(Einführung Martin Luthers in das Neue Jerusalem in Prozession mit Engelsgesang und Musik. Die Stadtbevölkerung in feierlicher Empfangskleidung. Die himmlische Burg Zion feierlich dekoriert. Jesus setzt sich in der Säulenhalle auf den Thron und lässt die Großen vortreten. Dann ruft er Martin Luther vor, hält eine feierliche Rede und bezeichnet Martin Luther als einen großen Apostel, ebenbürtig dem Petrus und Paulus an Verdiensten für die christliche Religion, und als einen Großen und Fürsten des Neuen Jerusalems. Schlussszenen des großen Triumphzuges.)
Als wir in die Stadt eintraten, war die ganze Bevölkerung in feierlicher Stimmung und Kleidung auf beiden Seiten der Riesenstraße, die sich durch Neu-Jerusalem zieht, aufgestellt und beugte sich bis zum Boden bei unserem Vorbeigehen. Als wir an der Burg Zion ankamen, prangte sie in herrlichster Dekoration von oben bis unten. Jetzt blieb der Zug stehen, und Ich ging über die goldglänzenden herrlichen Stiegen in die Säulenhalle auf den Thron und ließ die Großen des Neu-Jerusalems vortreten. Nachdem sie sich tief verbeugt hatten, warteten sie still Meiner weiteren Anordnungen.
Nun rief Ich Martin Luther zu Mir, welcher sogleich folgte und dieselbe Ehrerbietung bezeugte wie die Großen. Darauf hielt Ich folgende Ansprache: „Liebe Kinder! Ein fröhliches Ereignis spielt sich vor unseren Augen ab. Ein Mann, wie es keinen seit Apostelzeiten gab, verließ die dunkle Erde und kam schwer beladen von Verdiensten für das Reich Gottes bei uns an. Schwer war sein Kampf auf Erden gegen das Antichristentum seiner Gegner. Viel musste er ausstehen an Verleumdungen, Anfeindungen und Verfolgungen seiner Feinde.
Allein er wusste, dass er für höhere, göttliche Zwecke und Ziele kämpfte. Daher kämpfte er unermüdlich wie Petrus oder Paulus zu seiner Zeit. Ich sage euch, er verdiente sich alle Lorbeeren wie die ersten Apostel. Zwar hat er nicht sein Leben für Mich hingegeben, aber er hätte es sicher wie Jan Hus, wenn ihn seine Todfeinde in die Hände bekommen hätten, auf dem Scheiterhaufen ausgehaucht. Dafür musste er leiden und arbeiten im Leben, und dieses ist unvergleichbar größer an Verdiensten, als wenn er bald nach seinem Auftreten den Heldentod des Märtyrertums gestorben wäre.
Durch 29 Erdenjahre stand er unermüdlich für Mich im Kampfe gegen die Verächter Meiner wahren Religion. Und groß sind die Erfolge und werden noch größer werden, die durch seine Arbeiten ins Leben gerufen wurden und noch werden, und seine Arbeit wird wachsen, gedeihen und blühen und sich ausbreiten durch die Welt bis in die Zeit der fernen Generationen, wo Ich wieder den Boden der Erde betreten und Meine Herde zum tausendjährigen Reiche sammeln werde.
Ich sage euch, seine Verdienste sind groß für Mich und Mein Reich des Geistes. Hunderte von Millionen Seelen werden frohlocken, durch seine Arbeit ganz nahe an das Ziel angelangt und der Finsternis des Römertums entkommen zu sein. Daher sage Ich euch, dass mit seiner Ankunft ein Fürst und Großer mehr in Mein Neues Jerusalem eingezogen ist, den ihr als ebenbürtigen Bruder an Verdiensten für Mich aufnehmen sollet!“
Auf diese Meine Rede fielen wieder alle Großen auf ihr Antlitz, blieben einige Minuten in tiefster Ehrfurcht liegen, dann erhoben sie sich und gingen, ihm wieder die Bruderhand reichend. In diesem Moment erschallte ein unzähliges Hosianna und Halleluja durch die Lüfte und die Engel sangen große Loblieder, wie sie nur bei außergewöhnlichen Festlichkeiten gesungen werden. Darauf folgten große Festlichkeiten und himmlische Umzüge mit Gesang und Musik, wobei alle Seligen sich beteiligten. Allein, das zu beschreiben ist unmöglich, weil man es sehen und mitgenießen muss, um das zu verstehen, was durch die Schrift unmöglich zu erfassen und zu begreifen ist.
Also war die Führung und Vollendung Meines Apostels und Lieblings in der Geisterwelt, wobei ca. eine Million Geister, die noch lange nicht ihr Ziel erreicht hätten, mit ihm den Triumphzug mitgemacht und seligst den obersten Himmel erreicht haben. Amen.
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