Empfangen durch G. Mayerhofer, am 26. März 1870
Bitte: Lieber, guter, himmlischer Vater! Möchtest Du mir nicht kund geben, nachdem Du mir meine Lieben genommen hast, dass ich dies als gerechte Strafe hinnehmen solle, weil ich vielleicht mit zu vieler Liebe an ihnen gehangen bin und eben dadurch vielleicht eines Tages ganz von Dir abgewichen wäre, oder war es nur Deine übergroße Vaterliebe gegen uns, sie in ein besseres Jenseits abzurufen; für mich aber, Dich lieben heiligen Vater auf diesem Wege besser kennen zu lernen, um einst auch zu Dir gelangen zu können? –
Lieber heiliger Vater! Da ich Dich jetzt gefunden habe, bin ich überaus glücklich geworden, denn ich habe in Dir Ruhe und Trost reichlich gefunden, nur manchmal beschleicht mich eine Traurigkeit, wenn ich meiner Hingeschiedenen gedenke, da wollest Du mir denn stets die Hoffnung in mein Herz einflößen auf ein dann unzertrennliches Wiedersehen; ferner bitte ich Dich, mich auch stets zu führen diesen guten Weg, den ich jetzt betreten habe, damit ich von demselben nimmer abweiche, sondern nur auf demselben stets fester fortwandeln möge; jedoch in alledem nicht mein Wille, sondern immer der Deine solle geschehen! Amen. –
So schreibe denn dieser Meiner lieben Tochter, dass sie nichts, was ihr auch noch begegnen werde während ihrer irdischen Laufbahn, als wie auch das Vergangene nicht als Strafe ansehen solle. Ich strafe niemanden, sondern bessere nur! Wie sollte Ich die strafen wollen, die Mich lieben, wenn Ich selbst die, die Mich gar nicht erkennen wollen und überall Mich verleugnen, nicht nur in ihrem (gottlosen) Treiben gehen lasse, sondern sie wiederholt – ja täglich – trotz ihres verkehrten Treibens mit Segen überhäufe!
Ihr kurzsichtigen Kinder glaubet überall eine Strafe zu ersehen, wo es nur ein Liebesakt, ja oft wohl der größte ist, der in eurem Leben vorkam; während ihr in Tränen zerfließet über das vermeintlich angetane Leid, zerfließen Meine Engel ebenfalls in Tränen über euch, aber in Freuden- (und Dankes-) Tränen, dass Ich in Meiner allerhöchsten Barmliebe Mich eurer angenommen habe, um so mit einem gewaltigen Rucke auf dem Wege zu Mir euch das langsame Fortschreiten zu ersparen; – und zudem, weißt denn du, Meine liebe Tochter, ob Ich den Hinübergegangenen nicht ebenfalls eine ungeheure Gnade erwiesen habe?
Kennst du ihr Schicksal, so sie auf dieser Welt geblieben wären?! – Einst wirst du bei ihrem Wiedersehen frohlocken und Mich mit ihnen preisen, dass durch dieses Ereignis ihre Seele gerettet, manches Leid euch erspart und sie nun bedeutend schneller auf dem Wege zu Mir geführt wurden.
Fahre fort, Meine Tochter, Mich nur immer mehr zu lieben und alles Mir zu überlassen; was auch kommen möge, vertraue Meiner Hilfe! Mein Arm ist dir näher als du glaubst, und wenn auch vielleicht dir noch bittere Arzneien gereicht werden können in der Folge, so bedenke nur, dass die bitteren Arzneien die besten und schnellsten Heilmittel sind; glaube – wie und was Ich anwende, um euch alle auf dem Wege zu Meinen Himmeln Mir näher zu bringen, ist stets wohlgetan; denn Ich weiß ja allein, was und wann euch etwas nützt.
Meinen väterlichen Segen für dich und die deinigen, verharre auf dem Wege, wie du begonnen, und du wirst die Krone der geistigen Wiedergeburt ebenfalls erringen; dies versichert dich dein allerliebevollster Vater.
Amen, Amen, Amen.
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