüllt lassen; mit dem väterlichen Liebesegen euch – o Meine lieben Kindlein und jüngeren Schüler!
Amen! Amen!

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