688. Gebet
Mein Vater, kalt und leer ist es in meinem Herzen. Ich suche Dich und will Dich doch nicht finden. Ich weine vor mich hin und bin untröstlich ob dessen, was Du mir nun als Kreuz auferlegt hast. Nun bin ich abhängig vom Medizinbetrieb, von der Medizintechnik, abhängig von der Hilfe der Ärzte, der Schwestern und meiner Mitmenschen. Wenn das System zusammenbricht, bedeutet dies mein irdischer Tod. Ich laufe vor Dir weg, will Dich nicht anschauen ob Deiner Zulassung. Ich bin weit weg von der Akzeptanz Deines Willens an mir. Mein Ego verfinstert mich, erdrückt mich. Daneben weiß ich, daß Du einen Weg für mich hast und mich nicht in meiner Traurigkeit untergehen läßt. Erbarme Dich all derer, die ein unerträgliches Schicksal trifft. Ich verstehe, daß viele von ihnen ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Mir geht es ja noch unvergleichlich besser. "Dein Wille geschehe!" Dies zu leben und zu vollziehen ist wohl so lange nicht möglich, als das Ego noch nicht gänzlich tot ist. Hilf mir, diese Golgatha-Entscheidung durchzuringen. "Mein Jesus, so geschehe denn Dein Wille Tag für Tag an mir."
Amen
FG. 9.10.10, 15.00-17.00 Uhr
Antwort: Betrachtungsbuch – Lebensgarten, Lorber Verlag, Nr.39 Lebenswinke S.108 ff.
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