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Lebenswinke für die Arbeiter im Weinberg des Herrn

381. – Den 3. Februar 1884 Lebenswinke für die Arbeiter im Weinberg des Herrn

„Der Herr aber sprach: Wie ein groß Ding ist es um einen treuen und klugen Haushalter, welchen der Herr setzet über sein Gefilde, damit er ihnen gebe zu rechter Zeit ihre Gebühr. Selig ist der Knecht, welchen sein Herr findet also tun, wenn er kommt, wahrlich Ich sage euch : Er wird ihn über alle seine Güter setzen.“  (Luk. 12,42.)
 

Liebe Kinder!

Wie ein groß Ding ist es um einen treuen Haushalter. Hier aber wird von einer Treue geredet, die nicht auf das materielle Verwalten der Güter und Besitztümer sich bezieht, sondern Ich meinte da in diesem Gleichnisse: Haushalter in Meinem Reiche, welche die ihnen anvertrauten Seelen mit solcher Liebe behandeln, wie Ich sie geboten habe; denn keine andere Verwaltung gibt es für Mich, als daß Meine Kinder und Nachfolger durch die Liebe Mir dienen, und ihren Mitmenschen gleichfalls ein Beispiel in der Liebe geben, damit auch sie dadurch für Mich gewonnen werden.

Der Diener eines Herrn, welcher beauftragt ist, seinen Mitknechten ihre Gebühr zu geben, muß Sorge tragen, daß solches nach des Herrn Willen geschehe, und muss sich stets bewußt sein, daß er selbst ein Knecht ist, und ebensogut von seinem Herrn anhängt, wie seine Mitknechte; darum er sich doppelt verfehlt, wenn er dessen Gebote nicht achtet; er wird seine Mitbrüder zum Zorne reizen, wenn er denselben statt Liebe, Lieblosigkeit entgegenbringt, weil dieselben wohl auch die Gebote des Herrn kennen, und vor ihm sich zu entschuldigen suchen mit der ungerechten Behandlung ihres Vorgesetzten, welchen der Herr über sie gestellt hat, und der sich so der Untreue gegen seinen Herrn schuldig macht.
           
In diesem Gleichnisse ist ganz klar dargestellt, wie sich Diejenigen zu verhalten haben, welche Ich berufe, in Meinem Weinberge zu arbeiten, und Mir Seelen zu gewinnen, was ihnen nur durch die Liebe möglich ist, und zwar muss diese Liebe sogleich an Jedem geübt werden, welchen Ich ihnen zuführe, weil Ich oft unverhofft Rechenschaft von solchen Arbeitern verlange, die oft meinen, daß zu diesem oder jenem Liebesunternehmen noch lange Zeit sei; diese wollen sich oft vorher gütlich tun, ehe sie an eine Arbeit gehen, die ihnen oft sauer geschieht, anstatt daß sie sich freuen sollten, von Mir dazu berufen zu sein.
           
Es ist dieses bei der Mehrzahl Meiner Nachfolger der Fall, daß sie die Ausführung ihrer guten Vorsätze hinauszuschieben suchen, in der Meinung, Mein Herr versucht zu kommen; darum legen sie ihre Arbeit für Mich bei Seite, und frönen lieber ihren natürlichen Genüssen, aber Ich sage euch: da werde Ich unverhofft eintreten, sie aufrütteln von ihrer Sicherheit und Rechenschaft fordern von ihrer Berufung.
           
Sie werden dann in einen Zustand kommen, welcher das Los derer ist, die nie in Verbindung mit Mir standen; denn wehe Solchen, die Meinen Willen wissen, und denen Ich ganz besonders Meine Gnade zuwendete, wenn sie denselben missachten und wiederum sich dem materiellen Weltgeiste zuwenden: für diese wird doppelte Strafe sein, wenn sie untreu erfunden werden!

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