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227. Josephs Sorge wegen der Morgenmahlzeit. Die leere Speisekammer

227. Kapitel – Josephs Sorge wegen der Morgenmahlzeit. Die leere Speisekammer. Jonathas
Hilfe mit einer wertvollen Ladung Fische.
10. Juni 1844

[227,01] Am nächsten Tage war Joseph wie gewöhnlich schon viel eher auf den Beinen
als jemand anderer und ging hinaus zu sehen, was es für einen Tag geben werde.
[227,02] Er fand alle Zeichen zu einem schönen Tage und ging dann wieder ins Haus
und weckte seine Söhne, auf daß sie für die Gäste ein gutes Frühstück bereiten möchten.
[227,03] Und die Söhne erhoben sich bald und gingen nachzusehen, welchen Vorrat
wohl noch die Speisekammer bieten möchte.
[227,04] Und als sie die Speisekammer durchsucht hatten, da kamen sie alsobald zum
Joseph und sprachen:
[227,05] „Höre, du lieber Vater, dein Auftrag wäre wohl ganz recht und gut;
[227,06] aber unsere Speisekammer ist durch die etlichen Tage so sehr gelüftet worden,
daß es uns geradewegs unmöglich wird, auch nur für zehn Personen eine Mahlzeit zu
gewinnen.
[227,07] Rate uns daher, wo wir die Eßwaren hernehmen sollen, und die Mahlzeit solle
in einer Stunde fertig sein!“
[227,08] Hier kratzte sich der Joseph ein wenig hinter den Ohren und ging selbst in die
Speisekammer und fand allda die Aussagen seiner Söhne bestätigt, was ihn dann in noch
größere Verlegenheit versetzte.
[227,09] Er sann hin und her und konnte nichts finden, was ihn aus seiner Verlegenheit
reißen könnte.
[227,10] Als aber Joseph also nachsinnend dastand im Vorhause, da kam Jonatha aus
seinem Schlafgemache, grüßte und küßte seinen alten Freund und fragte ihn, was er denn also
traurig und nachdenklich dastünde.
[227,11] Und Joseph zeigte dem Jonatha sobald den Grund seiner Verlegenheit,
nämlich die leere Speisekammer.
[227,12] Als der Jonatha das erschaute, da sagte er zum Joseph:
[227,13] „O du mein allergeliebtester Freund, darum darf es dir wohl nicht bange
werden!
[227,14] Siehe, meine Speisekammern sind noch sehr voll; ich besitze noch bei
zweitausend Zentner geräucherter Fische!
[227,15] Daher lasse nun sogleich deine Söhne mit mir gehen, und in anderthalb
Stunden solle es in deiner Speisekammer sogleich anders aussehen!“
[227,16] Dieser Antrag war ein wahrer Balsam auf das Herz Josephs, und er nahm ihn
auch alsogleich an.
[227,17] Es vergingen aber noch keine anderthalb Stunden, da kamen schon Jonatha
und die vier Söhne mit einer starken Ladung von Fischen.
[227,18] Die Söhne brachten bei vier Zentner geräucherter Fische, und Jonatha brachte
drei große Lägel voll frischer Fische und zehn große Laibe Weizenbrotes.
[227,19] Als der Joseph die Ankommenden also bepackt erschaute, da ward er voll
Freude und dankte und pries Gott für solche Bescherung und umarmte und küßte dann den
Jonatha.
[227,20] Darauf ward es in der Küche bald sehr lebendig.
[227,21] Die Söhne tummelten sich munter herum; Maria und die Eudokia kamen
selbst bald aus dem Schlafgemache und gingen und melkten die Kühe.
[227,22] Und so ward in einer halben Stunde schon ein reichliches Morgenmahl
bereitet für mehr als hundert Gäste.

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