392. – Ostertag, 13. April 1884 Die Liebe ist der Eckstein und die ewige Grundlage des geistigen Lebens
„Und sie nahmen ihn und stießen ihn zum Weinberge hinaus und töteten ihn. „Wenn nun der Herr des Weinberges kommen wird, was wird er diesen Weingärtnern tun?! (Matth. 21, 39-40.)
Liebe Kinder!
Diese Frage sollte in dieser Zeit manch redlich denkende Seele beschäftigen; denn es sind der ungetreuen Arbeiter in Meinem Weinberge viele, welche Mich hinausstoßen aus Meinem Reiche der Liebe und Mich töten wollen, oder Mich als einen unzugänglichen Gott erklären, also als ob Mein Wesen ohne Liebe wäre, während doch die Liebe Mein ganzes Leben ausmacht.
Auch diese Arbeiter würden Mir antworten: „Er wird die Bösewichter übel umbringen, und Seinen Weinberge anderen Weinberggärtnern austun, die Ihm die Früchte zu rechter Zeit geben;“ denn eben solch ungerechte Knechte, die aller Liebe los sind, beurteilen Mich nach ihrem Wesen, als einen strengen Richter, und Ich habe deshalb stets wieder Arbeiter berufen, die nach Meinem Sinne Meinen Weinberg in Meiner Liebe zu bauen suchen: allein dieselben werden stets verfolgt von solchen Pharisäern, von Lehrern, welche dabei noch in dem Irrtume leben, als ob Ich Mich rächen würde nach menschlicher Weise für solche Empörung gegen Mich. (V. 42.)
Jesus sprach zu ihnen: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.“ Gleichwie ein Eckstein die Grundlage eines Hauses bildet und am meisten Festigkeit besitzt, den Bau zusammenzuhalten, damit derselbe ein Ganzes ausmache; eben also ist’s die Liebe, welche nicht fehlen darf bei dem Glaubensgebäude; denn ohne sie würde dasselbe zerfallen zu einer Ruine. Sie muss also die Grundlage bilden, und sehet, darum ist auch die Jetztzeit ein Grablegen derselben, weil sie nicht mehr so geglaubt und betätigt wird, wie es nötig ist, um Mich mit den Menschen wieder in nähere und engere Verbindung zu bringen; was aber geschehen muss; denn ein Auferstehungsfest Meiner Liebe muss anbrechen, wie auch in den Worten: (V. 42.) „der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden“, eine tiefe Verheißung liegt.
Die Liebe muss wieder auferstehen, sie wird von Meinen wahren Kindern zuerst (und zwar geistig) erschaut werden; auch werden sie es erfahren und erkennen, daß Ich nur durch die wahre Liebe Mich ihnen nähern kann; aber sie werden auch Meine Nähe glauben und fühlen.
Gehet, dies ist auch für euch ein freudiger Ostermorgen, wenn ihr im Glauben so weit gekommen seid, daß ihr nicht mehr an Meiner herablassenden Liebe zweifelt; und wenn ihr so an Mein Grab gehet und darum trauert, daß Ich nun unter den meinigen nicht mehr wirken kann, als Derjenige., Welche Ich in Meinem Urwesen bin, nämlich die ewige Liebe und euer Vater, so sind auch für euch die Engel bereit, euch die „frohe Botschaft“ zuzuflüstern: „Wen suchet ihr? – – Er ist auferstanden, Den ihr suchet!“ denn eure Liebe hat dann das Grab geöffnet, und so ist es Mir möglich geworden, Mich als den Lebendigen in euch zu beweisen.
Amen!
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