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Das Licht der Höhen

Empfangen durch J. Lorber, Greifenburg, im August 1841

Wende hin deines Auges Apfel zu den lichtumstrahlten Höhen, und lese die großen Zeichen der Allmacht deines Gottes! Wie? – Du bestaubter Wurm zitterst vor dem Rauschen eines Abendlüftchens, das leise nur durch die dürren Äste morscher, abgelebter Tannen und Fichten dahin säuselt, und wagst es nicht zu erheben dein lichtscheues Auge hinauf zu den erhabenen Höhen?
Du freier Geist wagst es nicht? Im Hinterhalte doch, in der Sünde dunkler Kammer kannst dich wohl erheben, Gewalt und Vernichtung brüten in deiner sichergewähnten Frechheit, und es dünkt dich groß, mit deiner faulen Lunge Pesthauchen Erden zu Atomen zu zermalmen. Wo bist du frei, ja überfrei in der großen Finsternis deines Wahnes, jedoch aufzublicken zu den lichtumstrahlten Höhen lässt dir Wahnstarker dein eigener dich vernichtender Höhen-Schwindel nicht zu! O Wurm! Du krümmst dich umsonst, der glitzernde dich umgebende Staub fällt von dir, und du bist nackt in aller deiner Scheußlichkeit, du suchst dir mühsam ein schützende Grab auf der weiten bluttriefenden Erde, und siehe, sie hat all ihr gähnendes Geklüfte geschlossen, und ihre Gewässer gemacht zum harten Stein, wo willst du dennoch noch hin kriechen, dass dir eine Herberge werde? Die auf der Erde wandeln, haben dich erkannt, und haben einen großen Abscheu vor dir; meinst du wohl, du Wahngroßer, sie werden dir in ihren Gräbern Raum gönnen zur schmählichen Rast, oder dich in die alten Särge kriechen lassen, auf dass dir unschädlich werde und nicht ereile das große Licht aus den heiligen Höhen, und dich nicht offenbar mache vor aller Sterne Augen? Umsonst schlichtest du nun den alten Frevel; entlarvt ist deine Pestpuppe, fauler Lügner, die lange Nacht hindurch; verzehre noch den schnöden Rest deiner aus dem Heiligtum geraubten Goldkörner.
Siehe, das heilige Licht rauscht gewaltig und unaufhaltsam über die Höhen herab; Berge zeugen mit Donnerstimmen wieder dich, und verschließen ihr Gelüste vor dir, und versiegen machen sie all ihr fruchtend Gequelle, da du sie umkriechen möchtest; wo ist deine Größe nun, die du dir in deiner Totenkammer geträumt hast? sieh‘, wie kleiner und stets kleiner du wirst, wie Alles dich flieht, verabscheut, und sich verschließt vor dir Wahngroßem; selbst der Rachen der Hyänenbrut will dir kein Lob mehr spenden, und treibt dich vom blutenden Lande, und des Meeres Drache zerreißt die Segel deiner gemauerten Schiffe! Was schreist und wimmerst du in die heiligen Lüfte, in die lichterfüllten? und der Tiger und die Klapperschlange, sonst dein getreues Gefolge, rufen wider dich, und begehen mörderischen Hochverrat in deinen eiternden Eingeweiden! Siehe, wie der Sonne Strahl der giftigen Sümpfe böse Übelluft zerstört, also wird das Licht der Höhe dir tun, und du wirst nimmerdar wiederkehren.
Siehe, das wirkt das Licht aus der Höhe zeigend den großen Tag, den letzten, den unendlichen.
Amen.

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