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Ein Mahnruf in dieser Zeit

Empfangen durch J. L. B., am 22. Februar 1880

Liebe Kinder! Das Gebet, welches Ich Selbst Meine Jünger lehrte, damit es auch noch Meine späteren Nachfolger erhalten sollten, fängt mit den Worten an: „Unser Vater!“ diese Worte sollten sogleich Mein Wesen bezeichnen, damit jeder Mensch, der beten will – weiß dass er jetzt mit seinen, Gott, Der zugleich Vater ist, spricht. Ich will nehmlich nicht, dass der Mensch sich durch die Anrede veranlasst fühlt, in Mir den mächtigen Schöpfer oder Richter zu erblicken, sondern den Vater.
Alle Bitten jenes Gebetes, des Vaterunsers, enthalten Vertrauen zu Mir und Meine Kinder können Mir daher Alles vortragen, was sie wünschen, und was ihnen fehlt. Wer Mich als den himmlischen Vater anruft, der muss Mich als Denselben erkannt haben, und zwar so, dass er demnach mit Zuversicht bitten kann: „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe!“ Es ist in diesen Worten das größte Verlangen nach Mir und der Zustand des Innern ausgedrückt, oder das Verhältnis zwischen Mir als Vater und dem Menschen als Kind bezeichnet, wie es sein soll; denn es weist hin, wie Ich als heiliger Vater dennoch für Alles sorge, die Schwachheiten Meiner Kinder anhöre, ihnen verzeihe, und sie vor dem Übel bewahre, wenn sie zu Mir kommen. Aber auch von Seite der Kinder soll ein Bekennen ihrer Fehler stattfinden; weshalb in den Bitten darauf hingewiesen ist.
Wenn ihr nun in eurem Herzen ein Verlangen zu beten und euch mit Mir zu unterreden habt, so betet das Vater-Unser, wie es bei euch als das allgemeine Gebet bezeichnet ist, obgleich leider die meisten Menschen von demselben so übersättigt sind, das sie lieber um vieles Geld eine Gebetsformel von einem angepriesenen weisen Lehrer kaufen und noch darauf sich mehr einbilden als Andere, die – wie sie sagen – bloß beim Vater Unser stehen bleiben. Wie wenig Menschen gibt es heutzutage noch, die auf Mein von Mir Selbst gegebenes Gebet den höchsten Wert legen, und dem Geiste Zugang verschaffen durch ernstliche Selbstprüfung beim Aussprechen dieser Worte.
So ersehet ihr überall als ein Zeichen der Zeit – Gottlosigkeit und Geringschätzung Meines Wesens und Verblendung, sogar auch bei solchen Menschen, welchen ihre Sünden schon aufgedeckt sind. Auch bei diesen hat das Vater-Unser nicht mehr seinen göttlichen Wert; sie rufen oft zu Mir um Erbarmung, bis ihre Stimme heiser ist, weil sie meinen, Ich sei ein unerbittlicher Richter, und zum Schlusse solcher Gebete beeilen sich Manche noch, das Vater-Unser anzuhängen und herzusagen, weil dies so ein angelernter Gebrauch ist. Wo sind Meine Kinder, die mit Freuden zu Mir kommen, ihr ganzes Wesen Mir vortragen und einsehen, dass ohne Meine Vaterliebe sie kein Recht dazu hätten!
Diese Kinder suche Ich jetzt, und lege ihnen die Frage vor: habt ihr das Vater-Unser schon ernstlich gebetet und euch danach geprüft? Wohl Denen, welchen der Geist das Zeugnis ausstellen kann, dass es schon geschehen ist, bei Denen will Ich Mein Reich aufschlagen, alle andern Bitten gewähren, wie Ich es in Matth. 11 verheißen habe.
Amen!

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