443. – 8. März 1885 Über die Führung der Kinder Gottes
Schwächen. Da antwortete Simon Petrus und sprach: „Du bist Christus, „des lebendigen Gottes Sohn.“ Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat die das nicht geoffenbart, sondern Mein Vater im Himmel!“ Matth. 16, 16 – 23.
Liebe Kinder!
Petrus war ein Jünger, welcher Mich mit ganzer Hingabe seines Herzens liebte, und dabei aufrichtig gegen Mich uns seine Mitmenschen war; aber er war dabei oft sehr zornig, wodurch er wieder zertrat, was eine hoffnungsvolle Blüte von ihm versprach; darum musste Ich denselben mit vieler Geduld leiten, und eben diese Gnade bewirkte bei ihm ein Dankgefühl gegen Mich, und dadurch wurde er im Innern mehr mit Mir verbunden. Gleichwie Ich sein Innerstes durchschaute, so verhalf ihm seine große Liebe zu Mir dazu, dass er Mich wahrhaft erkannte als Gottes Sohn. So gibt es noch viele Seelen, welche im Bewusstsein ihrer Schwachheiten sich kindlich an Mich wenden, um Meine Abhilfe; aber dabei immer wieder von ihren Leidenschaften sich hinreißen lassen; sie sind schwer zu erziehen, und Ich muss manche Demütigungen über dieselben kommen lassen, damit sie wieder wachsamer über sich selbst werden.
Das Bewusstsein, dass sie durch ihre Liebe zu Mir mit Mir verbunden sind, macht dieselben oft zu sicher, und so erkennen sie den nahen Fehltritt nicht, welcher ihnen droht, weil Ich sie Meine Liebe fühlen lasse; denn obgleich Ich ihre Fehler bemitleide, so liebe Ich sie doch, weil nur die Liebe Meiner Kinder Mich beglücken kann; aber Ich muss da Mittel anwenden, sie von den Fehlern zu befreien, indem Ich diese durch allerlei Vorkommnisse ihnen aufdecke. Ist dieses geschehen, so kommen diese Seelen selbst zu Mir, bitten um Beistand in ihrer Schwachheit, und so wird denselben dann klar, dass sie ohne Mich nichts tun können (zu ihrer Erlösung), und dass somit ihr Zustand noch ein sehr mangelhafter ist.
Es geht ihnen wie Petrus, welcher voll Eifer stets für Mich war, aber (oft) durch ein einziges Wort Meinem Willen entgegen handelte, wie in diesem Kapitel erwähnt wird; er wollte Mich belehren, weil Ich von Meinem Leiden mit den Jüngern sprach: „Herr, schone Deiner Selbst, das widerfahre Dir nur nicht u. s. w.“; daher musste Ich bei solchen Widersprüchen strenge gegen ihn sein. So ist hier die Erziehung Petrus ein Vorbild für die Erziehung Meiner späteren Nachfolger. Immer wieder ist es nötig, dieselben durch Heimsuchungen, Demütigungen vor Sicherheit zu bewahren.
Je mehr Liebe zu Mir eine Seele in sich fühlt, desto mehr Gefahr ist vorhanden, dass sie zu sicher wird, und also nicht merkt, wie viel ihr noch von natürlichen Leidenschaften anklebt, welche ihr eine Niederlage bereiten können, von welch letzterer Ich zwar wieder aufhelfe, aber dieselbe hätte durch stete Wachsamkeit verhütet werden können. In solchen Zeiten ziehe Ich oft Meine Liebe zurück, wie Ich zu Petro sagte: „Hebe Dich, Satan, von Mir! Du bist Mir ärgerlich; denn du meinest nicht was götttlich, sondern was menschlich ist.“ Oft sind es Vernunftsgründe, die eine Seele von Mir wegleiten auf Abwege, welche von derselben erst an den Folgen – und hierin Mein Missfallen erkannt wird. – Darum, „will Jemand Mir nachfolgen, der verleugne sich selbst (sei gegen sich und seine eigene Kraft misstrauisch), und nehme sein Kreuz auf sich (täglich), und folge Mir, denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird es finden!“
Amen! Euer Jesus.
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