← Zurück zu „Lebensgarten“

46. Zur sozialen Frage

(welche doch ein brennendes Kennzeichen unserer Zeit ist)

Empfangen durch G. Mayerhofer, Triest, am 25. Juli 1871.

Eben aus dieser internationalen sozialen Bewegung werden die Vermittler zwischen den sozialen Extremen der Menschen hervorgehen; aus diesen Kreisen werden die großen Männer erwachsen, die nicht Tod, nicht Zerstörung, sondern Friede und Liebe predigen, sie werden der höhnen Klasse beweisen die Notwendigkeit (und Gleichberechtigung der unteren Arbeitenden, als auch Menschen); aber auch letzteren begreiflich machen, dass wo kein Konsument, auch kein Produzent nötig ist, und so die Kluft und Spannung, die jetzt noch dieselben trennt, bedeutend mildern und ausgleichen.
Es muss aber auch im niederen Volke diese neue Idee, diese höhere Weltanschauung zuerst ausgären, sich klären und läutern. Die Männer mit unlauteren selbstsüchtigen Gesinnungen, die jetzt (vor 24 Jahren) sich an die Spitze drängen, und das nur Verbesserung seiner gedrückten Lage suchende Volk missbrauchen möchten, diese werden ausgeschieden, als hinderliche Elemente, sobald ihre Pläne durchschaut sind; und dann werden Männer auftreten, die Liebe, Duldung (Toleranz) und festes Vertrauen auf Mich lehren, und solches aber auch in ihrem Leben zeigen werden; solchen Männern wird dann Jedermann gerne folgen. (Egidy, Tolstoi u. Andere?)
Die Fahne des Friedens und das Geschoss des begeisternden Wortes werden deren Waffen und Zeichen sein, dass sie nichts ohne Mich, und Alles durch Mich tun wollen. Dieses wird das Band sein, welches dann die Nationen miteinander verbindet, sie Alle zu Brüder und zu Meinen Kindern machend.
Daher fürchtet euch nicht vor der wachsenden Bewegung, es geschieht nichts ohne Meine Zulassung. Dann wird sich Alles ruhig entwickeln, es wird keine Frage mehr sein, welche Form der Regierung, ob Monarchie oder Republik u.s.w. die beste ist. Wo es keine schlechten Menschen mehr gibt, ist jede Form, jedes Gesetz gut, denn Gesetze sind ja nur gegen die Übertreter derselben, gibt es keine mehr, so sind die Gesetze auch umsonst.
(So wird dann jede Nation die Regierungsform der andern achten.)
Alles wird sich nach und nach aus diesem Knoten entwickeln; die großen Katastrophen werden, wie die Donnerwetter, wohl großen Lärm machen, Manches wohl auch zerstören, aber den Aufbau des großen Friedensreiches nur beschleunigen; und je mehr die Menschen, denen dieser Freiheitswind nicht behagt, sich anstrengen dagegen zu arbeiten, desto schneller wird der Entwicklungsprozess vor sich gehen. Am Ende wird nur geschehen was Ich will, und nicht was sie wollen, denn ließe Ich sie (fort-) wirtschaften, da würde es freilich sehr übel kommen. Aber so halte ich sie in Schranken (wozu auch die Anarchisten dienen?*), lasse sie auch manchmal fühlen, dass sie Menschen und sterblich sind, und das mildert dann wieder ihren Amtseifer auf einige Zeit. Während dessen aber arbeiten Meine Worte, und Meine Friedensgeister (und deren Organe) an Meinem großen Plane, und wenn dann endlich die Diplomaten genug verhandelt haben, und wie die Katze die Krallen zeigen möchten, dann werde Ich, entweder durch Zulassung der Ausführung ihrer Pläne, oder durch deren Vereitelung die Meinigen auszeitigen; denn Meine Ankunft steht vor der Türe, und das Haus, welches Mich aufnehmen soll, muss zuvor geputzt und gereinigt werden.
Arbeitet auch ihr fleißig an eurem Ich, damit auch ihr in dieser großen Kette Meiner zukünftigen Kinder würdige Glieder werdet, und auch mehr Zutrauen zu Mir bekommt, wenn etwa der sozial-politische Horizont sich trüben sollte, ihr dann nicht verzweifelt, sondern stets bedenkt, dass ihr in Meiner Hand seid, vor Tausenden bevorzugt, indem Ich euch Meinen Willen direkt kund gebe, während Andere nur den leisen Anregungen ihres eigenen Gewissens horchend, oft nur hie und da Meine Stimme vernehmen, ohne dass sie sich bewusst sind, dass es Meine Stimme ist. Dieses Geschenk Meiner direkten Mitteilung sei euch das erste Pfand, dass – so lange ihr bei Mir verbleibt – Ich euch nicht verlassen werde, und ob die Umstände auch noch so schwierig sich gestalten mögen.
„Wer auf Gott vertraut, hat auf festen Grund gebaut!“ so sagt ein altes Sprichwort, beachtet auch ihr dasselbe, und ihr werdet stets ruhig Allem entgegensehen, was da auch kommen mag; dies versichert euch euer himmlischer Vater, der noch nie aufgehört hat euch zu unterstützen, wenn ihr Seine Hilfe nötig hattet!
Amen!

* Diese Einflüsse von Unten sind doch wohl auch ein von Oben zugelassenes Moment in der sozialen Entwicklung, es sind die Flohstiche, damit die träge Masse nicht einschläft, und sind Winke für die Sozialisten,
die das unterste Extrem der Sache in seiner Abscheulichkeit zeigen. D. Hsg.
NB. Man sieht deutlich, dass nun nach 24 Jahren diese Frage sich nach obigen Winken zu lösen entwickelt; das Unnötige des Krieges wird immer mehr erkannt, und die internationale Friedens-Idee findet immer mehr Eingang, wofür ja auch fleißig und treu gearbeitet wird. (Selbst die Heilsarmee scheint uns dabei kein unwichtiges Element zu sein, ja sie hat Manches voraus vor den andern Kirchen, indem ihr der Kern die Hauptsache, die Form Nebensache ist: Alles für Christum, den Friedensfürsten! der ist ihr Feldherr, für Den sie Alle, besonders die tiefst Verirrten und Gefallenen zu gewinnen trachtet, mit Erfolg). Er aber war schon in Seinem Erdenleben das Ideal auch in sozialer Beziehung, und sein Segen ist daher mit dem guten Wollen und der Sache des Friedens im Geiste der Menschen-Liebe, welcher Er immer mehr Sieg durch Sein Licht, zum Heile Aller geben wolle! D. Hsg

← Zurück zu „Lebensgarten“