695. Bis daß der Tod euch scheidet
Mein Kind, Ich bin da! Ich bin immer da. Wann scheidet euch der Tod?
„Lasset die Toten ihre Toten begraben“, sagte Ich zu Meinen Jüngern. Tod und Leben sind zwei Gegensätze. Zwischen dem, der im Tode steht und dem, der im Leben steht, ist eine große Kluft. Der irdische Tod, d.h. das Ableben des Körpers, ist mit dieser oben genannten Scheidung nicht gemeint. Der irdische Tod trennt Liebende nur für eine kurze Zeit. Die Liebe entreißt dem Tode und macht alles lebendig, da gibt es keine Trennung. „Ihr werdet den Tod nicht schmecken in Ewigkeit“, sagt aus, daß derjenige, der das geistige Leben ergriffen hat, niemals mehr dem geistigen Tod überantwortet wird. Das Leben ist nicht teilbar. Leben ist Leben und Tod ist Tod. Das ist geistig zu verstehen. Der Tod des Leibes ist ein Vergehen im Verfall, da der Leib unter dem Gesetz der Materie steht. Das geistige Leben aber ist unangreifbar, nicht zerstörbar, und da gibt es auch keine Trennung, denn die Liebe, das bin Ich, ist das heilige Band, das alles eint und verbindet.
Eine Ehe, die im Himmel geschlossen ist, d.i. Mich zu ihrem geistigen Mittelpunkt erkoren hat, vergeht nicht, da die Liebe nicht vergeht. Die Liebenden streben zueinander, und Ich bin das Zentrum, das alles an sich zieht. Im Himmel wird nicht mehr gefreit, d.h. die Polaritäten männlich und weiblich sind dort aufgehoben, denn diese gehören dem Fallgeschehen in der Materie an. „Sie werden ein Fleisch sein“, besagt, daß Mann und Frau im Himmel wieder ein Mensch sein werden, geeint in heiliger Liebe zu Mir. Da gibt es kein geschlechtliches Verlangen mehr, nur noch die beseligende Einheit mit Mir, Gott und Mensch, Vater und Seine Kinder.
"Wie im Himmel, so auf Erden." Das Band der Liebe zwischen Mensch und Gott segnet und heiligt die Ehe, macht sie zu einem Fleisch geistiger Einheit in der trinitarischen Beziehung Mann — Frau — Gott. Dann hat sich der Himmel wieder auf die Erde gesenkt und der paradiesische Zustand ist wieder erreicht und damit die Wiedergeburt, die unzertrennbare Verbindung des Geistes mit seiner Seele. Der Geist aber schaut immerfort das Angesicht Gottes, d.h. Gott und Geist sind eins. Der Mensch (als Mann und Frau) geht in Gott die ursprüngliche Einheit wieder ein, wie es von Anbeginn vorgesehen war. Daher bedenket, Meine Kinder, welcher Tod euch scheidet. Leset mit dieser Erklärung die Stellen über den Tag des Gerichtes: "Wer auf dem Dache ist, steige nicht herab. Zwei in einem Bette, da wird einer angenommen und einer verworfen." (Lk.17,30 ff.) Die Bibel spricht immer vom geistigen Geschehen.
So sei dies für euch ein tiefer Trost: "Sie werden den Tod nicht schmecken in Ewigkeit". Das heilige Band der Liebe, das Ich bin, wird euch ewig verbinden, und in Meinem Reich des Geistes kann niemals ein Mangel sein.
Amen
FG. 04.11.10, 18.00-19.10 Uhr
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