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233. Joseph und die Seinen. Häusliche Sorgen und Arbeiten

233. Kapitel – Joseph und die Seinen. Häusliche Sorgen und Arbeiten. Jonathas Riesenhilfe
durch sein Gottvertrauen.
17. Juni 1844

[233,01] Nach allem dem aber berief Joseph die vier Söhne zu sich und sagte zu ihnen:
[233,02] „Da nehmt dieses Pfund Silbers und gehet in die Stadt und kaufet dort Mehl
und was sonst noch für die Küche vonnöten ist,
[233,03] und kommet dann und bereitet ein gutes Mittagsmahl, darum mir heute noch
der Cyrenius die Ehre gibt!“
[233,04] Und die Söhne gingen und taten, was ihnen der Vater geboten hatte.
[233,05] Maria aber kam auch herzu und bemerkte dem Joseph heimlich, daß der
Brennholzvorrat auch so sehr eingeschmolzen sei, daß sich mit dem noch vorhandenen
kleinen Reste kaum mehr werde ein Mahl bereiten lassen.
[233,06] Da berief der Joseph den Jonatha und zeigte ihm solche Verlegenheit an.
[233,07] Und der Jonatha sprach: „Bruder, gebe mir deine große und starke Axt, und
ich werde in den Wald dort am Berge gehen;
[233,08] fürwahr, in drei Stunden sollst du Holz in Menge haben!“
[233,09] Und Joseph gab dem Jonatha eine starke Axt, und dieser ging in den Wald des
nächsten Berges, der zur Villa gehörte, und hieb dort sobald eine starke Zeder um, befestigte
um den Stamm einen starken Strick und zog so den ganzen mächtigen Baum vor das Haus
Josephs.
[233,10] Als er da mit seinem gefällten Baume ankam, da verwunderten sich alle über
die enorme Stärke Jonathas.
[233,11] Und viele Diener des Cyrenius versuchten zugleich den Baum weiterzuziehen,
aber ihre Kraftanstrengung war vergeblich;
[233,12] denn ihrer bei dreißig an der Zahl konnten den Baum nicht um ein Haar von
der Stelle bringen, da er im ganzen bei hundert Zentner wog.
[233,13] Jonatha aber sagte zu den Dienern des Cyrenius:
[233,14] „Nehmet doch statt dieses vergeblichen Versuchens große und kleine Äxte zur
Hand, und helfet mir den Baum geschwind aufscheitern!
[233,15] Diese Mühe wird dem Hausherrn besser gefallen, als so ihr an diesem Baume
meine Riesenkraft bemessen wollt durch eure eitle Bemühung!“
[233,16] Und sogleich griffen alle Diener des Cyrenius zu, und durch die kräftige
Mitwirkung des Jonatha ward der ganze Baum in einer halben Stunde ganz aufgescheitert.
[233,17] Joseph war darauf voll Freude und sprach: „O das ist vortrefflich!
[233,18] Fürwahr, das hätte mir drei Tage Arbeit gemacht, bis ich so einen Baum
zerscheitert hätte,
[233,19] und du hast kaum drei Stunden in allem gebraucht!“
[233,20] Und der Jonatha sagte darauf: „O Bruder! Eine große Leibesstärke ist wohl
eine nützliche Sache;
[233,21] aber was ist sie gegen die Stärke Dessen, der bei dir wohnet, und vor dessen
Hauche die ganze Unendlichkeit erbebt?!“
[233,22] Hier kam das Kindlein zum Jonatha und sagte zu ihm: „Sei still, Jonatha, und
verrate Mich nicht; denn Ich weiß, wann Ich Mich zu zeigen habe!
[233,23] So aber Meine Kraft nun nicht mit dir gewesen wäre, da wärest auch du nicht
dieses Baumes Meister geworden. – Aber sei stille und rede nichts davon!“ – Da sprach
Jonatha nichts weiter und begriff erst, wie er diesen Baum so leicht bemeistert hatte. –

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