466. – 2. August 1885 Von Petrus Verleugnung
Petrus aber saß draußen im Palast; und es trat zu ihm eine Magd und sprach: „Und Du warst auch mit dem Jesu aus Galiläa“; er leugnete aber vor Allen und sprach: „ich weiß nicht was du sagst.“ (Matth. 26. 69.)
Liebe Kinder!
Die geistige Entsprechung dieser Erzählung könnet ihr wohl selbst herausfinden; ihr wisset ja und erfahret täglich, wie viele Menschen es gibt, die einen starken Petrusglauben haben, aber zur Zeit der Not und Gefahr wankelmütig werden, und Mich – wenigstens nach Außen – verleugnen, wenn sie auch im Innern noch von etwas Anderem überzeugt sind.
Es gibt Fälle in den täglichen Vorkommnissen, auch bei Meinen Kindern, wo sie Mich gar oft verleugnen, sogar bei ganz unbedeutenden Vorkommnissen; ihr Verstand verblendet sie (was hier unter dem Bilde der Magd angedeutet ist), und sie nennen es „Klugheitsregeln, welche zu beachten seien, um kein Ärgernis zu geben“, wobei sie guten Geister sehr betrübt werden, weil der Glaube bei solch einem Menschen noch zu schwach ist, sich auf die Durchhilfe seines Gottes und Vaters zu verlassen; auch wenn dabei im ersten Augenblicke eine Gefahr oder ein Verlust droht, oder auf ein kleine Zeit Unangenehmes ihm bereitet wird.
Es ist und bleibt solches ein Zurückziehen von mir, und daher muss ich es als eine Schwäche ansehen, welche Meine Liebe und Barmherzigkeit zwar immer wieder verzeiht; aber solche Seele beraubt sich selbst vielen geistigen Gewinnes, und kann also nicht in Meine Dienste eingereiht werden, wie es sein sollte, wenn Ich Mich ganz auf ihr offenes, freies und getreues Bekenntnis verlassen könnte.
Es muss auch bei euch also kommen, dass ihr mehr Mich fürchtet und zu Mir haltet, und euch nicht mehr durch allerlei weltliche Rücksichten bestimmen lasset, euch lieber zurückzuziehen von einem Platze (oder Posten), welchen Ich euch zugewiesen habe, weil Ich weiß, dass dort der Feind am ehesten zu treffen und zu besiegen ist. Denn wie kann ein Krieger siegen, wenn er das Schlachtfeld zu betreten zu ängstlich ist, und lieber sich in einem Schlupfwinkel zu verbergen sucht; seine Gegner werden triumphieren über ihn. und sich als Sieger betrachten.
So geht es auch mit Meinen Kämpfern, sie sollen stets geharnischt dem Feind entgegentreten, sich bewusst, dass ihre Kraft und Macht ihnen von Mir und von Meinem ihnen innewohnenden h. Geiste zufließt, welcher oft mit einem Schlage, mit einem Wort viel zu erobern weiß; nur müsset ihr in steter Wachsamkeit und im Verkehre mit Mir beharren, hauptsächlich wenn ihr in eine solche Lage kommet, wo euch der Feind entgegentritt und euch zum Kampfe auffordert. Es kommt die Zeit, wo ihr nicht mehr bloß Schüler sein könnet, sondern wo ihr zeigen müsset, was ihr gelernt habt.
Euer Vater Jesus.
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