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269. Des Kindleins eigenartiges Benehmen und merkwürdige Worte

269. Kapitel – Joseph ordnet das Hauswesen und bespricht mit Maria einen Besuch bei
Verwandten und Bekannten. Des Kindleins eigenartiges Benehmen und merkwürdige Worte.
1. August 1844

[269,01] Als Joseph mit der tätigsten Beihilfe der Salome an diesem Tage alles in
seinem Hause in die gerechte Ordnung gebracht hatte, da dankte er Gott und war voll
Freuden, daß er im Lande seiner Väter wieder so gut aufgenommen ward.
[269,02] Am nächsten Tage aber sprach er zur Maria, nachdem er seinen vier älteren
Söhnen die Obsorge des Hauswesens übergeben hatte für diesen Tag:
[269,03] „Maria, du mein getreuestes Weib! – Siehe, wir haben hier im Orte herum so
manche Verwandte und sonstige gute Freunde und Bekannte;
[269,04] gehe und nehme das Kindlein, den Jakob und, so du willst, auch die Eudokia
mit den fünf Mädchen,
[269,05] und wir wollen also diesen Tag hindurch alle die hier in Nazareth und in der
nahen Umgegend wohnen – Verwandte, Freunde und Bekannte besuchen,
[269,06] auf daß auch sie, die mich sicher lange betrauert haben, sich an unserer
Gegenwart wieder erfreuen sollen!
[269,07] Und ich werde bei dieser Gelegenheit vielleicht auch wieder irgend eine gute
Arbeit bekommen, um für euch alle das nötige Brot zu verdienen.“
[269,08] Maria war mit diesem Vorschlage gar freudigst einverstanden und ordnete
alles zu diesem Behufe.
[269,09] Nur das Kindlein wollte anfangs nicht mitgehen. Als Ihm aber die Mutter
schöntat, da ließ Es Sich dennoch anziehen und bewegen zum Mitgange.
[269,10] Aber Es sprach: „Ich gehe wohl mit euch; aber tragen solle Mich niemand!
[269,11] Sondern – so Ich gehe, da will Ich gehen zwischen euch überall hin, dahin ihr
gehen wollt!
[269,12] Fraget Mich aber nicht, warum Ich das also will; denn Ich sage nicht alles
geradeheraus, warum Ich etwas so oder so tue!“
[269,13] Und die Maria sprach zum Kindlein: „Oh, Du wirst Dich schon noch gerne
tragen lassen, wenn Du recht müde wirst!“
[269,14] Und das Kindlein sprach: „Oh, des sei du ganz unbesorgt! Ich werde nie
müde, so Ich es nicht will;
[269,15] wann Ich aber will, dann werde Ich auch müde, – aber dann ist Meine
Müdigkeit ein Gericht den Menschen!
[269,16] Denn nur die Sünde der Menschen kann Mich dahin bringen, daß Ich dann
wollen muß, müde zu werden ob der Sünde der Menschen!
[269,17] Ich aber sage euch vor allem, daß Mich aus euch ja niemand verrate!
[269,18] Denn es ist genug, daß ihr es wisset, daß Ich der Herr bin!
[269,19] Ihr wisset es ohne Gericht; denn eure Herzen sind aus den Himmeln.
[269,20] So es aber die Menschen der Erde erführen vor der Zeit, so würden sie
gerichtet sein, und müßten sterben!
[269,21] Darum aber wollte Ich auch nicht sogleich mitgehen.
[269,22] Ich mußte euch das vorher verkünden; und da ihr nun das wisset, so will Ich ja
mit euch gehen.
[269,23] Aber verstehet, nur gehen will Ich, und will nicht getragen sein, auf daß die
Erde durch Meine Tritte erfahre, Wer nun ihren Boden betritt!“
[269,24] Alle merkten sich diese Worte wohl und machten sich dann sobald auf den
Weg zu ihren Verwandten, Freunden und Bekannten.

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