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Es werde Licht in deinem Hause! (Für eine verkannte Unglückliche)

Empfangen durch Kath. Michel-M., am 23. Februar 1874

Du bittest Mich um ein Gnadenwort für diese vermeintliche „Sünderin“. O welch ein Urteil wird gefällt! Ich sage dir, mit Nichten sollt ihr dies betrübte Zartgefühl mit raschem Eifer kränken, zu rasch – ist gefehlt! das betrübte, wunde Herz wird nicht geheilt dadurch! Liebe, Sanftmut und Geduld war Ich, als euer Vorbild leiblich, so auch geistig; auch ihr (jetzigen Jünger) konntet nicht Meine Vaterliebe auf einen Hieb begreifen, Jahre und Jahre hatte Ich und habe noch immer Geduld mit euch; und nun sage Ich ihr:
Liebes Kind! sei nicht so betrübt ob der Stunden, die dir so mühselig und öde erscheinen! würdest du manchmal einen Aufblick zu deinem heiligsten Vater, Der dich von Anbeginn der Welt, ehe du noch das Licht dieser Welt erblicktest, schon so vielfach führte, machen, und Der noch immer dich im Auge behält, und unsichtbar dich führt, – da würden dir die Stunden mehr süßes und vergnügtes Leben bieten; bedenke, du bist doch immer in Meinen Händen; es kann nicht anders als so sein; du musst auf diesem, dir scheinbar harten Wege zu Mir geführt werden. Auch deine Kinder, die Ich dir gab, zum Pfande der Liebe, solltest du mit Liebe, Sanftmut und freudiger Ergebung in den heiligsten Liebewillen auf den wahren Weg des Heiles hinführen, damit selbe auch den heiligsten Vater in Jesus kennen lernen, dann wird deine Aufgabe und Alles ein anderes Licht bekommen; deine betrübten Stunden werden sich erhellen, eine andere Familienliebe wird dann in deinem Herzen auftauchen, zur Freude für dich und dein ganzes Haus, welches dann nichts als Segen und wieder Segen sein wird, dann wirst du ausrufen: „jetzt weiß ich, was „lieben“ heißt, „von Dir, o lieber Vater, strahlt nichts außer Liebe und wieder wahre Liebe und Leben hervor.“ –
Liebes Kind! opfere deinem dich liebenden Vater etwelche ruhige Augenblicke! reiße dich los von dem irdischen Wirrwarr, der dir doch keine dauerhaften Freuden bieten kann, schwinge deinen Geist hinauf zu den höchsten Höhen, wo dich dein liebender Vater mit Sehnsucht erwartet, öffne Ihm dein Herz, damit Er es befeuchte mit dem Tau Seiner heiligsten Vaterliebe, wo du dann als Siegerin, den Palmenzweig hoch schwingend, mit Mir am Kreuze ausrufen kannst: „Vater, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist, es ist vollbracht!“ –
Nun auf diese Lebensweise wirst du deinem Hause als wahre Hausfrau ein leuchtender Spiegel sein; wo du dann von deinen liebenden Kindern große Freuden zu erleben haben wirst, welches dir dann hinreichenden Entgelt für deine Leiden schon hier bringen wird, und dann vereint im Schoße des heiligsten Vaters dereinst dich erfreuen kannst.
Nie geahnte Freuden erwarten jene, welche hier dieses kurze Pilgerleben im Herrn beschließen. In dieser Lebensweise werden dich die betrübten Stunden zwischen vier Mauern nicht mehr anekeln; du wirst sogar die Einsamkeit mit deiner Familie suchen, weil dein Herz Meine Nähe fühlt, und du die Betrügerin, die Welt nämlich, in ihrer ganzen verführerischen Gestalt erblicken wirst.
Zum Troste gebe Ich dir für heute diese Worte, mit dem Vatersegen begleitet; auch das kleine gute Pflänzlein, welches Ich immer mehr und mehr in den Augen halte, wird gesegnet!
Amen.

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